Update: Nach möglicher Erpressung fährt Stadt Alsfeld die Server herunter - Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

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Bürgermeister Stephan Paule informierte am Freitagmittag auf einer spontan anberaumten Pressekonferenz über den Stand der Dinge. Er hoffe, nächste Woche die Rechner wieder hochfahren zu können.

Nach einer Droh-Mail fuhr die Stadt am Donnerstag die Rechner herunter und schaltete die Server ab. Sie ist seitdem nicht per E-Mail zu erreichen. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt. Bürgermeister Stephan Paule rechnet damit, im Laufe nächster Woche die Computer wieder hochfahren zu können.

Alsfeld - Denkbar ungünstig startet das Jahr für die Stadtverwaltung Alsfeld. Am gestrigen Donnerstagmorgen erreichte sie eine ominöse und anonyme E-Mail. Darin werde die Stadt bedroht, dass sämtliche Daten der städtischen Rechner verschlüsselt würden. Sie wurde aufgefordert, Kontakt zum unbekannten Absender aufzunehmen. "Beim Hochfahren der Rechner erreichte uns die Mail. Die Stadt wird darin aufgefordert, den Absender zu kontaktieren, um die Summe zu erfahren, mit der die Daten wieder freigegeben werden", teilte Bürgermeister Stephan Paule mit. Die Zahlung solle in der Kryptowährung "Bitcoin" erfolgen.
Deshalb habe die Stadt als erste Vorsichtsmaßnahme alle Rechner heruntergefahren, alle Server abgeschaltet und die Polizei verständigt. Seitdem ist die Stadt nicht per E-Mail zu erreichen. Auch Arbeiten, die einen Computer erforderten, wie etwa Ummeldungen oder die Beantragung eines Personalausweises, könnten derzeit nicht bearbeitet werden. Telefonisch seien die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aber weiterhin erreichbar. Auch die Homepage der Stadt, die extern betrieben wird, ist online abrufbar. Bürgeranfragen würden notiert und bearbeitet, wenn die Systeme wieder hochgefahren werden könnten.

Auf einer am Freitagmittag anberaumten Pressekonferenz vor dem Alsfelder Rathaus erklärte Stephan Paule gegenüber den Medien, die Mitarbeiter in der Verwaltung würden regelmäßig über Themen der Cyber-Sicherheit geschult. Gerade nach den Frankfurter Vorfällen habe man an die geltenden Regelungen und Sicherheitsvorkehrungen erinnert. Deswegen habe man entsprechend schnell auf diese E-Mail reagieren und die entsprechenden Behörden informieren können.
Die Stadt Frankfurt erlebte Mitte Dezember ebenfalls einen versuchten Cyber-Angriff und nahm vorsichtshalber ihr IT-System vom Netz. Auch Bad Homburg meldet einen mutmaßlichen Angriff auf ihr Netzwerk. Paule sieht Ähnlichkeiten zwischen den Vorfällen, könne aber zum Stand der Ermittlungen keine weiteren Angaben machen.

Die Ermittlungen übernahm bereits am Donnerstagmittag die Generalstaatsanwaltschaft mit Sitz in Frankfurt am Main. Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Alexander Badle bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die zuständige Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) die Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen habe. "Doch aus ermittlungstechnischen Gründen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sagen." Man müsse zunächst die Sachlage und Fakten prüfen.

Bis geklärt ist, ob und wie weit die IT-Systeme angegriffen wurden und welche Daten möglicherweise betroffen sind, bleiben die Server nach Angaben der Stadt außer Betrieb. Wie lange das dauert, sei bislang noch nicht klar. Bürgermeister Stephan Paule rechnet damit, dass dies im Laufe nächster Woche geschieht. Bis dahin würden sämtliche Rechner der Stadtverwaltung auf mögliche Viren gescannt und die Server so eingespielt, dass sie störungsfrei seien.

Der mögliche Angriff ist nicht der erste seiner Art in Hessen: Zuletzt waren mehrere öffentliche Einrichtungen Opfer solcher Cyber-Attacken. So mussten kurz vor Weihnachten die Städte Bad Homburg und Frankfurt ihre IT-Systeme zwischenzeitlich vom Netz nehmen. Auch die Justus-Liebig-Universität in Gießen kämpft noch vier Wochen nach einem Hackerangriff mit den Auswirkungen des Serverausfalls. Sie lag zwischenzeitlich komplett lahm.

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