Abschiedskommentar von Redakteurin Antonia Schmidt: Macht's gut!

Nach vier Jahren wechselt Redakteurin Antonia Schmidt den Arbeitgeber. Sie schreibt ein letztes Mal über ihre Zeit in unserer Redaktion.

Draußen ist es kalt geworden, 2019 neigt sich langsam dem Ende zu. Es ist Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Doch dieses Mal schaue ich nicht nur auf das zu Ende gehende Jahr zurück, sondern auf vier Jahre „Fulda aktuell“. Für mich heißt es heute nämlich Abschied nehmen.

Als ich vor vier Jahren die Anzeige „Volontär/in gesucht“ in „Fulda aktuell“ gelesen habe, hätte ich mir niemals vorstellen können, dass diese mein ganzes Leben auf den Kopf stellen würde. Viele Jahre hatte mich der Traum, Journalistin zu werden, begleitet. Eine Stimme zu haben, die gehört würde und etwas bewegen könnte. „Fulda aktuell“ in Gestalt von Verlagsleiter Michael Schwabe gab mir die Chance, diesen Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal auf diesem Platz sitzen werde, den ich nun verlasse. Es ist ein Traum, der jetzt zu Ende geht. Was ich mitnehme sind großartige Erinnerungen, Erzählstoff bis ins hohe Alter und einen unglaublich wertvollen Schatz an Erfahrungen. Diese Wochenzeitung und ihre Menschen haben mich geprägt. Viele Geschichten haben mich bewegt und ich bin dankbar für die Offenheit und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde.

Die Geschichte des kleinen Luis hat mich zum Beispiel tief berührt. Ein kleiner Junge, der trotz Behinderung am Leben teilnimmt, eine Familie, die alles dafür tut, dass es dem Kleinen gut geht und dann unsere tollen Leser, die mit Spenden dazu beigetragen haben, das Leben des kleinen Kämpfers etwas einfacher zu machen – es ist ein tolles Gefühl Teil, dieser Geschichte gewesen zu sein. Vier Jahre als Lokaljournalist haben mich geprägt. Natürlich gab es nicht immer nur gute Zeiten.

Der Job endet nicht an der Bürotür, man zeigt sein Gesicht in der Zeitung, gibt seine Meinung preis und fordert damit auch den ein oder anderen Menschen auf seinen Missmut über diese Kommentare mitzuteilen. Gerade die Anhänger und Sympathisanten der rechten Szene konnten mit meinen Ausführungen so gar nichts anfangen. Böse Leserbriefe oder Beschimpfungen in der Öffentlichkeit gehören zu diesem Job, welche ich eher als Bestätigung meiner Sichtweisen sah. Die Pressefreiheit ist eines der höchsten Güter unserer Demokratie. Ich hoffe, dass sie auch weiterhin Bestand haben wird. Auch wenn ich mit Besorgnis die Entwicklungen in unserem Land wahrnehme.

Meine liebsten Leserbriefe habe ich auf Kommentare mit dem Thema Flüchtlinge erhalten. Und nein, ich bin nicht links, sondern einfach nur menschlich. Ich hatte einen treuen Leserbriefschreiber, der mir immer wieder ein Gespräch mit einem Bundespolizisten anbot und mir immer wieder vorgeworfen hatte, dass ich nicht richtig informiert sei. Um der armen Seele endlich Ruhe zu geben, möchte ich noch ein privates „Geheimnis“ los werden. Die Arbeitsbedingungen der Bundespolizei sind mir durch meine Beziehung zu einem Bundespolizist durchaus bewusst.

Denn egal, welches Thema gerade anstand, mir war eine ordentliche Recherche immer wichtig. Selbst erleben und darüber schreiben, das war mein Anspruch – den ich bis heute vertrete. Denn, und das wissen diejenigen, die mich persönlich kennen, verbiegen kann ich mich nicht. Gestützt wurde mein Handeln immer von meinen Kollegen, im besonderen Maße von meinen Redaktionskollegen Bertram Lenz und Christopher Göbel, die mich nicht nur ausgebildet, sondern auch zu mehr ermutigt haben. Dafür kann ich nur Danke sagen.

Auch die vielen Leserbriefe von Ihnen haben mich immer wieder erfreut oder auch nachdenklich gemacht. Aus manchen sind sogar neue Geschichten entstanden, denn „Fulda aktuell“ steht für die Sorgen und Nöte der Menschen aus der Region ein. Ich bin dankbar, Teil dieser Zeitung gewesen zu sein. Dankbar für meinen Chef, der mir die Chance gegeben hat, mich zu dem zu entwickeln, was ich heute bin.

Dankbar für die tollen Kollegen, die diese wunderbare Reise mit mir gemeinsam gegangen sind. Jetzt ist es Zeit für mich weiterzuziehen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, alles Gute. Danke, dass wir (ich) einen Platz in Ihrem Leben haben. Und vielleicht auf ein Wiedersehen, denn man sieht sich ja immer zwei Mal im Leben. Machen Sie´s gut!

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