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10.000 Euro-Spende

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Herbstein-Lanzenhain. Die Annette Hellwig-Stiftung mit Sitz in Bad Homburg steht fr ein breites Spektrum karitativer Untersttzung behinder

Herbstein-Lanzenhain. Die Annette Hellwig-Stiftung mit Sitz in Bad Homburg steht fr ein breites Spektrum karitativer Untersttzung behinderter Menschen. Jetzt kam der Evangelische Kindergarten im Herbsteiner Stadtteil Lanzenhain in den Genuss einer Zuwendung von 10.000 Euro fr die Anschaffung eines Ford Transit-Busses. Herbsteins Brgermeister a. D. Manfred Pfeil, der als Geschftsfhrer der Stiftung in Rixfeld arbeitet, bergab den Spendenscheck an Pfarrer Martin Bandel, der sich zusammen mit Annegret Becker und Corinna Kircher herzlich im Namen der Kirchengemeinde und des Kindergartens fr die Untersttzung bedankte. ber die aktuelle Situation der Einrichtung gab Pfarrer Bandel im Anschluss in einem Interview Auskunft.

Herr Pfarrer Bandel, aus welchen Grnden wurde der Bus fr den Evangelischen Kindergarten Lanzenhain angeschafft? Martin Bandel: Wir standen vor der Situation, dass es zwar einige Eltern gab, die ihre Kinder im Kindergarten Lanzenhain betreuen lassen wollten, die sie aber nicht selbst dorthin bringen konnten. Deshalb haben wir zunchst Angebote von Busunternehmern aus der Region eingeholt, aber die Zeiten, zu denen diese Busse htten fahren knnen, waren nicht mit den Betreuungszeiten in unserem Kindergarten in Einklang zu bringen. Also hat sich der Kirchenvorstand dazu entschlossen, selbst ein Fahrzeug anzuschaffen, um die Befrderung der Herbsteiner Kinder in eigener Regie zu bernehmen.

Kritiker werfen Ihnen vor, dass Sie damit einen Kindergarten-Tourismus betreibenPfarrer Bandel: Nun, wenn mit ,Tourismus der Transport von Kindergartenkindern von einem Ort zu einem anderen gemeint ist, dann wrde ich sagen, dass es den im Vogelsberg doch schon immer gegeben hat und geben wird. Wer keinen ,Kindergarten-Tourismus will, der msste in jedem Dorf des Vogelsberges einen Kindergarten betreiben. Fr mich ist die entscheidende Frage aber die, ob die Kinder mit oder gegen den Willen ihrer Eltern in einen Kindergarten gefahren werden, der nicht im jeweiligen Heimatort liegt. Ich kann daher an einem ,gewollten Kindergarten-Tourismus nichts Negatives sehen, wohl aber an einem ungewollten.

Wie kommt es eigentlich, dass inzwischen so viele Herbsteiner Kinder den Lanzenhainer Kindergarten besuchen? Pfarrer Bandel: Ich gehe davon aus, dass dies das Ergebnis unserer Werbemanahmen ist. Wir haben eigentlich immer die Hoffnung gehabt, dass die pdagogische Arbeit unseres Kindergartens auch ber Lanzenhain hinaus seine Anhnger finden wrde. Deshalb haben wir die im vergangenen November auf einen Flyer verschriftlicht und mit den ,Herbsteiner Nachrichten in der ganzen Grogemeinde Herbstein verteilen lassen. Am 24. November haben wir dann einen ,Tag der offenen Tr organisiert, bei dem sich interessierte Eltern direkt vor Ort ber die Arbeit in unserem Kindergarten informieren konnten. Diese Werbemanahmen scheinen gefruchtet zu haben. So wie ich es wahrgenommen habe, haben dann anschlieend die Eltern untereinander fr den Besuch des Kindergartens in Lanzenhain geworben.

Wie kam der Kontakt zur Annette-Hellwig-Stiftung zustande?Pfarrer Bandel: Als wir im Kirchenvorstand Lanzenhain den Kauf dieses Busses beschlossen haben, sah unser Finanzierungsplan eigentlich keine Fremdmittel vor. Sowohl der Ankauf als auch die Betriebskosten sollten nach diesem Konzept zu 100 Prozent aus Mitteln der Evangelischen Kirchengemeinde Lanzenhain bestritten werden. Ich habe mich dann aber daran erinnert, dass uns die Annette-Hellwig-Stiftung vor Jahren schon einmal finanziell bei der Errichtung eines behindertengerechten Zugangs zur Lanzenhainer Kirche untersttzt hat. Deshalb habe ich noch einmal bei der Stiftung nachgefragt, ob sie uns auch etwas zu dem Kaufpreis des Busses dazu geben wrde. Dass es nun eine so hohe Summe ist, hat mich selbst sehr berrascht und gefreut.

Wie sehen Sie die weitere Zukunft der Kindergartensituation in der Stadt Herbstein? Pfarrer Bandel: Nun, ich bin recht zuversichtlich, dass es zwischen den stdtischen Gremien und den kirchlichen Kindergartenbetreibern zu einer Einigung kommen wird. Der Wunsch der Stadtverordneten nach Einsparungen im Kindergartenhaushalt ist verstndlich und bis zu einem gewissen Punkt auch umsetzbar. Natrlich wird der Betrieb von drei Kindergrten in drei Ortschaften niemals zu denselben finanziellen Konditionen eines zentralen Kindergartens machbar sein. Aber was aus finanzieller Sicht ein Schwachpunkt ist, ist aus struktur- und familienpolitischer Sicht zugleich eine Strke. Durch einen Kindergarten vor Ort gewinnen unsere Drfer ein hheres Ma an Lebensqualitt und bleiben fr junge Familien anziehend. Und so wie in der freien Wirtschaft Konkurrenz das Geschft belebt, so ist das auch im Bereich der Kinderbetreuung. Solange die Eltern die Wahl zwischen verschiedenen Kindergrten haben, ist jede Einrichtung dazu aufgerufen ihr Bestes zu geben, um als eine mglichst attraktive Betreuungseinrichtung von den Eltern wahrgenommen zu werden.

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