Abend der großen Stimmen: Opernklänge bei der Italienischen Nacht bei Bad Hersfelder Festspielen

Impressionen der "Italienischen Nacht" in der Bad Hersfelder Stiftsruine.
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Impressionen der "Italienischen Nacht" in der Bad Hersfelder Stiftsruine.
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Impressionen der "Italienischen Nacht" in der Bad Hersfelder Stiftsruine.

Drei Solisten, ein großer Chor und ein noch größeres Orchester luden zur "Italienischen Nacht" mit Opernmelodien unter der Leitung von Ulrich Manfred Metzger (Dirigent) und Christian Schuller (Inszenierung).

Bad Hersfeld - Eine laue Sommernacht mit italienischem Flair durften die Zuschauer am gestrigen Abend in der Bad Hersfelder Stiftsruine erleben. Das Opernprogramm, das Dirigent Ulrich Manfred Metzger ausgesucht und um das Regisseur Christian Schuller eine sommerliche Opernphantasie gebastelt hatte, war lebendig und auf künstlerisch äußerst hohem Niveau.

Opernklänge in der Stiftsruine - die waren einige Jahre nicht zu hören. Wie man dem langen Schussapplaus entnehmen konnte, hat Bad Hersfeld noch ein Opern liebendes Publikum. Besonders brillierte das Solisten-Trio mit Nadja Stefanoff (Sopran), Zurab Zurabishvili (Tenor) und dem Bariton Kwang-keun Lee, der nur wenige Tage vor der ersten Aufführung für einen erkrankten Kollegen eingesprungen war.

Die bunte Opernreise folgte auf den Spuren der italienischen Meister Mustern, denen fast jede Oper folgt: Liebe, Eifersucht, Rache und Tod. Letzterer hatte allerdings in der Stiftsruine seinen Schrecken verloren, denn Schullers Idee war es, den für viele Protagonisten tödlich endenden Musikdramen ein glückliches Ende zu geben.

Ausschnitte aus zehn Musikdramen

Zehn Opern waren es, aus denen Ausschnitte zu einem neuen Ganzen zusammengefügt worden waren. Und erstaunlicherweise auch eine stringente Handlung ergaben. Das war dem Regisseur zu verdanken, der die großartige Corinna Pohlmann als Conférencier eingeführt hatte. Diese nahm das Publikum sozusagen an die Hand und leitete es durch die Klippen von "Othello", "Die Macht des Schicksals", "Norma", "Maria Stuarda", "Don Carlos", "Manon Lescaut", "Il Trovatore", "Tosca", "Nabucco" und "La Traviata".

Neben einigen der schönsten Opernchöre Verdis, unter anderem dem "Va pensiero" aus "Nabucco", dem "Coro di Zingari" aus "Il Trovatore" oder der großen Autodafé-Szene aus "Don Carlos" standen Arien, Duette und Terzette, die das Herz berührten. Darunter die schönste Tenorarie der Operngeschichte (oder zumindest von Giacomo Puccini): "E lucevan le stelle", hervorragend gesungen von Zurabishvili.

Der "Hessische Konzert- und Festspielchor" präsentierte sich bei der "Italienischen Nacht" als homogener Klangkörper, der die Stimmungen übertrug und vor allem beim mitten im Publikum gesungenen "Gefangenenchor " aus "Nabucco" sein Können bewies. Gänsehautmomente bescherte auch das gewaltige "Te Deum" für Bariton und Chor aus "Tosca".

Pohlmann führte gekonnt durch das Programm und hielt die Fäden zusammen. Dass die stets umworbene Sopranistin zwischenzeitlich Leonora, Tosca, Norma oder Violetta hieß, fiel kaum ins Gewicht. Die Musik zählte, und die war berauschend. Ulrich Manfred Metzger leitete das große Orchester "Virtuosi Brunenses" durch die anspruchsvollen Partituren und hielt Solisten, Chor und Orchester zusammen. Von filigranem Klang bei "Casta Diva" von Stefanoff bis zu gewaltigem Instrumentendonner bei "Don Carlos" reichte das Spektrum des tschechischen Klangkörpers.

Insgesamt hatten Schuller und Metzger es geschafft, das grundsätzlich ernste Sujet "Oper" in ein unterhaltsames Gewand zu kleiden, das alle Anforderungen erfüllte, die ein Opernabend haben muss. Langer, begeisterter Beifall und - leider unerfüllte - Rufe nach einer Zugabe beendeten nach rund zweieinhalb Stunden die "Italienische Nacht".

Am heutigen Mittwochabend, 2. August, wird das Programm ein zweites Mal aufgeführt. Beginn ist um 20 Uhr. Restkarten gibt es unter der Telefonnummer 06621/640200, per E-Mail an ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de  oder unter www.bad-hersfelder-festspiele.de .

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