Wohin mit alten Klamotten? Altkleidercontainer auf dem Prüfstand

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Fleißiges Team in der Mücker Kleiderkammer: Marga Theiss, Gudrun Deller, Anna Gans und Pia Bachmann sortieren die Spenden für die Weitergabe.
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Gewerbliche Kleidersammlungen stehen in Konkurrenz zu gemeinnützigen.
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Gibt Auskunft über den Umgang mit den gesammelten Altkleidern: Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Alsfeld Thorsten Ellrich.

Altkleider sind ein Geschäft, mit dem viel Geld zu verdienen ist. Und davon wollen auch immer mehr private Grundstückseigentümer ihren Nutzen ziehen, wie an den vielen gewerblichen Kleidercontainern im Alsfelder Stadtgebiet zu erkennen ist.

Nur ein kleiner Aufkleber mit der Augschrift „Gewerbliche Sammlung“ weist darauf hin, dass die Kleiderspende nicht einer gemeinnützigen Organisation wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zugute kommt, sondern einem gewerblichen Sammler, der in die eigene Tasche wirtschaftet.

Nicht zu bremsen für die gute Tat

Als ein wertvolles Gut, dass Bedürftigen helfen soll, wird dagegen die Kleiderspende in der Mücker Kleiderkammer des DRK-Kreisverbands Alsfeld behandelt. „Unsere Kleiderkammer gibt es schon seit 21 Jahren“, erklärt Veit-Hans Borgmann stolz inmitten seiner fleißigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Pia Bachmann, Marga Theiss Gudrun Deller und Seniorin Anna Gans. „Sie ist mit ihren 86 Jahren nicht zu bremsen“, schmunzelt er, als sie aufspringt, um eine Kundin zu bedienen. Die insgesamt acht Mitarbeiter treffen sich regelmäßig zum Sortieren, Aufräumen und Bedienen. Dabei bleibt auch Zeit für eine Tasse Kaffee und ein gemütliches Beisammensein in dem engagierten Team. Viele Regale voller liebevoll sortierter Kleidung stehen für jeden bereit, der dort ohne Nachweis seiner Bedürftigkeit Kleidung zu einem gerinen Entgeld benötigt. Schuhe, Pullis, Kinderkleidung, Gummistiefel, Bettwäsche, Steppdecken, Handtücher, Gardinen, Tischdecken können bei Bedarf jeden zweiten Freitag ausgegeben werden. „Wir hatten Tränen in den Augen, als die ersten Flüchtlinge kamen, spärlich bekleidet in T-Shirt, kurzer Hose und Badeschlappen. Sie haben bei unseren winterlichen Temperaturen fürchterlich gefroren“, erinnert sich Borgmann. Sie seien sehr dankbar für die gute, warme Kleidung aus den Spenden gewesen. Der Erlös aus der Kleiderkammer wird komplett in den großen Topf für das DRK abgegeben, um damit weitere gemeinnützige Projekte zu unterstützen.

Unkomplizierte Hilfe für Feuergeschädigte

Wie Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Alsfeld, Thorsten Ellrich, ausführt, seien neben der großen Abgabestelle in Alsfeld, An der Au 7, bei der DRK-Rettungswache in 60 weiteren Containern an insgesamt 35 Standorten Kleiderspenden für den guten Zweck abgegeben werden. „Wir haben schon manches Mal Familien, deren Hab und Gut durch ein Feuer zerstört wurde, unkompliziert durch unsere Kleiderkammer Hilfestellung geben können“, so Ellrich. Direkt durch die Kleider und indirekt durch den Erlös durch die Spenden aus den DRK-Containern könnten humanitäre Projekte unterstützt werden.

Gewerbliche sammeln in eigene Tasche

Den vielen gewerblichen Kleidercontainern im Stadtgebiet steht auch Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule kritisch gegenüber. Er spendet seine eigene Kleidung lieber an das Rote Kreuz, Caritas oder Kolping, damit sie wiederverwendet wird und einem guten Zweck zukommt, anstatt sie in eine gewerbliche Sammlung zu geben. Um die gemeinnützigen Vereine zu unterstützen, erhebe die Stadt entsprechend hohe Gebühren für gewerbliche Kleidercontainer zur Abschreckung. Aber eine Aufstellung auf privatem Grund lasse sich damit nicht verhindern.

Stadt unterstützt guten Zweck

„Auf eigenem Grund und Boden kann man im Grunde machen, was man will, solange davon keine Gefahr ausgeht“, informiert der Leiter des Alsfelder Ordnungsamtes Jürgen Flauaus. „Wir haben gegen die Container keine Handhabe und auch keine Zahlen, wieviele im Stadtgebiet aufgestellt sind. Aber anscheinend lässt sich damit richtig Geld verdienen“, mutmaßt er. Gegen ein Aufstellen in der Altstadt habe die Stadt auch versucht vorzugehen, so Paule. Denn das Stadtbild sei dadurch gestört. Doch wenn sich die Grundstücksbesitzer weigerten, diese zu entfernen, sei man machtlos. Auf Nachfrage bei dem Sammler SKC teilte Silvia Mang mit, dass ihre Kleiderspenden nach Italien, Spanien und Serbien gegen einen Kilopreis weiterverkauft würden, ohne Weitergabe oder Spenden an Hilfsprojekte.

Selber mitmachen und Termine

Wer selber dem Team in der Kleiderkammer in Mücke unter die Arme greifen möchte, kann dies gerne auch ohne eine Mitgliedschaft beim DRK tun. Geöffnet ist die Kleiderkammer jeden zweiten Freitag von 13.30 bis 15.30 Uhr, ab April von 13.30 bis 16.30 Uhr. Die nächsten Termine sind der 9. und 23 Februar sowie der 9. und 23. März (gerade Kalenderwochen). Zu finden ist sie in der Burgstraße 5 in Mücke-Merlau. Wer Interesse hat, meldet sich bei Veit-Hans Borgmann, Telefon 06400-8623 oder E-Mail borgmann.v-h@t-online.de Gute Kleidung sollte zu den Terminen direkt in der Kleiderkammer abgegeben werden. Bei größeren Mengen werden diese auch abgeholt.

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