Wasserbehörde warnt: Auf Entnahme aus Gewässern vorerst verzichten

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Auch die Schwalm, hier bei der Brücke im Alsfelder Erlenpark, leidet unter Wassermangel.

Angespannt ist die Situation im Vogelsbergkreis. Vielerorts sind die Pegelstände der kleineren Fließgewässer sehr niedrig.

Angespannt ist die Situation im Vogelsbergkreis. Vielerorts sind die Pegelstände der kleineren Fließgewässer sehr niedrig, gerade im hohen Vogelsberg sei die Lage besonders ernst, so Jürgen Steuber vom Amt für Bauen, Umwelt, Wasser- und Bodenschutz auf Anfrage von ALSFELD AKTUELL. Im Bereich Alsfeld habe die Wasserschutzbehörde sich vor allem den Krebsbach angesehen. Dort sei der Wasserstand in den letzten Wochen sehr stark zurückgegangen. Erste Vororttermine durch die Untere Wasserbehörde gab es dort bereits Ende Mai.

Aber auch in der Schwalm sei ein deutliches Absinken des Wasserstandes zu erkennen. Viel zu trocken ist es seit Wochen aufgrund der ungewöhnlich frühsommerlichen Temperaturen ab Mai und der seitdem anhaltenden Trockenheit – lediglich unterbrochen von starken Unwettern, die in begrenzten Gebieten teilweise für heftige Überschwemmungen gesorgt haben, wie etwa in Alsfeld, Feldatal oder Gemünden.

Trotzdem fehlt in vielen Flüssen und Bächen das Wasser, teilweise ist kaum noch ein Abfluss des Wassers zu erkennen. „Auch Gewitter mit lokalen Schauern werden diese Lage nicht verbessern“, warnt Steuber. Deshalb sei der entscheidende Beitrag der Anwohner, derzeit ganz auf Wasserentnahmen aus Gewässern zu verzichten. Und laut Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes sei auch keine Entspannung der Lage derzeit in Sicht. „Diese Niedrigwasserstände sind in den letzten Jahren immer wieder aufgetreten. Die Situation ist aus meiner Sicht vergleichbar mit den Jahren 2014 und 2015. Aber auch in 2011 hatten wir solche Wetterlagen“, informiert Steuber.

Nichtsdestotrotz sei die Lage auch dieses Jahr für die Natur nicht einfach zu verkraften. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Amt für Bauen und Umwelt, Wasser- und Bodenschutz, Telefon 06641/977-123 oder -126, E-Mail: wasserbehoerde@vogelsbergkreis.de.

Kein Wasser aus Bächen entnehmen

Im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist der sogenannte Eigentümer- und Anliegergebrauch geregelt. Danach benötigen Eigentümer und Anlieger (das heißt zur Nutzung Berechtigte) von Grundstücken, die an Gewässer grenzen, keine wasserrechtliche Erlaubnis zur Wasserentnahme für den eigenen Bedarf. Dabei ist jedoch zu beachten, dass durch die Gewässerbenutzung (hier Wasserentnahme)

• andere nicht beeinträchtigt werden und

• keine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit,

• keine wesentliche Verminderung der Wasserführung • sowie keine andere Beeinträchtigung des Wasserhaushalts zu erwarten sind.

Wegen der beschriebenen kritischen Situation in zahlreichen Fließgewässern im Vogelsbergkreis sollte daher derzeit gänzlich auf Wasserentnahmen verzichtet werden.

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