Einblicke ins Leben des Künstlers Forrest Bess: Fridericianum Kassel zeigt abstrakte Werke 

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Mit mehr als 70 Werken ist die Schau im Fridericianum die seit über dreißig Jahren größte europäische Ausstellung über das Schaffen des 1977 verstorbenen Malers Forrest Bess.
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Führt durch die Ausstellung: Fridericianum-Direktor Moritz Wesseler (3.v.re.).
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Mit mehr als 70 Werken ist die Schau im Fridericianum die seit über dreißig Jahren größte europäische Ausstellung über das Schaffen des 1977 verstorbenen Malers Forrest Bess.
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Die Schau stellt das bemerkenswerte und ungewöhnliche Schaffen von Forrest Bess erstmals seit 1989 einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vor.

Kassel. Das Fridericianum zeigt die erste Ausstellung zum Schaffen des US-amerikanischen Malers Forrest Bess in Deutschland seit über30 Jahren.

Die Ausstellung im Fridericianum stellt bis zum 3. Mai das bemerkenswerte und ungewöhnliche Schaffen von Forrest Bess erstmals seit 1989 einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vor. Durch die Präsentation von mehr als 70 Werken aus institutionellen und privaten Sammlungen wird der künstlerische Wandel von konventionelleren, gegenständlichen Formulierungen hin zu den sogenannten „visionären“ Malereien – den biomorphen Abstraktionen – dargestellt, die sein Hauptwerk bilden. Zudem wird durch die Integration ausgewählter Korrespondenzen sowie weiterer archivalischer Quellen die Biografie von Bess behutsam nachgezeichnet und zugleich Hintergrundinformationen zu seinen kunsttheoretischen Ansätzen, dem Umgang mit seiner Homosexualität oder seinen Theorien zum Hermaphroditismus geliefert. Dabei verdeutlicht die Beleuchtung von Leben und Werk, welche nicht zuletzt auch durch zeitgenössische Künstler*innen wie Tomma Abts, James Benning, Robert Gober, Richard Hawkins, Henrik Olesen oder Amy Sillman stark rezipiert wurden, die Relevanz, die Bess für die Gegenwart hat.

Der Maler Forrest Bess, 1911 in Bay City, Texas, geboren und 1977 ebendort verstorben, gilt als herausragende und schwer zu greifende Persönlichkeit der amerikanischen Nachkriegskunst. Sowohl sein Werk als auch seine Lebensführung entsprachen nur bedingt den damaligen Konventionen. So führte Bess ab der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre ein recht isoliertes Leben in der Bucht von Chinquapin bei Bay City, Texas, wo er sich als Fänger und Verkäufer von Fischködern betätigte. In dieser Zeit begann er systematisch, kleinformatige Bilder anzufertigen, anhand derer er seine Visionen festhielt, die er an der Schwelle zwischen Wachzustand und Schlaf erlebte. Diese Arbeiten, die er ab 1951 in einer gewissen Regelmäßigkeit ausstellte, zeigen Symbole, Formen und Räume, die sich nicht eindeutig dechiffrieren lassen und die im Bereich der biomorphen Abstraktionen verortet werden können.

Für Bess manifestierten sich in den Bildwelten unterbewusste Erfahrungen und Erinnerungen der Menschheit. Dementsprechend betrieb er seine Auseinandersetzung mit ihnen wie eine intensive Forschungsarbeit. Er studierte Texte zur Mythologie, Kunstgeschichte, Psychologie und Sexualwissenschaft, die er in unzähligen Niederschriften und Korrespondenzen verarbeitete, ohne die Rätselhaftigkeit seines Schaffens jemals aufzulösen. Dabei gelangte er im Laufe der Zeit zu der Überzeugung, dass er durch die Vereinigung des Männlichen und desWeiblichen Unsterblichkeit erlangen könnte. Während der 1950er-Jahre mündete sein Glaube schließlich in medizinischen Eingriffen an seinen Genitalien, durch die er versuchte, zu einem „Pseudo-Hermaphroditen“ zu werden.

Weitere Infos zur Ausstellung und Öffnungszeiten gibt es hier

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