Ärzte, Einkaufen und Wohnen in der ehemaligen Klostergärtnerei Hünfeld

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Bauausschuss gibt grünes Licht für städtebauliches Entwicklungskonzept / Kloster als Investor

Hünfeld - Ein Dreiklang aus Einkaufen, Wohnen und medizinischer Versorgung soll auf dem freien Grundstück der ehemaligen Klostergärtnerei entstehen. Diese Pläne stellte der Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung vor. Für das Vorhaben gaben alle Fraktionen grünes Licht.

Der Magistrat soll durch die Stadtverordnetenversammlung nun beauftragt werden, eine Standortuntersuchung für die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel an diesem Standort zu beauftragen. Er sei in den zurückliegenden Monaten durch die Beschäftigung mit diesem Vorhabens zu der Erkenntnis gelangt, dass Hünfeld angesichts des Einwohnerzuwachses zusätzliche Kapazitäten im Lebensmitteleinzelhandel gut gebrauchen könne. Ebenso wichtig ist aus Sicht des Bürgermeisters, wie er vor dem Ausschuss betonte, die Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt und die zukunftsfähige Sicherung der medizinischen Versorgung in der Stadt. Insgesamt sieht das Konzept eine Ladenverkaufsfläche von rund 2.500 Quadratmetern, 36 Wohnungen und eine Fläche für ein medizinisches Zentrum vor.

Das städtebauliche Entwicklungskonzept war zehn Monate lang in Gesprächen mit dem Pater Provinzial Felix Rehbock OMI der Oblaten entwickelt worden, die bei diesem Vorhaben auch als Investoren tätig werden wollen und den größten Teil des benötigten Grundstücks von rund 13.000 Quadratmetern einbringen. Auch die Parkplatzfläche der Stadtwerke sollen in das Projekt eingebracht werden.

Tschesnok kündigte im Ausschuss an, dass, sobald auch die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht gibt, eine Studie beauftragt werden soll, um die Verträglichkeit dieses Vorhabens zu untersuchen. Angesichts des zusätzlichen Verkehrs, der durch eine solche Ansiedlung kommen werde, müsste auch der Generalverkehrsplan, den die Stadt in diesem Jahr neu aufstellen will, diesen Bereich intensiv beleuchten. Auch städtebaulich sei dieses Vorhaben sehr anspruchsvoll, betonte der Bürgermeister. Es müsse sehr sorgfältig mit dem Ensemble des benachbarten Klosters und den Sichtbeziehungen umgegangen werden. Darauf werde sicher auch die Klostergemeinschaft als Investor achten.

Tschesnok sieht in dieser Investition nicht nur einen großen Entwicklungsschritt für die Hünfelder Innenstadt, er ist auch davon überzeugt, dass das Einzelhandelsgeschehen in der Kernstadt dadurch gestärkt werde. Dies hatte er auch in Vorgesprächen mit dem Verein City-Marketing Hünfeld bereits erörtert.

Nach der geplanten Standortuntersuchung will der Magistrat weitere Abstimmungen mit den Verhandlungspartnern, dem Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde des Bauleitverfahrens sowie den Mitgliedskommunen der "Interkommunalen Arbeitsgemeinschaft Hessisches Kegelspiel" vornehmen, um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Von Sprechern aller vier Fraktionen wurde dieses Großprojekt einhellig begrüßt. Wichtig war den Fraktionen nicht nur die Stärkung Hünfelds als Einkaufsstandort, der Wohnungsbau und die ärztliche Versorgung, sondern auch das Signal an die Hünfelder Klostergemeinschaft und die Zentrale der Mitteleuropäischen Ordensprovinz, damit auch den wirtschaftlichen Bestand des Klosters für die Zukunft abzusichern.

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