2.500 Tage „Fulda stellt sich quer“

2.500 Tage gegen rechts bei „Fulda stellt sich quer“
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2.500 Tage gegen rechts bei „Fulda stellt sich quer“

Seit 2.500 Tagen – damit Sie nicht lange rechnen müssen: das sind rund sieben Jahre – engagiert sich der Verein „Fulda stellt sich quer“ gegen den Faschismus.

Fulda.  „Foll Antifa“ hieß es bei der Geburtstagsfeier im Bürgerzentrum Ziehers-Süd. Dazu gab es die Erklärungen „Foll“ = mundartliche Ortsbezeichnung für Fulda und „Antifa“ = Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus. „Eine Haltung, die alle Demokraten einnehmen sollten“.

Seit der Gründung des Vereins gab es viele Gelegenheiten, diese Haltung zu zeigen. Gestartet wurde zunächst, um in Fulda Aufmärsche rechter Gruppierungen zu vermeiden. Durch die Mobilisierung von Bürgerinnen und Bürgern konnten die großen Plätze Fuldas mit Gegendemonstranten besetzt und somit den Rechten die große Bühne genommen werden. Während Fukida heute kein Thema mehr ist, weist „Fulda stellt sich quer“ inzwischen 160 Mitglieder auf. Damit sind sie der größte Verein dieser Art in Hessen und genießen auch bundesweit große Aufmerksamkeit.

Andreas Goerke schilderte in seiner Ansprache die Höhen und Tiefen, von Auszeichnungen wie aktuell dem Regine-Hildebrandt-Preis bis zu Gerichtsprozessen mit der AfD, von der Unterstützung durch bedeutende Persönlichkeiten bis zur fehlenden Hilfe seitens der Stadt Fulda z.B. durch Finanzhilfen für Vereinsräume. Ein persönlicher Tiefpunkt war sicherlich die Bedrohung seiner Familie durch die rechtsradikale Szene.

Der Verein hat sich nicht gebeugt und bezieht weiterhin Stellung. Um den Blick der Menschen zu weiten, gab und gibt es zahlreiche Workshops, Vorträge und Konzerte, u.a. mit Esther Bejerano, die bis zu ihrem Tod vor ein paar Wochen als Zeitzeugin für die Grauen des NS Terrorregimes aufgetreten ist und auch mit Fuldaer Schülerinnen und Schülern Gespräche geführt hat.

Das am Samstag rund um das Bürgerzentrum Ziehers-Süd unter Mitwirkung der AWO stattfindende Fest der Kulturen hätte ihr sicherlich auch gefallen. Fast 2.600 Menschen verschiedener Nationen waren gekommen, um gefördert durch das Projekt „Demokratie leben!“ zu feiern. Insbesondere die Kinder hatten ihren Spaß bei einer Bimmelbahnfahrt durch den Stadtteil oder einer Runde auf dem Riesenrad. Musik und Tanz sowie ein Märchenzelt forderten Alt und Jung zum Mitmachen auf, im Innenhof gab es internationale Spezialitäten zum Verspeisen.

Trotz dieses vollen Tagesprogramms war abends noch genug Energie vorhanden, den offiziellen Part des Jubiläums bis in die Nacht hinein zu genießen. Die Moderation hatte Juliane Herchenhein inne. Nach den Ansprachen der Vorsitzenden Cornelia Thiessen-Westerhoff und Andreas Goerke kamen die Gratulanten auf die Bühne. Für die AWO als Partner und quasi Hausherr sprach der Vorsitzende Bernhard Lindner. Für Die Linke kam die Kreisvorsitzende Meryem Eker. Silvia Brünnel, MdL der Grünen, lobte die Zusammenarbeit ebenso wie der Vorsitzende des Ausländerbeirats Abdulkerim Demir. Auf der großen Leinwand gratulierte der SPD Generalsekretär Lars Klingbeil, der eigentlich sogar sein Kommen zugesagt hatte, aber wegen der Koalitionsverhandlungen nun doch in Berlin verbleiben musste. Birgit Kömpel, Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, knüpfte daran an und versprach volle Unterstützung.

Das waren viele lobende Worte und viel Zuspruch für die Zukunft. Alle unterstrichen wie wichtig es ist, dass wir Faschismus und Nationalismus nicht Fuß fassen lassen, und dass ein Verein wie „Fulda stellt sich quer“ dazu einen wesentlichen Beitrag leistet.

Blumensträuße als Zeichen des Dankes wurden vom Verein an Unterstützende vergeben, aber auch Andreas Goerke wurde mit einem Geschenk gedankt, nicht ohne dass auch seine Frau Manuela immer wieder für die Rückenstärkung und Geduld erwähnt wurde.

Danach ging es locker weiter mit der Versteigerung eines Wellness-Hotel-Gutscheins, Speis und Trank vom Büffet und Musik der Microphone Mafia aus Köln sowie DJ Shaggy Schwarz, zu der bis zu später Stunde getanzt wurde. Ein großartiges Fest für einen großartigen Verein.

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