Ärzte-Zentrum: Eiterfeld sorgt für hausärztliche Versorgung

Aus zwei Praxen wird ab dem Frühjahr 2018 ein Hausärztliches Zentrum für die Marktgemeinde.

Eiterfeld - Im kommenden Jahr werden in der Marktgemeinde Eiterfeld zwei der bisher drei Hausarztpraxen zusammengelegt. „Dr. Kiel und Dr. Heimroth sind beide 65 Jahre alt“, sagt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich. Doch anstatt in Rente zu gehen, werden die beiden Praxen zu einem Hausärztlichen Zentrum zusammengelegt, das Dr. Martin Kiel zusammen mit der Ärztin Monika Gille weiterführen wird. Dr. Martin Heimroth wird stundenweise mitarbeiten, so Scheich.

„Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt für die hausärztliche Versorgung von rund 7.000 Einwohnern“, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeinde Eiterfeld leiste dazu einen Investitionskostenzuschuss als Darlehen in Höhe von 70.000 Euro und übernehme in der Anfangsphase die Kaltmiete von rund 1.900 Euro monatlich.

„Dadurch haben wir Zugriff auf die Arztsitze in Eiterfeld“, so der Bürgermeister. Im Falle, dass ein Arzt seine Praxis aufgeben oder verkaufen würde, hätte die Gemeinde im Normalfall keine Möglichkeiten, sich für eine Praxis-Weiterführung einzusetzen. „Das ist nun nicht mehr so, denn es ist vertraglich geregelt, dass wir – also die Gemeinde – ein Vorkaufsrecht haben und sich auch um eine Fortführung einer Hausarztpraxis kümmern kann“, sagt Scheich. „Die Gemeinde ist also immer mit im Boot.“

Die Praxis von Dr. Klaus Isert bleibt laut Scheich weiterhin unabhängig vom neuen Hausärztlichen Zentrum bestehen. „Die Lösung ist für unsere Gemeinde von enormer Bedeutung“, sagt der Eiterfelder Apotheker Thomas Wolfschlag. Es sei erst das dritte Projekt dieser Art in Deutschland. „Es ist auch eine Maßnahme, um junge Mediziner nach Eiterfeld zu holen. Und auch, um der vielerorts dramatischen Situation der fehlenden hausärztlichen Versorgung auf dem Land entgegenzuwirken“, sagt Bürgermeister Scheich.

Das neue Hausärztliche Zentrum soll ab dem 3. Februar in der Bahnhofstraße 1 den Betrieb aufnehmen.

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