Acht Fragen an Brand und Kömpel: MdBs Brand (CDU) und Kömpel (SPD) im letzten Interview vor der Bundestagswahl

Morgen ist Bundestagswahl Fulda aktuell hat die beiden Direktkandidaten der CDU und SPD interviewt.

Fulda - Acht Fragen stellte die Redaktion von „Fulda aktuell“ an die beiden Bundestags-Direktkandidaten von CDU und SPD, Michael Brand und Birgit Kömpel. Hier lesen Sie die Antworten.

 

Fulda aktuell: Charakterisieren Sie sich bitte selbst mit fünf Attributen.

Michael Brand: Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Haltung. Echt und offen. Das steht auf meinem Wahlplakat – das hat keine Werbe-Agentur erfunden, das haben Freunde über mich gesagt. Und die sollten es wissen.

Birgit Kömpel: Aufgeschlossen, pragmatisch, unkompliziert, belastbar, ehrlich.

FA: Was bedeutet Ihnen Ihre osthessische Heimat?

Brand: So ziemlich alles: Hier sind meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde. Als Lokalpatriot hänge ich mich für meine Heimat in Berlin rein, mit Wucht und Freude. Heimat ist für mich ein Glücksgefühl.

Kömpel: Hier bin ich aufgewachsen, und hier leben meine Familie und meine Freunde, die mich erden. Die Osthessen kümmern sich noch umeinander und helfen sich gegenseitig. Hier lebt man – anders als in großen Städten – miteinander statt nebeneinander.


FA: Was bedeutet Ihnen Ihre Tätigkeit als Abgeordneter bzw. Abegeordnete?

Brand: Sich eine eigene Meinung zu leisten – das war und bleibt mir wichtig. Das Direktmandat gibt mir Unabhängigkeit, wenn nötig, auch gegen den Strom zu schwimmen, etwa gegen die Grundgesetzänderungen beim Euro-Mechanismus oder gegen die Privatisierung der Flugsicherung. Themen wie Familie, Mittelstand, Schutz des Lebens am Anfang und am Ende, das „C“ in der Politik, das alles ist mir wichtig. Das Mandat ist mein Traumjob. Unsere Heimat steht im Mittelpunkt, die Anliegen und Nöte des Einzelnen.

Kömpel: Alles, was ich in Berlin mit entscheide, wirkt sich auf mein Bundesland, meinen Landkreis, meine Gemeinde und auch mein Dorf aus. Deshalb sollten alle Abgeordneten erst einmal in der Kommunalpolitik Erfahrung sammeln, bevor sie in den Bundestag einziehen. Ich bin Botschafterin für meinen Wahlkreis und sorge dafür, dass möglichst viel Geld vom Bund in meine Heimat fließt. Deshalb habe ich mich auch für zwei – für den Wahlkreis wichtige – Ausschüsse entschieden (Verkehr und digitale Infrastruktur und Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Das hat unter anderem dazu geführt, dass wir zum Beispiel die Förderung des Breitbandausbaus, die Unterstützung des Standortes der Bundespolizei in Hünfeld, die Förderung von zahlreichen sozialen Projekten bekommen und den Ausbau der Bahnstrecke Fulda-Frankfurt gesichert haben.

FA: Wer hat Sie zu Beginn Ihrer politischen Karriere am meisten beeinflusst/geprägt?

Brand: Persönlich mein Elternhaus. Politisch der Bosnien-Krieg. Das Versagen Europas hat mich wütend gemacht. Mit Anfang 20 bin ich nach Sarajevo gegangen, habe beim Aufbau einer Menschenrechtsorganisation geholfen. Wir haben uns um Opfer gekümmert, besonders um die Frauen aus Srebrenica – das größte Massaker nach dem 2. Weltkrieg. Vertreibung, Vergewaltigung und Mord hat dort jede Familie getroffen. Wir haben außerdem Zeugenaussagen gesichert, die heute vom Kriegsverbrechertribunal gegen Täter genutzt werden. Während des Kosovo-Krieg habe ich von dort für verschiedene Zeitungen berichtet. Das prägt. Bis heute kümmere ich mich um diese Themen.

Kömpel: Rudolf Breithecker, der ehemalige Bürgermeister meiner Heimatgemeinde Eichenzell. Er hat mir gezeigt, dass erfolgreiche Politik von pragmatischem Handeln und nicht durch Ideologie geprägt sein muss.

FA: Warum sollten sich Heranwachsende heute politisch engagieren?

Brand: Nur so kann etwas zum Besseren verändert werden. Gerade in diesen turbulenten Zeiten kommt es auf Haltung und eigenes Engagement an.

Kömpel: Weil die Politik heute für das Morgen, also für die Zukunft der Heranwachsenden entscheidet. Unsere jungen Menschen sollten sich einmischen und selbst über ihre Zukunft entscheiden und dies nicht anderen überlassen.

FA: Der Bundestagswahlkampf steuert am Sonntag seinem Höhepunkt entgegen. Wie haben Sie die vergangenen Wochen erlebt?

Brand: Die Stimmung ist gut, aber bei einer Wahl entscheiden Stimmen – keiner sollte sich täuschen, nichts ist entschieden! Brexit und Trump haben gezeigt, dass die klugen Meinungsforscher ziemlich daneben lagen. Allen Unentschlossen möchte ich sagen: Bei aller Kritik – wir haben in Deutschland Stabilität gehalten. Wir stehen insgesamt gut da. Noch nie hing so viel von den Deutschen ab, ob wir wollen oder nicht. Es ist keine Zeit für Spielchen, keine Experimente.

Kömpel: Ich war in den letzten Wochen sehr viel unterwegs in meinem Wahlkreis. Meine Sommertour mache ich übrigens auch außerhalb von Wahljahren. Ich nehme die Stimmung an Wahlkampfständen und im Gespräch mit Bürger/innen viel positiver wahr als es die momentanen Umfragewerte für die SPD hergeben. Negativ ist mir allerdings aufgefallen, dass viele Wahlplakate zerstört, beschmiert oder einfach entfernt wurden. Auch die Sprache in den sozialen Medien ist viel roher geworden.

FA: Wo haben Sie in den vergangenen Tagen Zeit und Muße gefunden, sich zu entspannen?

Brand: In den kurzen Momenten mit meinen vier Frauen – unseren drei Töchtern und meiner wirklich besseren Hälfte. Familie ist das größte Glück.

Kömpel: Es waren nur wenige Stunden, aber die habe ich zuhause mit meiner Familie oder mit einem guten Buch genutzt.

FA: Wie wird der morgige Wahltag bei Ihnen ablaufen?

Brand: In der Früh werde ich mit Freunden vor Bäckereien für die Stimmabgabe werben, mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Dann geht’s in den Gottesdienst – meine Großcousine wird als Vikarin in Lauterbach verabschiedet, gegen 12 Uhr ins Wahllokal, am Nachmittag bin ich beim Viehabtrieb in Simmershausen und nach 18 Uhr werde ich mich auf den Weg ins Landratsamt machen, um gemeinsam mit Bernd Woide dem Ergebnis entgegen zu fiebern.

Kömpel: Wahrscheinlich werde ich mit meiner Familie – je nach Wetterlage – zum Gottesdienst auf den Maria Ehrenberg gehen. Nach einem gemütlichen Mittagessen möchte ich mittags etwas ausspannen, denn ab 18 Uhr geht es dann ins Kreishaus. Abschließend werde ich mit meinen Parteifreunden gemütlich zusammen sitzen und hoffentlich meinen Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag feiern.

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