Authentisch und mit stets gewinnendem Lachen

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Bekannt für sein gewinnendes Lachen: Dr. Alois Rhiel.

Redaktionsgespräch bei "Fulda aktuell": Dr. Alois Rhiel feiert am 6. Oktober seinen 70. Geburtstag 

Fulda - „Sind Sie eher ein Mann der Wirtschaft oder der Politik?“: Auf diese Frage hat Dr. Alois Rhiel ein „sowohl als auch“ zur Antwort, und wer sich seinen Lebenslauf ansieht, der wird ihm ohne Zweifel Recht geben: Rhiel war Referent des Frankfurter Kämmerers Ernst Gerhardt, Vertriebsleiter bei der „marburg tapete GmbH“, Fuldaer Bürgermeister, Regierungspräsident (RP) in Gießen, Vorstandsmitglied bei „tegut“, Oberbürgermeister von Fulda, Hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister sowie Vorsitzender der Geschäftsführung des Projektentwicklers „OFB“.

Scheinbar rast- und ruhelos und stets mit einem höchst ansteckenden und gewinnenden Lachen – so kennen ihn seine Mitmenschen. Am Dienstag, 6. Oktober, feiert Rhiel seinen 70. Geburtstag und war am Donnerstag zum Redaktionsbesuch bei „Fulda aktuell“.

Um auf seine Tätigkeiten zurück zu kommen, von denen er packend und mit Hingabe zu erzählen versteht: „Ich war überall mit Leidenschaft dabei“, sagt der in Marburg geborene Rhiel. Und er klärt darüber auf, was den Unterschied zwischen „aus Leidenschaft“ und „mit Leidenschaft“ bedeutet: „Erstgenanntes ist ein Laster, Zweitgenanntes eine Tugend“.

„Froh und zufrieden“

Deutlich wird in dem Gespräch, für das sich Rhiel sehr viel Zeit genommen hat, dass dieser ein Mann ist, der sich nicht verstellen muss, sondern authentisch ist. Und der von sich sagt, „ein froher und zufriedener Mensch zu sein“. Der Gott dankbar dafür sei, dass dieser ihn gut durch das Leben begleitet habe und begleite. „Ich bin überzeugter und praktizierender Christ“, so der zweifache Familienvater, dessen Ehefrau Christiane ihm seit 44 Jahren bewundernswert zur Seite steht. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist ihm übrigens ein Freund seit der Schulzeit.

Um nochmals auf die Liste der beruflichen Positionen zurück zu kommen: „Ich habe meinen Lebensweg nicht geplant, sondern günstige Umstände haben immer zu einem Neuanfang geführt. Bei jeder Herausforderung habe ich mich wohl gefühlt“, so Rhiel, der aus dem Zusammenspiel der drei Komponenten der Christlichen Sozialethik – Christlicher Glaube, Soziale Marktwirtschaft und den Grundsätzen seiner Partei, der CDU – Kraft schöpft.

Vorbilder im Leben

Rhiel weiß lebendig die Umstände und politischen „Nebenkriegsschauplätze“ zu schildern, unter denen er beispielsweise Fuldaer Bürgermeister und Oberbürgermeister oder auch RP in Gießen geworden ist und welche Menschen ihn auf seinen Wegen begleitet haben. An Vorbildern nennt er in erster Linie seinen Vater Friedrich, „einen charakterfesten und engagierten Mann“, sowie den bereits anfangs erwähnten Frankfurter Kämmerer Gerhardt, „eine zutiefst liberal denkende und handelnde Persönlichkeit“.

Man merkt es Rhiel noch heute an, wie sehr ihm seine jeweilige Tätigkeit Freude bereitet hat, mit welchem Elan er an die Sache heranging. Beispielsweise als Oberbürgermeister: „Da haben meine Mitarbeiter und ich viele Projekte angepackt und Gas gegeben“. Geleitet unter anderem von der Fragestellung, was die Bürger von der Stadtverwaltung erwarten dürfen, und von der Überzeugung, „all‘ das, was Private besser leisten können, auch denen zu überlassen“.

Stichworte aus seiner Zeit als OB sind unter anderem der Bau von Parkhäusern durch Private, die Privatisierung des Schlachthofes, die Schaffung des „ITZ Fulda“ und des Bürgerbüros sowie der Bau der „Abfahrt Fulda-Mitte“. Apropos Straßen: Als hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister verantwortete er auch den Lückenschluss der „A 66“.

Heute ist Rhiel noch freiberuflich tätig und engagiert sich stark ehrenamtlich. „Seit 1. Juli 2019 bin ich Stiftungsratsvorsitzender der ,St. Lioba-Stiftung‘ sowie seit Langem Vorsitzender der Fördervereine ,Chöre am Dom‘ und der Telefonseelsorge“. „antonius“ liege ihm schon seit vielen Jahren am Herzen, so Rhiel, „der gerne etwas davon zurück geben möchte, was ich mir im Leben an Wissen und Können angeeignet habe“. Und verrät zum Schluss, welche Hobbies er bis zu seinem Start als Fuldaer Bürgermeister am 1. Oktober 1984 ausgeübt habe: Tischtennis und Männergesangverein. Heute wandere er gemeinsam mit Gattin Christiane gerne durch die Rhön.

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