Advent, Advent: Und wieder ist alles anders

Christopher Göbel
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Christopher Göbel

Klartext-Gedanken zur aktuellen Situation von Redakteur Christopher Göbel

Eigentlich ist nun, nach den traurigen Tagen des Novembers, die Zeit, in der die ersten Weihanchtsgefühle aufkommen. Häuser und Wohnungen werden festlich geschmückt und es werden Plätzchen gebacken. Ich fürchte aber, dass diese beiden Tätigkeiten erst einmal das einzige sein werden, was wir ungehindert wie immer tun können. Bei Redaktionsschluss gab es noch keine klaren Vorgaben von unserer geschäftsführenden oder der designierten Regierung, was wir an Weihnachten dürfen –und vor allem, was wir aufgrund der Pandemie eben leider nicht dürfen.

Ich hoffe darauf, dass wir wenigstens mit unseren Familien gemeinsam den Heiligabend verbringen können. Dass wir unbeschwert über Weihnachtsmärkte flanieren können, halte ich indes für eher unwahrscheinlich. Die Pandemielage und die inzwischen überfüllten Intensivstationen lassen es eigentlich nicht zu, dass Menschenmassen sich an Glühweinständen drängen oder unbeschwert zwischen Weihnachtsmarktbuden umherspazieren. Und das am besten noch ohne Maske und Abstand – denn man ist ja im Freien.

Ich weiß, dass es sehr schwer sein wird, 3G- oder 2G-Regelungen auf den vor allem wegen der Pandemie weit auseinander gezogenen Buden durchsetzen zu können. Eigentlich ist es unmöglich. Glüchwein nur für Geimpfte –wie es auf dem Nürnberge Christkindlesmarkt geplant ist? Wer soll das auf welche Art kontrollieren? So etwas wäre den Standbetreibern nicht zuzumuten. Und selbst wenn: Hat jemand im Gedränge um Punsch und Glühwein wirklich die Zeit. Impfzertifikate zu kontrollieren und mit Ausweisen abzugleichen? Und kann nicht ein Ungeimpfter einen Geimpften zum Glühwein holen schicken, sich dann aber vor der Bude mit seinem Glas dazustellen? Man sieht: Eine wirkliche Kontrolle von Corona-Maßnahmen ist dabei kaum umsetzbar.

Was also tun? Man kann den Weihnachtsmärkten fernbleiben, wenn einem das Risiko einer Infektion zu hoch ist. Aber wird das die Ausbreitung der Pandemie zum Stillstand bringen? Ich fürchte, nein.

Eigentlich kann man nur an die Vernunft der Menschen appellieren. Sollte einem selbst nicht die eigene Gesundheit und die der älteren Generationen wichtiger sein als das kurze Vergnügen bei Glühwein und Bratwurst? Entscheiden muss das jeder für sich selbst. Wir leben momentan in einer Zeit, in der jeder selbst dafür verantwortlich ist, was er tut und was er lässt. Für mich habe ich entschieden: In der Pandemie lasse ich einiges lieber sein – auch wenn es mir teilweise schwerfällt.

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