27-Jähriger aus Fulda unterstützt Waisenhaus

Abbé Simon Lumbela (rechts) und Ndjibi Brunner mit den Kindern aus dem Waisenhaus „Saint Maurice“.

Fulda. „Kinder, die nicht einmal auf richtigen Matratzen schlafen, das geht doch nicht“, erzählt Christian Lubaki gegenüber „Fulda aktuell“. Der 27-Jährige setzt sich für Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, in der Demokratischen Republik Kongo ein und berichtet, wie es dazu kam.

Christian studiert an der Hochschule in Würzburg Wirtschaftswissenschaften, wohnt aber in Fulda, wo er geboren und aufgewachsen ist. Schon in der Schulzeit setzte er sich gerne für andere ein, war Schulsprecher der Bardoschule Fulda und Mitglied in Fußballvereinen, wie Bronnzell, Lehnerz und Haimbach. „Ich bin ein Fuldaer, aber mein Herz ist bei den Kindern im Kongo. Bei jenen, die nicht so viel haben wie wir. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir uns um solche Dinge wie genug Essen, ein Dach über dem Kopf und Kleidung keine Sorgen machen müssen. Aber für die Kinder dort ist das Leben nicht so einfach“. Also startete der 27-Jährige ein „Herzensprojekt“. Es geht um das Waisenhaus „Saint Maurice“ in Kisantu, eine Stadt im Westen der Demokratischen Republik Kongo. Das Waisenhaus wird von Abbé Simon Lumbela seit 2000 geführt. Aktuell wohnen dort 39 Kinder im Alter von vier bis 20 Jahren.

„Meine Eltern kamen vor über 30 Jahren nach Deutschland“, erzählt der 27-Jährige. „Durch sie habe ich immer einen Bezug zur Demokratischen Republik Kongo gehabt und konnte auch unter anderem durch die Nachrichten immer verfolgen, wie die aktuelle Lage im Land ist.“ Durch Recherchen schloss sich Christian schließlich einer „Facebook“-Gruppe an, in der Projekte zum wohltätigen Zweck diskutiert und thematisiert wurden. So kam er über eine Bekannte auf Ndjibi Brunner aus Dortmund. Sie ist Repräsentantin des Waisenhauses „St. Maurice“ in Deutschland.

„Als ich gesehen habe, wie wenig die Kinder haben, war mir klar – ich muss helfen. Allerdings sind Spendenaufrufe völlig in Verruf gekommen, da man nie weiß, ob das gespendete Geld auch wirklich ankommt. Also wollte ich selbst etwas auf die Beine stellen, um sehen zu können, dass den Kindern tatsächlich damit geholfen wird“, erzählt Christian. „Kinder sterben sehr jung im Kongo. Die schlechte Lage trifft jeden im Land, aber die Schwächsten, und das sind nun mal die Kinder, trifft sie am härtesten. Sie verlieren ihre Eltern durch Milizen, durch Krankheit, durch Armut und landen so auf der Straße und müssen dort ein hartes Leben führen. Also versuche ich, einen Beitrag zu leisten, dass es diesen Kindern besser geht“.

Aktuell wohnen 39 Kinder im Alter von vier bis 20 Jahren in dem Waisenhaus.

So beschließt der Student, sich organisatorisch um das Projekt zu kümmern und arbeitet aktuell an dem Internetauftritt des Waisenhauses. „Da liegt noch viel Arbeit vor mir. Gerade bin ich dabei die ‚Facebook‘ Seite zu gestalten, dann soll noch eine offizielle Homepage und eine ‚Instagram‘-Seite folgen. Ndjibi ist häufiger vor Ort und wird Videobotschaften aufnehmen. So können die Menschen sehen, wie und wo ihre Spenden geholfen haben.“ Wie kann man helfen? Ein Verweis auf ein Spendenkonto gibt es auf der „Facebook“-Seite „waisenhaus/orphelinat st maurice“. „Auch Sachspenden sind sehr gerne gesehen, wie Kleidung, Hygieneartikel oder Spielzeug“, so Christian. Für Sachspenden solle Ndjibi unter der Telefonnummer 01521/0193752 kontaktiert werden. „Und es sollten wirklich keine Winterklamotten gespendet werden. Immerhin sind es sogar derzeit vor Ort 28 Grad“, lacht Christian.

Hinter dem Projekt stehen derzeit vier Leute: Christian, Nbjibi, Christelle Beti aus Wuppertal und Alan Okati aus Erfstadt bei Köln.

„Wir sind sehr froh, dass wir Nbjibi an Bord haben und somit jemanden, der hin und wieder selbst vor Ort ist, sich ein Bild macht und Zeit mit den Kindern verbringen kann. Ich selbst plane nächstes Jahr hinzufliegen. Das ist mir sehr wichtig“, erzählt Christian.

Das ganze Projekt, um die Kinder des Waisenhauses zu unterstützen, sei noch in den „Kinderschuhen“. Allerdings, so sagt der 27-Jährige, freue man sich über jede Unterstützung. „Mir ist wichtig, dass die Menschen sehen und verstehen warum es so wichtig ist, den Kindern zu helfen.“

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