Zwischenfälle im Dannenröder Forst: Polizei im Einsatz

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Ein Polizeiwagen wurde im Dannenröder Wald mit einem Farbbeutel beworfen. Auch Krähenfüße sollen ausgelegt worden sein.

Bei einem Polizeieinsatz im Dannenröder Wald am heutigen Mittwoch ist es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Einsatzkräften gekommen. Unter anderem sind Polizeifahrzeuge beschädigt worden.

Dannenrod. Am Mittwochmorgen hat die Polizei auf ein Ersuchen des Forstamtes Schweinsberg hin die Arbeiten zur Wiederherstellung der notwendigen Rettungs- und Zufahrtswege im Dannenröder Forst begleitet. Diese wurden zum Teil von Waldbesetzern und Aktivisten verbarrikadiert. Ziel war es, die Wege für eine Brandbekämpfung sowie für andere Rettungseinsätze frei zu räumen. Dabei kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Aktivisten.

Laut Polizei versuchten Personen auf ein Fahrzeug der Forstbetriebe, das auf den erforderlichen Rettungswegen Barrikaden wegräumen sollte, zu klettern. Als ein Tripod aus Holz abgebaut werden sollte, kletterte eine Frau auf diesen Tripod in mehrere Meter Höhe. Aufgrund der Gefahrensituation für die Frau habe die Polizei Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Im Zuge dessen wurde ein Rettungswagen, der vorsorglich verständigt wurde, auf dem Zufahrtsweg in den Wald von Personen behindert. Deshalb landete in der Nähe von Dannenrod ein Polizeihubschrauber. Die Frau wurde unter Widerstand im Laufe des Tages von Einsatzkräften vom Tripod heruntergeholt.

Zudem seien auf den Wegen offenbar gezielt Krähenfüße ausgelegt. Dadurch sei ein Reifen eines Polizeifahrzeugs beschädigt worden. Mehrere Personen wurden in diesem Zusammenhang überprüft. Zwei Personen, gegen die ein Verdacht wegen des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ergab, wurden vorläufig festgenommen. Auch wurden mehrere Personalien von Personen festgestellt. Ein Fahrzeug der Polizei wurde darüber hinaus mit einem Farbbeutel beworfen. Hierzu dauern die Ermittlungen ebenfalls an.

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, kurz DEGES, die vom Land Hessen für die Koordination des geplanten Baus der A49 beauftragt wurde, äußerte sich ebenfalls, um „Spekulation vorzubeugen“. In der Mitteilung heißt es, „dass es sich auch bei den heutigen Sicherungsmaßnahmen nicht um eine Räumung des besetzten Waldes handelt. Die bestehenden Baumhäuser sind nicht betroffen.“ Die eingesetzten Beamten seien vor Ort, um den störungsfreien Verlauf der Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung auf den Forstbetriebswegen sowie den Schutz der Arbeiter und Maschinen zu gewährleisten. „Der Appell an die Waldbesetzer vom vergangenen Montag hatte nicht zu einer wesentlichen Verbesserung geführt. Die freie Zugänglichkeit der Waldwege für etwaige Rettungseinsätze und zur Bekämpfung von Waldbränden muss jedoch – auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Aktivitäten und Personen im Wald – gewährleistet sein. Darüber hinaus ist der Betrieb der Forstwirtschaft auf die Befahrbarkeit der Waldwege angewiesen.“

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