500 Euro sind für einen Spielsüchtigen nichts

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Heimische Fachberatungsstellen des Caritasverbandes und der Diakonie beteiligen sich an hessenweitem Aktionstag gegen Glücksspielsucht  

Fulda - Ein Blickfang waren sie, die zwei Mülltonnen auf dem Fuldaer Universitätsplatz,  beklebt mit überdimensionalen 500 Euro-Scheinen. Die Fachberatungsstellen für Glücksspielsucht des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa und der Diakonie Fulda beteiligten sich am hessenweiten Aktionstag.

Wenn der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn zum alles beherrschenden Motiv des Spielers werden, dann geht es um Glücksspielsucht. Die Diplom-Sozialarbeiterin und Systemische Supervisorin Heike Böhning (Caritas) und Diplom-Sozialpädagoge Gregor Madzgalla (Diakonie) informierten am Aktionstag in Fulda über die Problematik und Risiken.

Glücksspielsüchtige fallen im Straßenbild von Städten und Gemeinden im Gegensatz zu alkoholkranken und drogenabhängigen Menschen nicht auf, denn Glücksspiel geschieht weitgehend in der Anonymität. Auffällig werden sie erst durch die Folgen der Sucht, wie Verschuldung, Beschaffungskriminalität, zerstörte Familien oder gar Suizidversuche und Suizide. 500 Euro sind für einen Spielsüchtigen nichts. Die Hoffnung, Geld zu machen und Zwischengewinne, sind Reizimpulse immer weiter zu spielen. Sie lassen Spielsüchtige oft schon zu Monatsbeginn den ganzen Lohn verspielen. Zwanghaft „füttern“ Glücksspielsüchtige die Automaten. Das Geld verschwindet so, als wäre es in die Mülltonne geworfen worden.

Um den Weg in die Glücksspielsucht zu vermeiden und Betroffenen sowie Angehörigen Hilfe anbieten zu können, finanziert das Land Hessen seit dem Jahre 2008 an 13 Standorten 15 Fachberatungsstellen für Glücksspielsucht, die in das bestehende hessische Suchthilfesystem integriert sind. Bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) ist Daniela Senger-Hoffmann Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht. Hilfe für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige bieten das Caritas-Zentrum für Sucht- und Drogenhilfe Fulda, Fachambulanz Glücksspielsucht in der Wilhelmstraße 10, Heike Böhning, Telefon 0661 2428361, sowie die Fachstelle für Suchtberatung und Behandlung der Diakonie, Heinrich-von-Bibra-Platz14, Gregor Madzgalla, Telefon 0661 8388200. Die Beratung und Hilfe ist vertraulich und kostenlos.

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