Abgesang aufs Paradies: Kleingartenanlage Waidesgrund weicht Bauprojekten

Mit der Kleingartenanlage im Waidesgrund ist Anfang Januar Schluss.
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Mit der Kleingartenanlage im Waidesgrund ist Anfang Januar Schluss.
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Mit der Kleingartenanlage im Waidesgrund ist Anfang Januar Schluss.

In der Kleingartenanlage Waidesgrund gehen die Lichter aus: Die letzten Pächter räumen ihre Parzellen, darunter Renate und Heiner Müller, die hier 38 Jahre ihren Kleingarten bewirtschafteten.

Fulda - Die Ära „Kleingartenverein Waidesgrund“ geht zu Ende. 87 Jahre lang war das Gelände an der Waides den Kleingärtnern vorbehalten. Doch aufgrund von städteplanerischen und städtebaulichen Überlegungen muss das rund 46.000 Quadratmeter große Gelände am Rande der Fuldaer Innenstadt nun weichen. Renate und Heiner Müller hatten 38 Jahre einen Schrebergarten im Waidesgrund. „Das war wie eine zweite Heimat, ein Zuhause für uns“, sagt Renate Müller. Ihr Mann Heiner war elf Jahre lang im Vorstand des Kleingartenvereins. „Wir alle wurden gerecht finanziell entschädigt“, sagt sie. Gutachter einer externen Firma hatten im städtischen Auftrag jeden Garten überprüft. Anhand dessen wurde die Höhe der Entschädigung berechnet. „Da wurde wirklich jedes Blümchen gezählt“, sagt Renate Müller. Wer nur Gras in seinem Garten gehabt habe, hätte weniger bekommen als diejenigen, die den Garten tatsächlich bewirtschafteten.

An der Maberzeller Straße soll ein Gelände mit neuen Kleingärten entstehen, die als Ersatz von der Stadt Fulda zur Verfügung gestellt werden. „In den Straußwiesen entsteht der neue Waidesgrund“, formuliert es Heiner Müller.

"Fast jeden Tag im Garten"

„Wir waren fast jeden Tag in unserem Garten. Das Gartenhaus hat mein Vater selbst gemauert“, sagt Renate Müller. Die beiden Kinder der Familie feierten ihr Abitur im Waidesgrund und im Winter nutzten die Müllers ihr mit Gas beheiztes Gartenhaus, um im Warmen zu sitzen und draußen auf den Schnee zu schauen.

Ihren Garten hat die Familie mit Buchsbaumhecken wie einen kleinen Schlossgarten gestaltet. „Das ist schon unser zweiter Garten hier“, erinnert sich Heiner Müller. Im Zuge der „Landesgartenschau“ im Jahr 1992 musste die Familie den ersten Garten im Waidesgrund opfern, um einem Zugangsweg zum „Landesgartenschau“-Gelände Platz zu machen. Doch auch in den neuen Garten haben Renate und Heiner viel Arbeit gesteckt. „Jetzt sind wir gesundheitlich und vom Alter her auch nicht mehr so fit, dass wir den Kleingarten weiter pflegen könnten“, sagt Renate Müller. „Wir hätten ihn sowieso demnächst abgegeben.“

Auf der heimischen Terrasse möchten die Müllers aber weiterhin ein paar Blumen pflanzen und pflegen. „So ganz ohne Pflanzen und Natur– das geht auch nicht“, sagen beide.

Am Dienstag kommender Woche ist Schlüsselübergabe in den Waidesgrund-Kleingärten. „Im Januar sollen die Bagger anrollen, die hier alles platt machen“, sagt Heiner Müller. „Dann werden hier Sozialwohnungen entstehen. Das ist etwas Gutes“, fügt Renate Müller hinzu.

Stadt-Planungen Stadtbaurat Daniel Schreiner zum Thema Waidesgrund

Zur „Waidesgrund“-Thematik stellte die Redaktion von „Fulda aktuell“ einige Fragen an Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner.

Fulda aktuell: Wie weit sind die Planungen für die Bebauung der Kleingarten-Anlage im Waidesgrund gediehen?

Daniel Schreiner: Nach Durchführung des städtebaulichen Ideenwettbewerbs wurden die Planungen für die Entwicklung der „Kleingartenanlage Waidesgrund“ sowie notwendige Abstimmungen durchgeführt. Derzeit wird der städtebauliche Entwurf überarbeitet und ein Bebauungsplan-Entwurf erstellt, der anschließend in das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren gehen wird.

FA: Wann sollen die noch bestehenden Kleingärten abgerissen und mit dem Bau neuer Gebäude und Kongressflächen begonnen werden?

Schreiner: Der Abriss der Kleingärten erfolgt nach Räumung der Anlage voraussichtlich im Winter 2018/2019. Mit dem Bau der neuen Gebäude und Kongressflächen kann nach Vorliegen der rechtlichen Grundlagen (Bebauungsplan) begonnen werden.

FA: Sind Parkhäuser oder Tiefgaragen geplant?

Schreiner: Gemäß städtebaulichem Entwurf sind für den Bereich der Wohnbebauung Tiefgaragen vorgesehen.

FA:  Wie lange sind die Bauarbeiten kalkuliert, bis das Areal fertiggestellt sein soll?

Schreiner: Hierzu kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden, da viele Faktoren Einfluss auf die Bauzeiten nehmen können (zum Beispiel rechtliche Voraussetzungen, Witterung).

FA: Hat die Stadt Fulda mit den Kleingärtnern Vereinbarungen geschlossen und zum Beispiel andere Plätze angeboten oder Entschädigungen gezahlt?

Schreiner: Gemäß Bundeskleingartengesetz (BKleinG) haben die Pächter Anspruch auf eine angemessene Entschädigung. Die Höhe der Entschädigung wurde durch einen unabhängigen Gutachter ermittelt und wird nach Beendigung des Pachtverhältnisses und Räumung des Kleingartens ausgezahlt. Für die Pächter, welche weiterhin einen Kleingarten pachten wollen, wird Ersatzland an der Maberzeller Straße bereitgestellt. Die dortige Fläche wurde mit dem Vorstand des „Kleingartenvereins Waidesgrund“ abgestimmt.

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