Die SPD Vogelsbergkreis möchte eine "echte Gebührenfreiheit"

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Ab August 2018 werden sechs Stunden Kindergarten pro Tag gebührenfrei sein. Für Shazad (5) würde das nicht reichen: Er besucht die KiTa fast acht Stunden täglich.

Ab August nächsten Jahres werden die Kindergartengebühren in Hessen weitestgehend abgeschafft. Das hat die Landesregierung bereits vor zwei Wochen in Wiesbaden beschlossen. Im Schnitt solle eine Familie pro Kind rund 5.000 Euro dadurch sparen können. Das sind gute Nachrichten.

Doch der SPD Vogelsbergkreis ist das zu wenig: “Wer es ernst meine mit der Gebührenfreiheit in der frühkindlichen Bildung, der müsse neben einer vollständigen Freistellung der Familien auch eine Qualitätsverbesserung in den Kitas durch die Abschaffung des ´Bürokratiemonters KIFÖG` und eine dauerhafte Entlastung der Kommunen durchsetzen”, teilt sie dazu mit. Zudem gebe es für die Unter-Dreijährigen in den Krippen keinerlei Entlastung.

Aktuell werden die Kindergartengebühren nur für Kinder im dritten Kindergartenjahr vom Land übernommen – und zwar für jeweils fünf Stunden pro Tag. Ab dem 01. August 2018 werden dann alle Kindergartenjahre beitragsfrei sein – für jeweils sechs Stunden pro Tag. Doch “schon heute werden die Kinder in Hessen durchschnittlich siebeneinhalb Stunden am Tag in den Kitas und Kindergärten betreut”, erklärt der SPD-Vorsitzende Swen Bastian. Die Eltern dieser Kinder würden somit auch künftig Gebühren zahlen.

Wie zum Beispiel Mona Klaper: Ihre Tochter Lena (5) besucht eine Alsfelder Kita seit bereits dreieinhalb Jahren - meist für mehr als sechs Stunden am Tag. “Für uns kommt die neue Regelung leider etwas zu spät. Lena wird dann schon in der Schule sein.” Trotzdem sei das natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. Sechs Stunden pro Tag findet sie jedoch zu wenig.

Die SPD sieht das auch so und strebe daher weiter an, die Gebührenfreiheit in die Hessische Verfassung aufzunehmen. “Denn Ziel muss es bleiben, eine echte Gebührenfreiheit zu erreichen. Und die umfasst auch die Unter-Dreijährigen, ebenso wie Betreuungszeiten von mehr als sechs Stunden am Tag und die Schulkinder-Betreuung”, so Bastian.

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