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Alles nur Verarschung

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VON HANS-PETER EHRENSBERGERBald ist es vollbracht. Nur noch zwei Tage mssen wir berstehen, dann ist Olympia aus China Geschichte. Un

VON HANS-PETER EHRENSBERGER

Bald ist es vollbracht. Nur noch zwei Tage mssen wir berstehen, dann ist Olympia aus China Geschichte. Und das ist gut so. Vielleicht auch nicht. So langsam verschwinden die fnf (oder mehr) Ringe aus und unter unseren Fernsehgucker-Augen, der dopingverschleierte Blick wird wieder frei fr die ehrlichen Dinge des Lebens. Jetzt knnen wir uns getrost wieder dem normalen Sport zuwenden beispielsweise unseren gewhnlichen Kreisklassenkickern. Die dopen sich allenfalls mit drei Weibieren nach den Wettbewerben.

Was bleibt am Ende von Peking haften? Jedenfalls keine Wehmut, wie bei frheren olympischen Highlights. Als Armin Harry in Rom als erster Mensch der Welt handgestoppte 10,0 Sekunden ber 100 Meter sprintete. Als mich mein Vater 1968 nach Bob Beamons Jahrhundert-Weitsprung in Mexiko mitten in der Nacht weckte. Als die 16-jhrige Ulrike Meyfarth 1972 in Mnchen im Fosbury-Stil zu Gold im Hochsprung floppte. Da konnte man sich zumindest noch der Illusion hingeben, dass es hierbei einigermaen mit rechten Dingen zuging.

Und heutzutage? Da luft ein Jamaikaner ber 100 Meter die letzten 40 Meter locker aus und dennoch zu einem Fabelweltrekord. Und nicht nur der schon im Vorlauf ausgeschiedene deutsche Konkurrent fhlt sich gleichermaen verhhnt wie verarscht. Dafr dopen wir eben unsere Springgule. Es holen chinesische Teenager, die uerlich aussehen, als wren sie gerade der Krabbelgruppe eines Horts entsprungen, im Frauenturnen eine Goldmedaille nach der anderen. Und ein amerikanischer Schwimmer knackt mit einem Spezialanzug und acht Mal Edelmetall in acht Tagen mir-nix-dir- nix die Werte des Jahrhundertschwimmers Mark Spitz und stellt ganz nebenbei auch noch sieben Weltrekorde auf. Die Sportwelt staunt schon lange nicht mehr sie stutzt skeptisch! Kann das alles noch mit rechten Dingen zugehen? Bemhen wir den gesunden Menschenverstand, dann mssen wir im Zusammenhang mit dem heutigen Spitzensport schon fast von bermenschlichen (tierischen) Leistungen, oder mit den Worten des Dopingsnder-Jgers Professor Werner Franke sprechen: Die sind vollgepumpt wie die Haubitzen.

Wunder gibt es mglicherweise in Lourdes aber nicht beim Voodoo-Zauber auf einer Rum-vernebelten kleinen Karibikinsel, in US-amerikanischen Drogen- und chinesischen Gen-Doping-Labors. Wen interessiert es da noch, ob die Gastgeber jetzt 50, 60 oder 70 Goldmedaillen holten, die kapitalistischen Klassenfeinde meilenweit hinter sich lieen und unsere bundesdeutschen Athleten die Wertung bei den blechernen Medaillen anfhrten. Olympische Spiele der neueren Neuzeit machten nicht wirklich Spa. Und die in Peking mit all ihren anderen negativen Begleiterscheinungen berhaupt nicht.Der saubere Sport wurde schon lange zu Grabe getragen und endgltig jetzt in China! Auch ich fhle mich mchtig verarscht!

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