Wild auf Wild: Gesundes Fleisch aus dem Vogelsberg

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Frisch erlegt, warten die Wildtiere gut gekühlt auf die Weiterverarbeitung, so Forstamtsleiter Hans-Jürgen Rupp.

„Mehr Bio gibt es nicht“, ist sich Forstamtsleiter Hans-Jürgen Rupp sicher, wenn es um Fleisch von Wildschwein und Reh aus den Vogelsberger Wäldern geht.

Romrod - Liebhaber der guten Wildküche können über HessenForst, Forstamt Romrod, Rehwild, Schwarzwild und Rotwild, sauber ausgenommen und über den Amtstierarzt auf Trichinen geprüft, erstehen. Sicherheit und Sauberkeit werden strikt eingehalten.

Trichinen sind ein Millimeter lange Fadenwürmer, die über ungegartes Fleisch auch auf Menschen übertragen werden. „Jedes Wildtier wird vor dem Verkauf darauf untersucht. Allerdings hatten wir meines Wissens noch nie einen positiven Befund“, informiert Rupp. Obwohl das Fleisch von heimischen Wildtieren, schmackhaft, gesund, fett- und kalorienarm ist, hält sich der Verzehr im Vogelsberg sehr in Grenzen. „Nach den neuesten Studien liegt der Pro-Kopf-Verzehr im Vogelsberg bei etwa 600 Gramm im Jahr. Das sind gerade einmal drei Mahlzeiten“, so Rupp. Unverständlich, da gesünderes Fleisch auf dem Markt nicht zu bekommen sei. Denn Wildtiere sind bei der Nahrungsaufnahme sehr wählerisch. Nur die zartesten Kräuter würden von Rehen aufgenommen. Dabei könnten sich die Tiere in der Natur frei bewegen, was ebenfalls zu einer besseren Qualität des Fleisches beitrage.

Wildfleisch im Supermarkt aus Massenproduktion

Importiertes Wildfleisch dagegen, das in Supermärkten angeboten werde, stammt in der Regel von Zuchtfarmen. In Neuseeland, Australien und Südamerika. Dort werden Hirsche und Wildschweine in großer Zahl für den Export nach Europa gemästet. Ökologischer sei der Kauf von heimischen Fleisch.

Und eine Bejagung sei tierschutzgerecht, habe in guten Jahren das Wildschwein eine so hohe Zuwachsrate, dass sich ihr Bestand in einem Jahr ohne Bejagung vervierfachen würde. Denn Fressfeinde haben sie nicht. Zu viele Wildschweine richten große Schäden, zum Beispiel in der Landwirtschaft, an.

Zehn Mal mehr Wildschweine seit den 70er Jahren

Hirschkarree mit Preiselbeeren ist einfach zubereitet.

„Es ist nicht möglich, Wildschweine genau zu zählen. Die Schwarzwildstrecke gibt uns Aufschluss, wie sich die Population entwickelt hat“, sagt Rupp. In den 70er Jahren seien laut Statistik etwa 9000 Wildschweine getötet worden. In den 90er Jahren habe sich die Zahl bereits verdreifacht. In 2017 seien dann mit 95.000 schon zehn Mal so viele Wildschweine zur Strecke gebracht worden. Und das sei nötig, um den Bestand zu regulieren.

Wer in den Genuss von Wildfleisch aus der Region kommen möchte, kann sich an das Forstamt Romrod, Zeller Weg 14, unter Telefon 06636-91793-0 oder -14 oder per E-Mail an FARomrod@forst.hessen.de wenden. Auf Wunsch kann gegen ein kleines Entgelt ein Fachmann zum Zerteilen vermittelt werden.

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