Amtsleiterwechsel in JVA Hünfeld vollzogen

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Der neue JVA-Amtsleiter Lars Streiberger (rechts) gemeinsam mit seinem Vorgänger Dr. Philipp Gescher und den Ehefrauen. Links Ruth Schröder, Abteilungsleiterin Strafvollzug des Hessischen Justizministeriums.

Amtsleiterwechsel in JVA Hünfeld vollzogen

Hünfeld. Es war eine Feierstunde mit zwar ernsten, durchaus aber auch mit heiteren und amüsanten Untertönen: Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat am Donnerstagvormittag Lars Streiberger als neuen Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hünfeld offiziell in sein Amt eingeführt. Streiberger hatte diese Aufgabe bereits im Dezember 2016 von Dr. Philipp Gescher, übernommen, der an das Amtsgericht Hünfeld gewechselt war.

Zu Beginn ihres Grußwortes dankte die Ministerin dem früheren Anstaltsleiter sowie der gesamten Belegschaft der Justizvollzugsanstalt für die geleistete Arbeit. Im Strafvollzug brauche man vor allem eines: Optimismus. Leiter der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld zu sein, sei etwas ganz Besonderes. Hünfeld sei die einzige teilprivatisierte Anstalt in Hessen und dies habe Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Hoheitliche Aufgaben würden ausschließlich durch Landesbedienstete übernommen, andere Aufgaben, etwa das Betreiben der Arbeitsbetriebe oder die Organisation der Reinigung, durch einen privaten Dienstleister. Das öffentliche Interesse sei nach wie vor sehr groß, so dass die Anstalt mit ihren insgesamt 507 Haftplätzen und 187  Mitarbeitern immer unter einer ganz besonderen Aufmerksamkeit stand und stehe. Gescher habe die JVA Hünfeld stets mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl geleitet und dabei hervorragende Arbeit geleistet.

Die Justizministerin nutzte die Gelegenheit auch, um die Ausweitung des Programmes „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“ für den Justizvollzug anzukündigen: „Seit Mai 2016 können wir die Rechtsstaatsklassen für Flüchtlinge landesweit anbieten. Seitdem haben wir weit über 10.000 Flüchtlinge als Kursteilnehmer in unseren Rechtsstaatsklassen begrüßen können. Das ist ein überaus großer Erfolg der hessischen Justiz. Denn das Programm ist sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Dozenten der Justiz ein Freiwilligenprogramm“, betonte Kühne-Hörmann.

 An den neuen Leiter der Haftanstalt gerichtet sagte die Justizministerin: „Sehr geehrter Herr Streiberger, Sie sind nun über 20 Jahre Teil der hessischen Justiz und Sie haben in diesen Jahren die enormen Veränderungen innerhalb der Justiz miterleben können. Die Notwendigkeit, sich ständig an aktuelle Ereignisse und Gegebenheiten anpassen zu müssen, geht auch am Strafvollzug nicht vorüber." Dieser sei nicht selten ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklungen, und deshalb sei es eine der wichtigsten Aufgaben des Vollzugsalltages, sowohl im Bereich der Sicherheit als auch im Bereich der Resozialisierung, mit der Zeit zu gehen. Streiberger bringe nicht nur die notwendige Erfahrung für diese Aufgabe mit, sondern auch Flexibilität und das so wichtige Herzblut, diese neue Aufgabe mit Einsatz und Engagement anzugehen.

Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk erinnerte an das heftige Für und Wider, das die Ansiedlung der JVA in Hünfeld begleitet hatte. Würde heute abgestimmt, gäbe es sicherlich zwischen 80 und 90 Prozent Zustimmung.  Die Konrad-Zuse-Stadt profitiere auf vielfältige Art und Weise von der JVA, die nicht zuletzt ein wichtiger Arbeitgeber sei.

Sowohl Gescher als auch sein Nachfolger Streiberger lobten das gute Team und den hervorragenden Zusammenhalt der Bediensteten, was sich gerade in kritischen Situationen zeige. So wie erst vor Kurzem, als man mit einem sehr aggressiven Gefangenen konfrontiert worden sei.       

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