Glänzender Chrom: ADAC Deutschland Klassik lässt Gesichter strahlen

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Elisabeth Roth mit Ehemann Wilfried im „Ford“ von 1911 zeigt mit einer Kelle die Fahrtrichtung an.  

Bei herrlichem Sonnenschein beginnt die Oldtimerausfahrt auf der Pauluspromenade in Fulda.

Fulda - Mit einer Bewertung der glänzend herausgeputzten Fahrzeuge beginnt die „ADAC Deutschland Klassik“-Tour auf der Pauluspromenade in Fulda mit vielen Zuschauern und gut gelaunten Fahrzeugbesitzern. Sie geben gerne Auskunft über die Geschichte ihrer allesamt sehr gepflegten „Schätzchen“. Sofort ins Auge sticht dabei der „Ford Model T Tourabout“ aus dem Jahr 1911 des Ehepaars Wilfried und Elisabeth Roth. Der Kauf des Oldtimers vor elf Jahren war nicht einfach. Das Ehepaar berichtet von einem zähen Ringen mit dem holländischen Verkäufer. Der „Ford“ kommt mit 20 PS daher und hat Holzspeichenräder. Bremsen gibt es bei dem Fahrzeug nur hinten, sodass es im dichten Verkehr knifflig werden kann, rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Bis 1917 musste „Ford“ noch ohne Fließband auskommen, umso wertvoller erscheint das an eine Kutsche erinnernde Auto, in dem Gattin Roth per Kelle die Blinker ersetzt. Staunende Blicke, gerade von der Männerwelt, zieht der „Jaguar E-Type Series 3 V12 OTS“ des Ehepaares Gerhard und Brigitte Strauch auf sich. Dichtes Gedränge herrscht, als Strauch die Motorhaube öffnet und die Umstehenden einen Blick auf den 250 PS starken Motor werfen können. Schon immer war Strauch ein großer Fan genau dieses Autos und genau dieses Modells. Jahrelang dauerte die Suche, bis er endlich vor 16 Jahren das Fahrzeug sein eigen nennen konnte.

Kindheitstraum erfüllt

„Mein Mann hatte als Kind ein Spielzeugauto von diesem Modell. Als er älter war, habe ich ihn sehr unterstützt, dass er diese Auto einmal in wahrer Größe besitzen kann“, verrät Brigitte Strauch mit einem Lächeln. Sie genießt vor allem, dass bei der „ADAC Klassik“ die Strecke sehr gut ausgeschildert ist, reizvolle Strecken zu erleben sind und überhaupt der Service einer sofortigen Hilfe geboten wird, sollte einer der Oldtimer einmal ein Problem haben. Unter die Autofahrer hat sich auch ein Fahrradfahrer gemischt: genauer gesagt, der Fahrer eines Hochrads – Hans Rügner aus Frankfurt ist dabei ein Profi seines Fachs. Er ist siebenfacher Deutscher und zweifacher Hochradweltmeister. Dabei fährt er auch mal 160 Kilometer am Stück und hat mit seinen Vollgummireifen selbst auf dem Fuldaer Pflaster keine Probleme. Fachsimpeleien am Rande der Vorstellungsstrecke lassen erkennen, dass auch die Zuschauer mit Feuereifer bei der Sache sind. Dort sieht man Großeltern mit ihren Enkeln, die erklären, wie sie damals, als sie noch jung waren, einmal eines dieser Autos besessen haben. Und in diesem Modell ihre damalige Freundin zum Kino abgeholt haben, bis es aus Altersschwäche gegen ein neueres, „schöneres“ Auto ausgetauscht wurde. Oder die junge Frau, die lachend ihrem Freund sagt, dass sie wohl noch sehr lange sparen müsse, um sich einmal den Traum von einem gepflegten Oldtimer leisten zu können. Für einige Autobesitzer ist es wie eine Therapie, gemütlich, die Sorgen vergessend, mit dem chromblitzenden „Schätzchen“ die Landschaft und die bewundernden Blicke zu genießen, für die Zuschauer bleibt zumindest das Schwelgen in Erinnerung beim Anblick der schönen Fahrzeuge. In manchen Augen sieht man den Wunsch, einmal selber einen schnaufenden Oldie zu besitzen.

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