Über 300 Gäste feiern im Erlenbad den Saisonwechsel mit „Bandsalad“

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Mit einem großen Open-Air-Konzert läutete das Alsfelder Erlenbad erstmalig lautstark seine Sommersaison ein – mit Erfolg.

Ausgelassen genossen über 300 Gäste des Schwimmbades, Freunde von Livemusik und richtige Ostrock-Fans jeden Alters die manchmal sanften, zwischendurch auch sehr rockigen Töne des Hauptakts des Abends: „Bandsalad“.

Hintergrund: An nur wenigen Orten wird Integration so gelebt, wie in einem Freibad – daher war die Entscheidung des Erlenbad-Teams um Geschäftsführer Ralf Kaufmann durchaus bewusst für die Band „Bandsalad“ als Protagonisten für das erste Konzert auf der Freibadwiese gefallen, denn die vier Bandmitglieder verdeutlichen mit ihrer Songauswahl aus Ost und West, dass die Sprache der Musik jegliches Kommunikationsproblem zu überwinden weis und dass an der Stelle weder Politik, Religion oder Nationalität eine Rolle spielen. Bevor jedoch Jürgen Litzka, Bruno Frank, Matthias Karle und Niko Seim die Bühne zum Beben brachten, gab der Männergesangsverein Kirtorf mit einem Auszug aus seinem diesjährigen Chorprojekt „Ostrock trifft Westsound“ ein Stell-dich-ein und warb für seine Veranstaltung in vier Wochen, ebenfalls gemeinsam mit Bandsalad.

Nach der Taktvorgabe von Irina Warkentin gaben die Sänger zwischen 30 und 80 mit Songs wie „An Tagen wie diesen“, „Über sieben Brücken“ oder „Alt wie ein Baum“ einen Vorgeschmack auf das, was Gäste auf dem oberen Kirtorfer Marktplatz erwarten wird. Zur Ordnung rief dann ein alter Volkspolizist – in Uniform, mit sächsischem Dialekt und in der Funktion des Aufklärers stiefelte Kabarettist Holger Meier-Schabl vor die Bühne und stimmte ostalgisch ein: „Genossen und Genossinnen!“ Er sprach von den politischen Ereignissen – mit dem Humor eines Kabarettisten – die dazu geführt hätten, dass statt einer Ligusterhecke oder Milchglastrennwand eine hohe Mauer gebaut wurde, die ein „Herr Niemand“ in Auftrag gegeben habe. Die Westpresse sei daran nicht ganz unbeteiligt gewesen.

Zwischen den Stücken ließ Frontman Jürgen Litzka immer wieder bedächtig kleine Anekdoten verlauten, manchmal auch mit spitzem Zungenschlag, wobei er sich bemühte, nicht ganz so politisch zu sein. Ebenso wie der Schirmherr der Veranstaltung, Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, der bei seiner Laudation lediglich sich den Scherz erlaubte, dass er sich in seinem aktuellen Wahlkampf auch so viele Zuhörer gewünscht hätte.

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