Ein Stück fuldischer Historie

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Ein Stück fuldischer Historie

Fulda. Ein jahrzehntelang als Parkplatz verpachtetes Areal in der Fuldaer Innenstadt soll zu einem Naherholungs- und Geschichtserlebnisort werden: Die Grünfläche entlang der alten Stadtmauer zwischen Dalbergstraße, Florengasse und Gutenbergstraße könnte nach Ansicht der Stadt künftig eine kleine Oase inmitten des geschäftigen Treibens und der Dalbergstraße bilden.

Bevor jedoch über die künftige Gestaltung im Detail nachgedacht werden kann, wird das Gelände derzeit archäologisch gründlich untersucht. Das Areal ist deshalb seit einiger Zeit eingezäunt. Gestoßen ist man dabei schon auf die Reste eines alten Stadtturmes, wie bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwochvormittag unter anderem Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse und Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterten.Verse zufolge stammt die Stadtmauer etwa aus der Mitte des 12. Jahrhunderts; unklar sei, in welcher Zeit der Stadtturm errichtet worden sei. Deutlich sichtbar wurden bei den bisherigen Ausgrabungen drei Einbuchtungen, die in früheren Zeiten wohl als Schießscharten dienten.

Je nach den Ergebnissen der Grabungen ist vorstellbar, dass bei der künftigen Gestaltung des Areals bestimmte Aspekte der Stadtgeschichte, etwa für Schulklassen und alle historisch Interessierte, lebendig erfahrbar wird – schließlich handelt es sich bei dem Mauerabschnitt zwischen Florengasse und Gutenbergstraße um den längsten erhaltenden Teil der ehemaligen Fuldaer Stadtbefestigung. Historisch interessant ist das Gelände auch deshalb, weil auf einem Teil der Fläche bis zu seinem Abriss 1970 das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute alte Kolpinghaus seinen Standort hatte.

Stadtbaurat Schreiner zufolge gibt es "noch keine konkreten Pläne" einer Nutzung. Dennoch biete das Areal einmalige Chancen, sich der historischen Vergangenheit der Stadt zu erinnern. "Wir können hier ein Stück fuldischer Geschichte erlebbar machen". 

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