Vogelsberger Kliniken haben sich vorbereitet

Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak im Austausch mit Ärzten und Klinikchefs des Vogelsbergkreis.

Vogelsberg. Die drei Krankenhäuser im Vogelsbergkreis sind vorbereitet: Intensiv-Betten und Beatmungsgeräte stehen für eventuell notwendig werdenden Behandlungen von Corona-Patienten zur Verfügung. Planbare Eingriffe wurden geschoben, große Operationen, die eine anschließende Beatmung verlangt hätten, sogar „auf Eis gelegt“, wie Dr. Arno Kneipp, der Ärztliche Leiter des Alsfelder Kreiskrankenhauses, im Gespräch mit Landrat Manfred Görig und Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Jens Mischak erläuterte.

Die Verwaltungsspitze des Vogelsbergkreises hatte am Montagabend die Verwaltungschefs sowie Ärzte der drei Krankenhäuser zum Gespräch eingeladen. Ebenso konnten sich Sprecher der niedergelassenen Hausärzte über die Situation in den Kliniken informieren.

"Am Dienstag gab es im Vogelsbergkreis fünf bestätigte Coronafälle – bei mehr als 100.000 Einwohnern", rechnete Dr. Henrik Reygers vom Gesundheitsamt des Kreises vor. Die Pandemie wird noch Fahrt aufnehmen, so sein Kollege Dr. Dr. Rüdiger Rau. „Wir sind vorbereitet“, meldete Ingo Breitmeier, der Geschäftsführer des Alsfelder Kreiskrankenhauses. Beatmungsplätze ständen zur Verfügung, ihre Anzahl solle zudem noch aufgestockt werden. Geräumt worden sei eine halbe Station, um im Ernstfall Corona-Patienten isoliert behandeln zu können.

„Wir haben fünf Zimmer, die wir sofort belegen können“, so Ingo Breitmeier. Vorgehalten werden zudem OP-Kapazitäten: „Wir haben ein Programm, das wir jederzeit absagen beziehungsweise abändern können“, so der Ärztliche Leiter aus Alsfeld, Dr. Kneip. So verfahren wird ebenso im Lauterbacher Eichhof-Krankenhaus und im Krankenhaus in Schotten.

Auch in Lauterbach wurde eine halbe Ebene geräumt, sodass dort quasi eine Isolierstation eingerichtet werden könnte, erklärten Vorstand Mathias Rauwolf und Chefarzt Tobias Plücker. Auch in Lauterbach könnten Beatmungsplätze zur Verfügung gestellt werden.

„Wir sind vorbereitet“, so auch die Meldung aus Schotten. Planbare Operationen würden verschoben, teilweise „sagen die Patienten von sich aus, dass der Eingriff verschoben werden kann“. Auch für Patienten, die beatmet werden müssen, ist Schotten gerüstet.

In der jüngsten Änderung der Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 16. März gibt das hessische Sozialministerium eine klare Weisung heraus: „In allen hessischen Krankenhäusern wird die Durchführung von medizinischen Eingriffen und Behandlungen, für die derzeit keine dringende medizinische Notwendigkeit besteht (nicht notwendige Behandlungen), ausgesetzt“, heißt es darin. Die Entscheidung, ob eine nicht notwendige Behandlung vorliegt, obliege dem ärztlichen Personal des Krankenhauses. Diese Regelung greift ab dem morgigen Mittwoch. Zudem seien Patienten, die bereits aufgenommen wurden, deren nicht notwendige Behandlung aber noch nicht begonnen habe, zu entlassen. Eingeschränkt wurde zudem der Besuchsdienst in den drei Krankenhäusern im Vogelsbergkreis. Die Eichhof Stiftung hat ihre Vorsichtsmaßnahmen nochmals verschärft, indem sie ein generelles Besuchsverbot erteilt hat. Das Besuchsverbot gelte für das Krankenhaus Eichhof, das Seniorenzentrum Schlitzerland sowie die Vogelsberger Lebensräume. Ausnahmen gelten nur in begründeten Einzelfällen und nach telefonischer Rücksprache. Mit dieser Maßnahme soll außerdem die ärztliche und pflegerische Arbeitsfähigkeit sichergestellt werden, sagt Vorstand Mathias Rauwolf. In Schotten und Alsfeld darf nur noch ein Besucher pro Patient und Tag für eine Stunde ins Krankenhaus kommen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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