Nun ist es aus mit Wellemöbel in Alsfeld

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Es wurde bis zum Schluss gehofft und um die Arbeitsplätze gebangt. Doch alle Verhandlungen sind gescheitert.

Am letzten Märztag bekamen die 54 verbliebenen Mitarbeiter der Wellemöbel in Alsfeld – die meisten von ihnen waren über 30 Jahr lang in der Firma tätig – mitgeteilt, dass ab April die Arbeiten in der Möbelfabrik einzustellen seien. Nur noch fünf Mitarbeiter wickeln die restlichen Arbeiten ab.

„Wir hatten vollstes Vertrauen in die Geschäftsführung von Welle. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war das ein Fehler“, so Betriebsratsvorsitzender Horst Ziemens. Er war am Donnerstag vor Monatsende März beim Hauptwerk in Bad Lippspringe und erfuhr dort bei einer Versammlung vom endgültigen Aus. Nun stehen insgesamt mit dem Speditionsunternehmen in Paderborn Howelpa 230 Arbeitnehmer auf der Straße.

„Noch im August 2018 arbeiteten in Alsfeld rund 100 Personen. Nach fehlenden Zahlungen ist die Belegschaft nun auf 54 geschrumpft“, so Ziemens. Diese seien eng zusammengerückt, der Zusammenhalt sei groß. Nur zehn von ihnen seien unter 50 Jahre alt, die meisten sogar jenseits der 55 Jahre. Nun hofft die Belegschaft, in anderen Betriebsstätten weiterbeschäftigt zu werden. Wie die Geschäftsführung ihrer Belegschaft mitteilte, sei auch die letzte Verhandlung mit einem neuen Investor im Sande verlaufen. Seit der Insolvenzanmeldung durch Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf im Dezember habe man versucht, das Werk doch noch zu retten. Doch ohne Investor habe dieser keine Chance gesehen, die Werke in Alsfeld und Bad Lippspringe aufrecht zu halten. Wie Ziemens mitteilte, sei im September 2018 nur der halbe Lohn gezahlt worden, in Oktober und November habe die Belegschaft komplett auf die Löhne verzichten müssen. Mangels Geld hätten für die Möbelproduktion Scharniere und Beschläge nicht gekauft werden können, sodass viele Möbel nicht an den Kunden ausgeliefert werden konnten. Die Regale seien voller stornierter Ware, die den Kunden nicht erreicht hätten. Nun stehen seit Montag die vielen Maschinen still. Die großen Hallen sind menschenleer. Die Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung bei Welle sei zerschlagen. „Der Freitag war ein sehr trauriger Tag. Es gab viele Tränen. Und Wut auf die Geschäftsleitung“, so Ziemens.

Der ausbleibende Lohn habe vor allem den jüngeren Beschäftigten sehr zugesetzt, die Mieten zu zahlen hätten und noch kleinere Kinder in ihrem Haushalt hätten. Bürgermeister Stephan Paule und Wirtschaftsförderer Uwe Eifert trafen sich mit den Mitarbeitern, um Kontakte zu Unternehmen herzustellen, damit diese Anstellungsmöglichkeiten finden könnten. Paule nahm darüber hinaus Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit auf, um diese für die Notlage der Mitarbeiter zu sensibilisieren.

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