Unfall - was nun? Was zu beachten ist, wenn es mal kracht

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Klaus-Jürgen Volp kennt den Ärger mit den Versicherungen nach einem Unfall.

Schnell ist es passiert – eine kleine Unachtsamkeit und es kracht. Das passiert auf deutschen Straßen täglich tausendfach: Im Jahr 2017 gab es knapp drei Millionen polizeilich erfasste Straßenverkehrsunfälle.

Für die einzelnen Betroffenen jedoch ein (zum Glück) seltenes und selbstverständlich ärgerliches Ereignis, das die meisten im ersten Moment überfordert: „Was muss ich jetzt tun? An wen kann ich mich wenden? Kann ich zu der Werkstatt meines Vertrauens?”, lauten etwa die Fragen nach einem Unfall.

Klaus-Jürgen Volp vom gleichnamigen Autohaus in Ober-Ohmen erlebt das häufig: „Die meisten wissen nicht, dass sie im Falle eines Haftpflichtschadens die Werkstatt selbst bestimmen und einen unabhängigen Sachverständigen hinzurufen können”, schildert der KFZ-Meister. Zudem könne der Unfallbeteiligte einen Rechtsanwalt in Anspruch nehmen.

Ein Haftpflichtschaden liegt dann vor, wenn der Unfallbeteiligte nicht der Unfallverursacher ist. In diesem Fall muss die Versicherung des Verursachers den gesamten Schaden und die anfallenden Kosten für den Gutachter sowie für den möglicherweise in Anspruch genommenen Rechtsanwalt begleichen. Sollte der Betroffene eine Teilschuld tragen, werden die Kosten anteilig übernommen.

Umgekehrtes Spiel beim Kaskoschaden, also einem selbst verschuldeten Unfall:. „Dann greifen die Bedingungen des jeweils abgeschlossenen Versicherungsvertrages”, erklärt Volp. Diese können erheblich von den Rechten im Haftpflichtschadensfall abweichen. Daher sollte bei selbstverursachten Schaden die Versicherung unverzüglich in Kenntnis gesetzt werden. Aber auch hier gilt: „Man hat das Recht, die Werkstatt des Vertrauens aufzusuchen”, so Volp. Es sei denn, der Kaskovertrag bestimme ausdrücklich etwas anderes.

Für Werkstätten kann ein Unfall in solchen Fällen ebenfalls mit Ärger verbunden sein, denn die sehen sich bei der Unfallinstandsetzung häufig mit Rechnungskürzungen durch die Versicherung konfrontiert. Nicht selten beanstandet der Versicherer die Rechnung, findet, die Preise seien zu hoch, oder es seien Arbeiten durchgeführt worden, die unnötig seien. Volp kann das bestätigen: „Mein Stundenlohn wird nicht vollständig erstattet oder Kleinigkeiten wie das Anbringen der Umweltplakette nicht vergütet. Das kann sich summieren”, erklärt der Werkstattleiter. Ungern überbringe er dem KFZ-Halter die Nachricht, dass Mehrkosten auf ihn zukommen, „aber ich kann auch nicht jedes Mal den Aufpreis übernehmen”, findet er.

Trotzdem sei es immer gut, erst einmal mit der Werkstatt seines Vertrauens zu sprechen. Schließlich ließe man sich dort das ganze Jahr über beraten, „warum sollte man bei einem Unfall woanders hin?”, fragt sich Volp.

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