Vielerorts Hochwasser im Kreisgebiet

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Die Kolpingstraße musste wie auch das Fulder Tor für den Verkehr gesperrt werden.
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In den vergangenen Wochen hat es überdurchschnittlich stark geregnet. Die Pegelstände waren bereits am Mittwochmorgen hoch – die Böden wenig aufnahmefähig. Der nicht enden wollende heftige Regen am Mittwoch sorgte schließlich für zahlreiche Überschwemmungen im Kreisgebiet.

Vogelsberg. Überflutete und nicht passierbare Straßen, vollgelaufene Keller, übertretende Gewässer – vielerorts kämpften Einsatzkräfte und Bewohner gegen die Wassermassen. Besonders betroffen waren Alsfeld, Schwalmtal und Romrod: Dort wurde Vollalarm ausgelöst. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. 29 Einsätze zählte etwa die Feuerwehr in Romrod bis zum Abend.

Nachdem die Feuerwehr in Romrod bereits am Vormittag zahlreiche gleichgelagerte Einsätze zu verbuchen hatte, spitzte sich die Lage am Nachmittag erheblich zu. Die Anzahl der Hilfeersuchen zu vollgelaufenen Kellern und Flächen an die Leitstelle des Vogelsbergkreises stieg stetig an, sodass diese unverzüglich mit Personal verstärkt wurde. Zeitgleich wurden örtliche Feuerwehreinsatzleitungen in Alsfeld, Kirtorf, Antrifttal, Homberg/Ohm und Grebenhain installiert, die ihre Arbeit vor Ort aufnahmen. Bedingt durch die anwachsenden Einsatzstellen erfolgte die Alarmierung des Führungsstabes der Kreisverwaltung, der am frühen Abend seinen Dienst aufnahm. Die rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren und anderen Hilfsdiensten hatten in den kommenden Stunden alle Hände voll zu tun. Unter anderem musste eine vierköpfige Personengruppe aus dem Raum Kirtorf mittels Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Ein 43-jährger Mann wurde in einer Senioreneinrichtung in Kirtorf vorübergehend untergebracht.

Auch im Bereich der Ortseingangslage Kirtorf, aus Richtung Alsfeld, war „Land unter“, mehrere Seitenstraßen waren dort bis zu 80 Zentimeter überflutet. Mitarbeiter der OVAG mussten in diesem betroffenen Gebiet zeitweise den Strom abschalten. Einige Landes- und Kreisstraßen waren überschwemmt und wurden phasenweise gesperrt. Insgesamt wurden deutlich mehr als einhundert Einsatzstellen abgearbeitet, bevor sich die Lage gegen Mitternacht entspannte und die freiwilligen Helfer nach und nach wieder abrücken konnten.

In Kirtorf waren am Mittwoch über 100 Einsatzkräfte alle Feuerwehren der Stadtteile im Unwettereinsatz. Zusätzlich ist das DLRG Neustadt mit Boot im Einsatz gewesen und hat vier Personen mit dem Boot evakuiert und in Sicherheit gebracht, davon eine Person mit körperlichen Einschränkungen. Betroffen waren sämtliche Stadtteile – mit Ausnahme von Gleimenhain. In Kirtorf waren die Straßen Im Sand, Alsfelder Tor, Braugasse, Grüner Weg beim Tegut bis zu 80 Zentimeter überflutet. Im Stadtteil Ober-Gleen ist ein Industriebetrieb ebenfalls betroffen. Dort hat sich Schlamm und Wasser in der Produktionshalle gestaut. In Lehrbach, Ober-Gleen, Heimertshausen und Arnshain sind mehrere Keller vollgelaufen. Teilweise ist dort Heizöl ausgetreten.

Auch die B62 wurde stellenweise stark überflutet. In den am stärksten betroffenen Bereichen wurden am Abend noch Sandsäcke vom THW geliefert und eingebaut. Die OVAG hat diese Straßen aus Sicherheitsgründen vorübergehend vom Strom abgeschaltet. Die Feuerwehren von Kirtorf hatten bis zum Abend bereits 18 Einsatzstellen zu bewältigen. Im Verlauf des Einsatzes kamen immer wieder neue Einsatzstellen hinzu.

In Alsfeld musste am Mittwoch der Wohnmobilstellplatz aus Sicherheitsgründen gegen 11 Uhr geräumt werden – die richtige Entscheidung wie sich bald zeigte: Die Kolpingstraße als auch das Fulder Tor wurden von der übertretenden Schwalm überflutet. Die Straßen wurden gesperrt. Im Laufe des Tages rückten sämtliche Einsatzkräfte der Alsfelder Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen aus – so auch etwa an der Alten Feuerwache in sowie in den Ortsteilen Elbenrod, Heidelbach, Eifa, Angenrod, Hattendorf und Schwabenrod. Hochwasser meldeten auch die Feuerwehren aus Gemünden, die mit 25 Einsatzkräften ausrückten. Überwiegend waren sie in den Ortsteilen Rülfenrod und Otterbach im Einsatz.

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