Zeckenplage im Vogelsberg

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Informiert über den Schutz vor Zecken: Forstamtsleiter in Romrod, Hans-Jürgen Rupp.

Kaum ein Waldspaziergänger wird diesen Sommer von den Zecken verschont. Und so ein Zeckenstich, so muss es wegen des Stechrüssels der Zecke nämlich korrekterweise heißen, kann unangenehme Folgen haben, informiert Forstamtsleiter in Romrod, Hans-Jürgen Rupp, im Gespräch mit Alsfeld Aktuell.

„Noch ist der Vogelsbergkreis kein FSME-Gebiet, grenzt aber an den Kreis Marburg-Biedenkopf der bereits ein gefährdetes Gebiet ist“, warnt Rupp. FSME, die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, ist eine von Blutsaugern übertragbare Viruserkrankung. Diese Viren führen zu grippeähnlichen Symptomen, die auch eine Infektion der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks auslöst. Schwindel, Kopfschmerzen und Lähmungen schließen sich an. Schlimmstenfalls kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden. Eine Therapie gibt es gegen FSME nicht, allerdings die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. In Risikogebieten ist jede 30. bis 100. Zecke infiziert. „Wichtig ist es, sich nach einem Waldbesuch gründlich abzusuchen und aufmerksam zu sein: Wenn es an einer Stelle drei, vier Mal juckt, wo vorher nichts war, hat sich vielleicht eine Zecke festgesaugt“, informiert Rupp.

Borreliose trifft 5 Prozent der gestochenen Personen

Viel verbreiteter ist die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose. Hier gibt es weder Risikogebiete noch Impfungen. „Wer Zecken schnell entfernt, verhindert oft die Übertragung von Borreliose, die erst sechs bis acht Stunden nach dem Stich oder bei Stress des Tiers übertragen wird“, weiß Forstamtsleiter Rupp.

Schonende Entfernung verhindert Ansteckung

Deshalb sei eine schonende Entfernung des Blutsaugers sinnvoll. „Die Bakterien sitzen im Darmtrakt. Wenn die Zecken stechen, speicheln sie in die Wunde, um die Blutgerinnung zu hemmen. Dann gelangen die Borrelien in den Körper.“

Eine Infektion beginnt oft mit einem typischen roten Ring um den Zeckenstich herum. Unspezifische Symptome wie Gelenkschmerzen und Fieber können auftreten, später Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen. Die Infektion lässt sich, wenn sie rechtzeitig entdeckt wird, gut mit Antibiotika behandeln.

Dort lauern Zecken am liebsten

Zecken mögen es feucht und schattig und leben am liebsten in einer Höhe bis zu einem Meter. Sie halten sich in Gräsern, niedrigen Büschen und Hecken auf, bis sie von einem geeigneten Wirt mitgenommen werden. Zecken leben nicht nur im Wald und im Feld. Oftmals lauern sie ebenso im heimischen Garten in dichten Blumenbeeten, hohem Gras, Komposthaufen und an Zäunen.

Das macht eine Zecke aus

Zecken sind Spinnentiere und gehören zur Gruppe der Milben. Der in Europa vorwiegend beheimatete Gemeine Holzbock tritt in drei Entwicklungsstadien auf: als Larve, Nymphe und als erwachsenes Tier. Je nach Wirtsangebot und Klima wird der Holzbock zwei bis sechs Jahre alt. Weibchen legen 2000 bis 3000 Eier ab und sterben dann.

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