Trockenheit bringt große Schäden im Wald

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Die Miene ist ernst von Romrods Forstamtsleiter Hans-Jürgen Rupp: „Ich will es nicht dramatisieren, aber es bahnt sich ein mittleres Fiasko an“, befürchtet er mit Blick auf die Schäden, die die Trockenheit im Wald bereits angerichtet hat.

Nach einem viel zu trockenen Jahr 2018 sind auch im Winter und Frühjahr 2019 viel zu wenige Niederschläge gefallen. Schon letztes Jahr zeichnete sich ab, dass Borkenkäfer den Nadelhölzern heftig zusetzen wrüden. Doch nun zeigt sich auch, wie sehr die Laubbäume, und dabei gerade die weit verbreitete Buche, unter der Dürre gelitten haben. Auswertungen würden zeigen, dass etwa 30 bis 35 Prozent Niederschlag fehlen würde. „Überall sind verdorrte Fichten zu sehen, die wir zurzeit nicht mehr wegräumen, da der Borkenkäfer sich in ausgetrockneten Bäumen nicht vermehren können“, schildert Rupp das Erscheinungsbild des Waldes. Fichten, die stark geschädigt seien, würden dagegen umgehend entfernt, um damit den Borkenkäfer einzudämmen.

Nun zeigen sich jedoch auch schon massive Schäden an den heimischen Laubbäumen wie der Buche. „Bäume, die über einhundert Jahre alt sind sowie junge werden kahl und sterben ab“, beschreibt Rupp die Situation im Wald. Da diese leicht brechen, würden ständig die Bäume an den Straßen kontrolliert und kranke entfernt, damit trockene Äste oder ganze Bäume nicht auf die Fahrbahn stürzen. Dies könne schon bei leichtem Wind geschehen. Auch Waldbesucher sollten wachsam unterwegs sein. „Wir sind überrascht, in welchem Ausmaß und mit welcher Geschwindigkeit Schäden an den Bäumen auftreten, so Rupp. Es sei wie ein Kampf gegen Windmühlen: „Seit Monaten arbeiten wir an unserer Belastungsgrenze und tun alles in unserer Macht stehende, um den Wald zu erhalten, doch die Situation ist einfach zu extrem“, sagt Hartmut Kreie, Bereichsleiter Produktion im Forstamt Romrod besorgt. Diese Situation treffe auch manchen Waldbesitzer hart. Der Holzpreis habe sich dramatisch nach unten entwickelt.

Nicht einmal die Hälfte könnten sie für verwertbares Holz erzielen, von den dramatischen Verlusten durch das Absterben der Bäume ganz zu schweigen. „Nur große und gesunde Bäume können Lärm und Staub vermindern sowie CO2 binden. Ein Schaden an unseren Wäldern könnte den Klimawandel verstärken“, erklärt Kreie. Deshalb sei es wichtig, auf das vielfach unbemerkte Sterben der Bäume aufmerksam zu machen. Eine Lösung des Problems, etwa mit einer Anpflanzung neuer Baumsorten, gestalte sich durch deren Anfälligkeit für verschiedene Erkrankungen als nicht einfach umsetzbar.

Rubriklistenbild: © Eichelberger

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