Aktuelle Ausbildungssituation in der Region

Im April waren im Bereich der „Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda“ noch 1.122 Lehrstellen unbesetzt. 
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Im April waren im Bereich der „Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda“ noch 1.122 Lehrstellen unbesetzt. 

Corona und Ausbildungsstart:. Zwei Wörter die in der jetzigen Zeit nicht zusammenpassen. Oder doch?

Fulda/Bad Hersfeld. Seit über einem Jahr beeinflusst die Corona-Pandemie die wirtschaftliche Lage und somit auch den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Dennoch sind im Vogelsbergkreis noch rund 350 Ausbildungsstellen mit Beginn im Sommer 2021 zu besetzen. Darüber berichtete „Fulda aktuell“ am vergangenen Wochenende. Wie aber sieht es im Zuständigkeitsbereich der „Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda“ aus? Antworten von Agenturleiter Waldemar Dombrowski.

Danach schlägt sich die Corona-Pandemie auch auf den regionalen Ausbildungsmarkt im Kreis Fulda nieder, „jedoch haben wir nach wie vor keinen Mangel an Ausbildungsstellen. Uns fehlen aber Bewerberinnen und Bewerber!“ Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liege mit 1.852 unter dem Niveau des Vorjahres. Ebenso sind mit 799 gut 31 Prozent weniger Jugendliche an einer Ausbildung interessiert als vor einem Jahr. „Somit kommen rechnerisch 232 Lehrstellen auf 100 Bewerber. In Hessen ist das Verhältnis in etwa ausgeglichen“, so Dombrowski.

„Der deutliche Bewerberrückgang ist zwar teilweise dem Rückgang bei den Schulentlassenen geschuldet, doch auch fehlende Berufsorientierungsveranstaltungen in den Schulen sowie ausgefallene Ausbildungsmessen und -börsen spielen eine große Rolle. Hinzu kommen nicht realisierte Betriebspraktika, die normalerweise einen wichtigen Baustein im Berufswahlprozess der Jugendlichen darstellen“, so der Agenturleiter weiter.

Sichere Bereiche

Es zeichne sich ab, dass es aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und Reibungsverluste mehr Übergänge in weiterführende Schulen geben werde, obwohl ein erheblicher Teil der Schulabgänger perspektivisch eine berufliche Ausbildung anstrebe. „In Krisenzeiten neigt der Mensch dazu, im bekannten, vermeintlich sicheren Bereich, zu verbleiben. Die ,Nestflucht‘ wird verschoben“, bilanziert Dombrowski.

Seiner Aussage nach waren im April noch 1.122 Ausbildungsstellen nicht besetzt; aktuelle Zahlen werden am kommenden Dienstag, 1. Juni, veröffentlicht.

„TOP 10“ der offenen Stellen

Hier die „TOP 10“: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Kaufm. -Groß/Außenhandel – Großhandel, Industriemechaniker/in, Fachkraft – Lagerlogistik, Handelsfachwirt/in (Ausbildung), Koch/Köchin, Metallbauer/in – Konstruktionstechnik, Hotelfachmann/-frau. Demgegenüber waren im April 415 Bewerberinnen und Bewerber noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle; aktuelle Daten werden auch hier am kommenden Dienstag bekannt gegeben.

Die der „Agentur für Arbeit“ gemeldeten Ausbildungsstellen sind im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Branchen rückläufig. Allerdings warten zahlreiche Betriebe, die von der Krise wirtschaftlich stark betroffen sind, mit der Meldung von Lehrstellen ab.

Dombrowski zur Frage, wie beziehungsweise ob überhaupt in Corona-Zeiten Berufsberatung stattfindet: „Die Berufsberatung fand im Lockdown telefonisch und per Video-Beratung statt. Die Berufsberatung der ,Agentur für Arbeit‘ beteiligt sich auch an digitalen Bildungsmessen, wie erst kürzlich in Fulda. Nachdem die Schulen wieder den Unterrichtsbetrieb aufgenommen haben, bieten unsere Berufsberater wieder Gesprächstermine in Schulen an“.

Beratung und Praktika

Exemplarische Aktivitäten der Berufsberatung seien in den letzten Monaten unter anderem digitale Elternabende, die Präsentation freier Ausbildungsstellen in Schulen auf einem sogenannten „future-to-go-board“ sowie die Vergabe von Ausbildungszertifikaten an die beiden Unternehmen „Bickhardt Bau“ und „Günther-Bau“ gewesen.

Der Agenturchef abschließend zum Problem von Praktika während der Pandemie: „Praktika konnten während des Lockdowns überwiegend nicht stattfinden. Diese fehlen als ein wichtiger Baustein im Berufswahlprozess. Aufgrund fallender Inzidenzwerte dürfen Praktika jedoch wieder aufgenommen werden. Sie sind gerade für kleine und mittelständische Betriebe eine gute Chance, den passenden beruflichen Nachwuchs zu finden“.

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