Al-Wazir: Grund-Optimismus bei Hoteliers und Gastronomen

„Esperanto“-Geschäftsführer Leo Groll (links) führte gemeinsam mit Martin Gremm von der Geschäftsleitung (Mitte) den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir durch das Hotel- und Kongresszentrum.
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„Esperanto“-Geschäftsführer Leo Groll (links) führte gemeinsam mit Martin Gremm von der Geschäftsleitung (Mitte) den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir durch das Hotel- und Kongresszentrum.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir machte auf seiner Sommertour Station im "Esperanto" in Fulda, in der "Heimat" und auf dem "Grashof".

Fulda. „Das Jahr 2020 würden wir alle gerne streichen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir am Mittwoch auf seiner „EinBlick-Tour“ im „Hotel- und Kongresszentrum Esperanto“. Al-Wazir wollte mit Hoteliers und Gastronomen in Kontakt kommen, um sich deren Anliegen in der Corona-Pandemie anzuhören.

Im „Esperanto“ standen Geschäftsführer Leo Groll und Martin Gremm sowie Hoteldirektor Dieter Hörtdörfer bereit, um ihre Sorgen und Wünsche mit dem Minister zu besprechen. „Ich setze darauf, dass Hotels diese Zeit überstehen. Dafür müssen wir alles tun“, so Al-Wazir. „Die letzte größere Veranstaltung hatten wir im Januar“, sagte Gremm bei der Besichtigung der „Esperantohalle“. Die Zahl der Stornierungen an Zimmerbuchungen sei im „Esperanto“ und im „Bäderpark-Hotel“ in Millionenhöhe, fügte Groll hinzu.

Das Unternehmen habe Rücklagen gebildet, von denen man derzeit zehre, aber die Branche sei noch lange nicht über die Krise hinweg. Man sei auf dem „Weg des Aufholens“, aber täglich könnten neue Stornierungen eintreffen. „Auch große Tagungen bleiben aus, weil die Menschen zu ängstlich sind, dass etwas passiert“, so der Hoteldirektor. „Sie wissen nicht, was in ihren Unternehmen passiert, wenn während einer Tagung Infektionen auftreten.“ Al-Wazir denkt aber, dass Tagungen in der derzeitigen Situation eine Möglichkeit seien, dass Menschen wieder aufeinandertreffen, als „sozialen Faktor“.

Zwar sei ein Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit, aber durch den rechtzeitigen Stopp eines großen Bauvorhabens, das rund 50 Millionen Euro hätte kosten sollen, seien Rücklagen vorhanden. „Wenn die Krise vorüber ist, können wir natürlich nicht genau dort weitermachen, wo es im März endete“, so Groll in Bezug auf die geplante Erweiterung des Hotel-Komplexes auf dem Gebiet der ehemaligen Kleingarten-Anlage.

Groll zeigte dem stellvertretenden Ministerpräsidenten auch einige der „Esperanto“-Zimmer.

„Eine zweite Welle wäre die allergrößte Katastrophe“, so der Minister. „Wir Entscheider wollen die Wirtschaft unterstützen, aber die Menschen müssen vorsichtig sein.“ Auch in Bezug auf den Schulbeginn in Hessen am Montag hofft Al-Wazir, dass „alles gut geht.“ Das Geld, das derzeit als Corona-Hilfe vom Land ausgegeben werde, „holen wir uns auch von der Bank“. Der Minister hofft darauf, dass diese Kredite durch Steuereinnahmen wieder ausgeglichen werden können.

„Unsere Bitte an die Politik ist, dass der Mehrwertsteuersatz in Hotellerie und Gastronomie auf längere Zeit gesenkt werden könnte“, so Groll. „Das wäre für uns eine große Erleichterung. Derzeit leben wir in der Hoffnung, dass sich im Herbst alles bessern wird.“ „Wir sind noch lange nicht durch die Krise. Ich habe aber trotzdem das Gefühl, dass Sie einen gewissen Grundoptimismus behalten haben“, sagte Al-Wazir zu Groll und Gremm. „Irgendwie kommen wir da durch. Es wird noch lange Auswirkungen haben. Was wir dazu beitragen können, das wollen wir beitragen“, so der Minister.

Nach dem „Esperanto“ besuchte er noch die Gaststätte „Heimat“ am Fuldaer Buttermarkt und den „Grashof“ in Kalbach, um sich mit den dortigen Gastronomen auszutauschen.

Al-Wazir ist zuversichtlich, dass Hotels die Corona-Pandemie überstehen werden.

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