Ab Juli: Malerische Werke von Bob Dylan in Fulda

Ein Bild aus den Anfängen der mittlerweile 60 Jahre währenden Karriere: Bob Dylan gemeinsam mit Joan Baez, mit der ihn eine längere Beziehung verband. 
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Ein Bild aus den Anfängen der mittlerweile 60 Jahre währenden Karriere: Bob Dylan gemeinsam mit Joan Baez, mit der ihn eine längere Beziehung verband. 

Die Region Fulda wird ab Juli in den Genuss eines außergewöhnlichen Kunstereignisses kommen, das nicht nur Fans des amerikanischen Singer/Songwriters Bob Dylan begeistern dürfte.

Fulda. Eine Ausstellung in der Kunsthandlung „Bilder Fuchs“ am Abtstor in Fulda mit Werken Dylans. Da trifft es sich gut, dass der wohl einflussreichste Barde der Folk- und Rockgeschichte am 24. Mai seinen 80. Geburtstag feiert.

Immer unterwegs

Der Titel der Ausstellung heißt „On the road“, was auch dahingehend passt, weil der 1941 als Robert Zimmerman Geborene sich seit etwa Mitte der 1990er-Jahre auf seiner „Never Ending Tour“ befindet. Die den rastlosen Musiker, der 2016 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, seinen alten und jungen Fans stetig nahebringt. Auch wenn Dylan es verabscheut, wenn während der Konzerte Fotos gemacht werden und auch sonst eigen ist, wenn es um das Recht auf das eigene Bild geht.

„Bilder Fuchs“ zeigt nun vom 2. Juli bis 4. September eine vielen Menschen möglicherweise immer noch nicht ganz so bekannte Seite des „song-and-dance man“: Rund 60 grafische Arbeiten und zwölf Unikate sowie das aktuell einzige verfügbare Gemälde. Weitere Ausstellungen mit diesen Werken sollen in den darauf folgenden Wochen in Köln, Heilbronn und auf Schloss Hohenstein zu sehen sein.

Zu der Ausstellungsreihe erscheint ein Katalog, der in Zusammenarbeit mit dem Management des Künstlers und letztendlich mit Dylan selbst entsteht, der ein höchst aufmerksames Auge darauf haben dürfte. Auch wenn es (leider) unwahrscheinlich ist, dass er selbst zur Vernissage in Fulda erscheinen wird.

Gespräch über Dylan und seine Werke: Galerist Thomas Stock (rechts) von „Bilder Fuchs“ gemeinsam mit „Fulda aktuell“-Redaktionsleiter Bertram Lenz. 

Darauf verweist im Gespräch mit „Fulda aktuell“ Galerist Thomas Stock, der „richtig stolz“ darauf ist, dass es ihm gelungen sei, diese Ausstellung in die Barockstadt zu holen. „Das ist schon sensationell“, betont der eingefleischte Dylan-Fan und -Kenner.

Traum wird wahr

Dazu beigetragen haben seine guten Kontakte und Verhandlungsgeschick, die es ermöglicht haben, dass ein lang gehegter Traum Wirklichkeit wird.

Dylan hatte bereits in den späten 60er Jahren bei Norman Raeben im Dachgeschoss der „Carnegie Hall“ Zeichenunterricht genommen, wie unter anderem aus seiner Autobiografie „Chronicles Volume I“ hervorgeht. Schon damals entstanden Selbstporträts, Plattencover und Alltagszeichnungen.

Die Vernissage findet am 1. Juli statt, wobei die Laudatio Dr. Ingrid Mössinger halten wird, ehemalige Direktorin der „Kunstsammlungen Chemnitz“. Dort hatte es 2007 die weltweit erste Ausstellung von Dylan-Bildern gegeben. Speziell für „The Drawn Blank Series“ hatte Dylan über 200 mehrfarbige, auffallend intensive Variationen von Motiven aus Zeichnungen und Skizzen geschaffen, die zwischen 1989 und 1992 entstanden und außerdem 1994 unter dem Titel „Drawn Blank“ bei „Random House“ als Buch erschienen waren.

Gefragt, warum diese Ausstellung gerade in Chemnitz gezeigt wurde, hatte Mössinger erklärt: „Ich habe das Buch mit Bob Dylans Zeichnungen in der Ausstellung ‚Bob Dylan‘s American Journey, 1956-1966‘ in The Morgan Library and Museum in New York gesehen. Daraufhin habe ich mir sofort ein Exemplar gekauft und mich nach den Originalen erkundigt.“

Und Dylan selbst sagt: „Das Interesse von Ingrid Mössinger hat mich fasziniert und den Anstoß dafür gegeben, das umzusetzen, was ich mit diesen Zeichnungen vor Jahren machen wollte.“ Und weiter: „Ich weiß nicht, ob ich ohne dieses Interesse je an den Bildern weitergearbeitet hätte.“

Musikalisch umrahmen wird die Ausstellungseröffnung am Abend des 1. Juli in der Fuldaer Galerie „Bilder Fuchs“ die „Song and Danceman-Band“ um Hermann Diel. Zudem soll es unter anderem einen Vortrag von Dr. Mathias Schmidt geben. Außerdem wird an diesem Abend den Gästen Dylans eigene Whiskymarke „Heaven‘s Door“ präsentiert.

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