Urteil im Prozess um den tödlichen Sprung vom Freefall-Tower: Freispruch für die Betreiber

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Die beiden Betreiber des Freefall-Towers wurden freigesprochen.

Am heutigen Donnerstag ist das Urteil im Landgerichtsprozess gegen zwei angeklagte Betreiber des Free-Fall-Towers auf dem Hoherodskopf gefallen.

Gießen - Die zwölf Jahre alte Sina E. aus Hosenfeld war im Sommer 2015 von diesem Turm gesprungen und zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, dass sie wenige Wochen danach verstarb. Das Gericht sprach die beiden Angeklagten frei. In vier Verhandlungstagen vor dem Gießener Landgericht hatte die Staatsanwaltschaft den beiden Angeklagten vorgeworfen, den Tod des Mädchens durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen fahrlässig verursacht zu haben („Alsfeld Aktuell“ berichtete). Beim Sprung soll sich das Mädchen am Geländer des Turms festgehalten und dadurch einen Linksdrall bekommen haben, der sie zunächst im Sicherheitsbereich des Luftkissens auf- und von dort gegen einen Stein prallen ließ. Der Sprungturm war an einem Platz aufgestellt worden, um den herum mehrere große Felsen gelegen hätten. Die Verteidigung der 42 und 44 Jahre alten Angeklagten teilte mit, dass ihre Mandanten „tief betroffen“ seien und der Fall sie bis heute beschäftige. Der Verteidiger hatte dafür plädiert, die Angeklagten freizusprechen, da Zeugen des Unfalls ausgesagt hätten, dass Sina gar nicht mit dem Kopf gegen einen der Steine geprallt sei.

Die Vertreter der Nebenklage, der Familie von Sina, hatten sogar fahrlässige Tötung in Betracht gezogen. Deren Anwalt wies darauf hin, dass die ausführende Baufirma zuvor noch keine solche Anlage gebaut habe.

Im Schlussplädoyer forderte auch die Staatsanwaltschaft Gießen einen Freispruch, denn im Laufe des Verfahrens wurde festgestellt, dass die Vorgaben zum Bau eines solchen Free-Fall-Towers eingehalten worden seien. Zudem könne auch durch einen medizinischen Gutachter nicht bewiesen werden, ob das Mädchen nicht auch beim Aufprall auf Gras anstatt der Felsen hätte tödlich verunglücken können.

Laut Richter Jost Holtzmann hätten die Angeklagten beim Bau der Anlage zwar Fehler gemacht, diese seien jedoch nicht ursächlich für den Tod des Mädchens gewesen. Als Begründung für den Freispruch gab der Vorsitzende an, dass es „für die Errichtung und den Betrieb einer solchen Sprungturm-Anlage keine klaren Normen“ gebe.

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