75 Jahre AWO Fulda: Einsatz für menschliche Werte

Bernhard Lindner und Ilona Götz von der „AWO Fulda“ im Garten des „Stadtteiltreffs Südend“ in der Frankfurter Straße.
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Bernhard Lindner und Ilona Götz von der „AWO Fulda“ im Garten des „Stadtteiltreffs Südend“ in der Frankfurter Straße.

Die „AWO Fulda“ feiert das 75-Jährige Bestehen am 3. Juli auf derm Fuldaer Uniplatz und stellt ihre Angebote vor

Fulda. „Wir bedauern sehr, dass wir das 75-jährige Bestehen der ,AWO Fulda‘ wegen der Coronapandemie nicht gebührend feiern können“, sagt Bernhard Lindner, der Fuldaer „AWO“-Kreisvorsitzende. FULDA AKTUELL traf ihn und Ilona Götz, die unter anderem für „Büro aktiv“ bei der „AWO Fulda“ zuständig ist, in der Geschäftsstelle in der Frankfurter Straße 21.

In den vergangenen 75 Jahren waren die drei Leitworte „Sozial. Kompetent. Dynamisch“ bezeichnend für die Arbeit der „AWO“. Erna Hosemann gründete mit einigen Gleichgesinnten im Jahr 1946 den Kreisverband der „Arbeiterwohlfahrt“. Seit dem Kriegsende hat sich zwar die Gesellschaft geändert, die grundsätzliche Aufgabe der „AWO“ ist aber dieselbe geblieben: Für Menschen da sein. In Fulda arbeiten rund 116 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 150 Übungsleiterinnen und -leiter, weitere 40 Honorarkräfte und weitere rund 250 Ehrenamtliche für die „AWO“.

„Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit erschwert, aber jetzt lichtet sich der Nebel langsam“, so Lindner. Die Arbeit in kleinen Gruppen sei wieder möglich. Vor allem die Integrationsarbeit mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern liegt ihm am Herzen: „Wir sprechen die Teilnehmer der bisherigen Kurse an und hoffen, dass wir diese Menschen wieder zurückgewinnen“, sagt der Kreisvorsitzende. „In Fulda besteht ein hoher Bedarf an sozialer Beratung und Betreuung“, fügt Götz hinzu. Die Schuldnerberatung beispielsweise ist seit Beginn der Pandemie stark nachgefragt. „Wir haben rund 60.000 Beratungskontakte pro Jahr“, erzählt Lindner.

Vieles wurde in den vergangenen Monaten online durchgeführt, aber „über den Sommer sollte sich alles wieder normalisieren“, sagt der Vorsitzende. Auch Angebote wie der wieder regelmäßig stattfindende „AWO-Bücherbasar“ und die Fahrradwerkstatt „Lohn Brot“ gehören zu den Angeboten des Kreisverbandes. „In unserer Werkstatt werden jeden Tag viele Räder repariert oder Spenden in Stand gesetzt und zum Verkauf angeboten“, so Lindner. Für viele der Angebote der „AWO“, die hauptsächlich in den 14 Begegnungszentren im Fuldaer Stadtgebiet sowie weiteren sechs im Landkreis Fulda arbeitet die „AWO“ eng mit Stadt und Kreis zusammen. „Wir sind sehr zufrieden damit, dass sich über die Jahre eine gute Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis entwickelt hat.“

Für das 75-jährige Jubiläum haben die Verantwortlichen der „AWO“ ein corona-konformes Programm ausgearbeitet, das zum Teil unter www.awo-fulda.de bereits erlebt werden kann. Doch Arbeit mit Menschen kann kaum ohne Menschen präsentiert werden. Darum werden sich am Samstag, 3. Juli, von 11 bis 16 Uhr einige der „AWO“-Angebote auf dem Fuldaer Uniplatz vorstellen. „Wir wollen unser Leistungsspektrum zeigen“, so Götz. Die „AWO“-Altenzentren werden ebenso dabei sein wie die Altenpflegeschule, „Essen auf Rädern“, die Begegnungszentren der Stadt, das Jugendwerk der „AWO“ und das Repair-Café „L14Zwo“. Die Fahrradwerkstatt „Lohn Brot“ lädt zu einem Fahrrad-Parcours ein und beim Väterprojekt können die Besucher Herzen aus Holz aussägen. „Unser ,Kaufhaus mit Herz‘ wird ebenso dabei sein, und am Glücksrad kann jeder etwas gewinnen“, sagt Götz.

Geocaching-Tour

Zeitgleich findet ein Bühnenprogramm am Uniplatz statt. Tanz und Musik herrschen dort vor. Eine Kinder-Trommelgruppe, eine südamerikanische Tanzgruppe und viele weitere Akteure werden die „AWO“ präsentieren. „Es wird ein buntes Programm“, sagt Götz. Zum Jubiläum wird auch eine Geocaching-Tour durch Fulda angeboten. Bei einem Rundgang mit dem Smartphone durch die Fuldaer Innenstadt kann man sich auf die Jagd nach den zehn Stationen machen, die alle im Zusammenhang mit der „AWO Fulda“ stehen. Dabei gilt es, ein Lösungswort zu erraten und an einem Gewinnspiel teilzunehmen. „Es warten viele attraktive Preise“, sagt Ilona Götz. Weitere Informationen zu der Tour, die zu Fuß rund 90 Minuten, mit dem Rad etwa 60 Minuten dauert, gibt es auf www.awo-fulda.de im Internet.

Der „rote Faden“ der „AWO“ sind die drei Schlagworte sozial, kompetent und dynamisch. „Wir leben diese Begriffe“, sagt Bernhard Lindner. Jeder Mensch, der Hilfe benötigt, kann sich an die „AWO Fulda“ wenden. Dabei spielt es laut Lindner keine Rolle, welche Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung, Alter oder Geschlecht ein Mensch hat. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter nehmen sich der Probleme an und helfen kompetent, wo sie können. „Und wir können dynamisch auf bestimmte Situationen reagieren“, versichert der Vorsitzende. Die Palette der Hilfsangebote der „AWO“ ist breit gefächert. Hinzu kommen alljährliche Veranstaltungen wie Stadtteilfeste, das „Dinner-in-weiß“, das „Märchenfestival“ und die Fahrradbasare.

Nachhaltigkeit wird bei der „AWO Fulda“ ebenfalls großgeschrieben. Angebote hierzu sind unter anderem der Tauschregale und der Leihladen, die Fahrradwerkstatt, die Bücherbasare, das Repair-Café“ oder die „Nähbar“. In der „AWO Fulda“ zeigt sich die Vielfalt in der Arbeit mit Menschen und Kulturen aus anderen Ländern. „Bei uns lernen sich Menschen kennen und finden Unterstützung“, so Götz. Fahrdienste, Chancenpatenschaften und die Kontaktpflege mit modernen Kommunikationsmitteln gehören ebenso zum Angebot. „Wir kämpfen für eine sozial gerechte Gesellschaft und nehmen politisch Einfluss“, bekräftigt Lindner.

Viel über die 75-jährige Geschichte der „AWO Fulda“ kann man auf der Website nachlesen, teilweise auch als Video anschauen. Dort finden sich auch alle Angebote. Live bekommt man am 3. Juli einen Einblick auf dem Uni-platz. Zum Schluss: Probleme wie die Untreue-Affäre wie bei „AWO“-Verbänden in Frankfurt und Wiesbaden gibt es in Fulda nicht: „Die ,AWO Fulda‘ ist immer sauber gewesen und geblieben. Wir haben nach den Vorgängen in Südhessen unsere Überwachungsmechanismen erweitert, damit so etwas bei uns nicht passieren kann“, versichert Bernhard Lindner.

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