Zwischenruf: Luft zum Atmen

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Eine Lösung könnten Umweltplaketten sein.

Höchste Stickstoffdioxid-Konzentration Hessens? Die ist nicht etwa im riesigen Industriegebiet Frankfurt-Fechenheim. Nein, die ist im Vogelsberg. Genauer gesagt: In der Schellengasse in Alsfeld. Grund zur Sorge. Und: Zeit zu Handeln. Ein Zwischenruf.

Da macht man sich unter den Kollegen Gedanken um einen Filter für den Drucker, um sich den gesundheitsgefährdenden Feinstaub-Partikeln nicht auszusetzen, da schreibt man doch gerade für die neue Ausgabe von ALSFELD AKTUELL über die tolle Vogelsberger Natur, welche mit neuen Denkmälern ausgestattet wird, und just belegt Alsfeld den wenig ehrenwerten Spitzenplatz in der im Februar durchgeführten Stickstoffdioxid-Messung in Hessen – gemessen am Ludwigsplatz. Noch einmal: An keiner anderen gemessenen Stelle in Hessen wurde eine so hohe Konzentration des Dieselabgasgiftes wie an der Schellengasse im rund 15.000 Einwohner großen Alsfeld festgestellt. Vor unserer Redaktionstür sozusagen.Da freut man sich nun gar nicht mehr so sehr, den Arbeitsweg an eben jener Straße zu Fuß bewältigen zu können. Was atmet man da nicht alles ein. Unabhängig davon, dass die Messung nur im Februar stattgefunden hat: Das Ergebnis hat Aussagekraft und verdeutlicht ein Problem, das seit langem bekannt oder zumindest erahnt worden ist.

„Das Thema ist nicht neu”, sagt der Bürgermeister. Recht hat er. Gleichzeitig zeigt es die Hilflosigkeit der Kommune, Lösungen für das Problem zu finden. Wohin sollen denn die rund 1.000 Lkws, die täglich an unseren Ampeln stehen? Rathauschef Stephan Paule bringt eine Umgehungsstraße ins Spiel. Eine gute Lösung – ganz sicher, aber eher mittel- oder sogar langfristig. Doch was passiert bis dahin? Umweltplaketten, Lkw-Verbote? Alles schwer vorstellbar. Fakt ist: Ohne große Unterstützung der Landesministerien wird sich die Luft in Alsfeld nicht verbessern. Kann man hoffen, dass auch das kleine Alsfeld Gehör im großen Wiesbaden findet. Denn so geht’s nicht weiter.

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