Amtsgericht: Angeklagte filmen an Demenz erkrankte Bewohner

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Am heutigen Montagmorgen standen zwei junge Frauen, wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, vor Gericht in Fulda.

Fulda - Am Montagmorgen (13.07.) standen zwei junge Frauen vor dem Amtsgericht in Fulda. Ihnen wurde vorgeworfen, während ihres Ausbildungsverhältnisses in einem Altenwohnheim eines Pflegestifts, Videoaufnehmen von zwei Demenzkranken gemacht und sich über sie belustigt zu haben. Anschließend sollen sie das Video in einer Whatsapp-Gruppe, in der eine weitere Auszubildende war, verbreitet haben.

Zu Beginn der Verhandlung folgte eine detailreiche Beschreibung der Situation, die sich am 29. August vergangenen Jahres im Speisesaal des Wohnstiftes abgespielt haben soll. Laut Staatsanwaltschaft saßen die beiden jungen Frauen gemeinsam mit zwei an Demenz erkrankten Bewohnern am Tisch. Auf dem Video sei zu sehen, wie eine der Angeklagten das Gesicht verziehe und den Mann und die Frau nachahmt und lacht. Außerdem wurden Worte, der an Demenz erkrankten Bewohner, wiederholt: "Ich kann net" und "Spinner".

Anschließend sollen sie das Video, das die zweite Angeklagte aufgenommen hatte, in eine Whatsapp-Gruppe weitergeleitet haben. "Wir wollten doch einfach nur zeigen, dass unsere Arbeit auch Spaß macht und ich wollte in keinster Weise jemanden schaden", verteidigte sich eine der jungen Frauen. Die andere Angeklagte gab widerspruchslos zu, dass es falsch gewesen sei, was sie getan habe.

Richter Christoph Mangelsdorf verurteilte die zwei Frauen zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt je 500 Euro. "Der Betrag soll ihnen eine Lehre sein - so etwas darf sich nicht noch Mal wiederholen. In ihrer Biografie wird die Tat wahrscheinlich ohnehin auftauchen und ihnen den weiteren Berufsweg erschweren", so Mangelsdorf abschließend. 

Das Geld soll als Unterstützung an ein soziales Projekt der AWO gestiftet werden.

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