Vom Turm herab: Seit 400 Jahren läutet das Maiblasen den Alsfelder Feierabend ein

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Ehrung hoch über den Dächern: Ulrich Beyenbach (links) bekommt die Bronzene Anstecknadel der Stadt Alsfeld von Bürgermeister Stephan Paule verliehen.
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140 Stufen erklimmen die Musiker der Posaunenchöre aus Alsfeld und Altenburg jeden Werktag im Mai, um hoch oben vom Turm der Walpurgiskirche ihre Lieder in den Alsfelder Himmel zu schmettern.

Seit dem 16. Jahrhundert besteht diese Tradition des Maiblasens und soll, so die Überlieferung, den Feierabend und die Abendstimmung über den Dächern der Fachwerkstadt einleiten. Pünktlich um 19 Uhr ertönen die frühlingshaften Lieder – nach jeweils zwei Stücken ziehen die Musiker eine Ecke des Turms weiter. Vorab proben die Bläser regelmäßig in der Turmstube. So auch am vergangenen Donnerstagabend, als Bürgermeister Stephan Paule auf den Turm der Walpurgiskirche einlud und mit einer Überraschung aufwartete: Ulrich Beyenbach, Chorleiter des Alsfelder Posaunenchors, nimmt bereits seit 54 Jahren am Maiblasen teil und wurde für diese Traditionspflege und sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement mit der Bronzenen Anstecknadel der Stadt Alsfeld geehrt – zu seinem 20. Jubiläum als Chorleiter.

„Das traditionelle Maiblasen ist ein Brauchtum, auf das Jung und Alt stolz sein darf”, erklärte Bürgermeister Stephan Paule. Zu dieser Tradition gehört auch das Überreichen des obligatorischen Schecks: 1500 Deutsche Mark sollten aus dem Erbe Riechers jedes Jahr ausgezahlt werden – dieses Jahr überreichte Alsfelds Rathauschef somit 767 Euro an die beiden Posaunenchöre. Nach dem Stimmen der Blasinstrumente in der Turmstube ging es für die Musiker hinaus ins Freie hoch über Alsfeld. Bei strahlend blauem Himmel und einer imposanten Abendstimmung gaben die Chöre „Nun will der Lenz uns grüßen”, im Anschluss „Grüß Gott, du schöner Maien” zum Besten.

Abschließend dankte der Bürgermeister den Chören für ihren ehrenamtlichen Einsatz auf dem Kirchturm. Er würdigte das Engagement der Verantwortlichen und ermunterte sie dazu, diesen erfolgreichen Weg auch weiterhin zu gehen.

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