Dramatischer Anstieg auf Kinderintensivstationen

Abgefragt wurden Daten von 27 deutschen Kinder-Intensivstationen
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Abgefragt wurden Daten von 27 deutschen Kinder-Intensivstationen

Corona-Studie: Selbsttötungsversuche bei Kindern um 400 Prozent gestiegen

Region. Bis zu 500 Kinder mussten nach Suizidversuchen zwischen März und Ende Mai 2021 bundesweit auf Intensivstationen behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Essener Uniklinik, über die der Leiter der dortigen Kinder-Intensivstation, Professor Christian Dohna-Schwake, exklusiv im Videocast „19 – die Chefvisite“ berichtete. Die Fallzahl sei damit im zweiten Lockdown um rund 400 Prozent im Vergleich mit der Zeit vor Corona gestiegen. Die dramatische Entwicklung, die sich aus Daten von 27 deutschen Kinder-Intensivstationen ergebe, habe ihn „überrascht“.

Keine Aussage seitens der GNH

Ob dort auch Daten aus der Region eingeflossen sind, ist unbekannt. Eine Anfrage bei der Gesundheit Nordhessen (GNH) nach aktuellen Fallzahlen, bzw. ob die Studienergebnisse auch auf Nordhessen zutreffen, wurde uns wie folgt beantwortet: „Wir haben uns aus Gründen der Sensibilität rund um dieses Thema entschieden, dazu keine Stellung zu nehmen“, so Pressesprecherin Dr. Nina McDonagh.

Lockdown und Schulschließungen im Frühjahr letzten Jahres hätten sich „wie Kaugummi hingezogen“, so Dohna-Schwake zu möglichen Ursachen. Das habe vor allem Kinder belastet, die schon zuvor unter Depressionen oder Angststörungen gelitten hätten. Dabei wirkten „soziale Kontakte außerhalb sozialer Medien präventiv“, betonte Dohne-Schwake. Auf Basis der zur internationalen Veröffentlichung eingereichten Studie laute seine Empfehlung daher, die Schulen „solange das irgendwie geht“ offen zu halten. Die Kultusminister der Länder beraten heute, ob der Präsenzunterricht wegen der drohenden Omikron-Welle erneut ausgesetzt werden könnte.

Im Videocast „19 – die Chefvisite“ gibt der Chef der Uniklinik Essen, Professor Jochen A. Werner, zusammen mit Publizist Jens de Buhr und wechselnden Gästen von Montag bis Freitag Orientierung bei den aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de.
Das Medium für die digitale und die Klimatransformation, herausgegeben von der ehemaligen Bundesministerin Brigitte Zypries, erscheint in einer Gesamtauflage von über 280.000 Exemplaren am Kiosk, als Bordexemplar am Flughafen sowie als Supplement in „Handelsblatt“ und „WirtschaftsWoche“. Über das Magazin, die Website dup-magazin.de sowie diverse Newsletter werden rund 1,3 Millionen Leser erreicht.

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