Die Arbeit des Gesundheitsamtes Fulda in der Corona-Pandemie

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Das Kreisgesundheitsamt in Fulda.

Sozialdezernent Frederick Schmitt über das, was das Kreisgesundheitsamt in der Corona-Pandemie zu leisten hat.

Fulda. Die Corona-Pandemie sorgt beim Gesundheitsamt des Landkreises Fulda dafür, dass sich Arbeitsprozesse grundlegend verändert haben. „Wir haben die Zahl der Mitarbeiter stark aufgestockt, um für die neuen Herausforderungen gewappnet zu sein“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Frederick Schmitt auf Anfrage von „Fulda aktuell“.

Zu den neuen Aufgaben, die die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seit Anfang März haben, gehört die Nachverfolgung von Kontakten von Corona-Infizierten und die Fall-Ermittlung. Zudem werden die Bürger beraten und die Menschen, die sich in Quarantäne befinden, regelmäßig kontaktiert. In der überwiegenden Mehrzahl seien die Bürgerinnen und Bürger in Quarantäne „sehr kooperativ“. Verstöße gegen die Quarantäneanordnungen könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und in schwerwiegenden Fällen auch mit einer Freiheitsstrafe sanktioniert werden.

Schuleingangs-Untersuchungen

Obwohl die Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie die anderen Aufgaben wahrnehmen müssen, werden laut Schmitt beispielsweise die Durchführung von Hygieneprüfungen oder die Hilfsangebote des Sozialpsychiatrischen Dienstes weitergeführt. „Auch alle anderen Aufgaben des Gesundheitsamtes werden – abhängig von dem weiteren Verlauf der Pandemie – derzeit wieder Schritt für Schritt aufgenommen. Zu nennen sind etwa die Schuleingangsuntersuchungen“, so Schmitt. Bis Anfang März hatte der Kinder- und Jugendärztliche Dienst bereits 1.300 Schulanfänger untersucht, 600 stehen noch aus. In diesem Jahr könne laut Hessischem Sozialministerium die Schuleingangsuntersuchung auch noch nach den Sommerferien stattfinden.

Sozialdezernent Frederick Schmitt.

Im Landkreis Fulda steigt die Zahl der Corona-Infizierten weiter an, während im benachbarten Vogelsbergkreis die Fallzahlen seit Tagen stagnieren. „Diese Situation gibt einen deutlichen Hinweis darauf, wie Corona-Infektionen ,funktionieren‘: Eine Region kann wochenlang nahezu frei von Neuinfektionen sein und plötzlich durch ein Ereignis zu einem lokalen oder gar regionalen Hotspot werden“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete.

Corona und Demonstrationen

„Natürlich birgt eine große Menschenansammlung auch ein größeres Risiko, das Infektionsgeschehen anzufachen. Entsprechend ist es wichtig, bei solchen Veranstaltungen an die Teilnehmer und Veranstalter zu appellieren, die Auflagen und vor allem die Abstandsregeln zu beachten“, so Schmitt zu den derzeitigen #blacklivesmatter-Demonstrationen unter anderem in Fulda. Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit seien grundlegend und elementar für Demokratie und unseren Rechtsstaat. Gleichzeitig bedeute das aber für Veranstalter und Teilnehmer die hohe Verantwortung, Abstand zu wahren und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Zudem ist es wichtig, dass Veranstalter stets im Blick haben, wenn es notwendig ist, eine Demonstration oder Versammlung dann auch abzubrechen“. sagt der Gesundheitsdezernent.

„Wer niemanden persönlich kennt, der einen schweren Verlauf überstanden hat oder womöglich nicht überlebt hat, kann sich mittlerweile in vielen eindrucksvollen Erfahrungsberichten von Genesenen kundig machen“, so Schmitt. Die persönlichen Schilderungen von wochenlangen Klinikaufenthalten, von Ängsten und massiven Spätfolgen verändern laut Schmitt bei vielen Menschen die Sichtweise, die Beschränkungen seien überflüssig oder gar Panikmache.

Inwieweit in Hessen oder im Landkreis Fulda Lockerungen der coronabedingten Maßnahmen möglich sind, hängt laut Schmitt maßgeblich vom Infektionsgeschehen ab. „Alle Beschränkungen werden regelmäßig auf ihre Verhältnismäßigkeit und auf mögliche Lockerungen überprüft.“

Das Land Hessen hat am Mittwoch bereits bekannt gegeben, welche Lockerungen umgesetzt werden können. Dazu gehört unter anderem, dass sich jetzt zehn Personen im öffentlichen Raum treffen können und die Grundschulen ab dem 22. Juni den Betrieb ohne Einschränkungen aufnehmen sollen.

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