Im Durchschnitt 184 Tage ohne Arbeit

Arbeitsagentur stellt Jahresrückblick 2021 vor: „Gut durch die Krise gekommen“
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Arbeitsagentur stellt Jahresrückblick 2021 vor: „Gut durch die Krise gekommen“

Was die Arbeitslosigkeit betrifft, steht der Landkreis Fulda im Vergleich mit anderen Kreisen in Hessen trotz der Coronapandemie seht gut da.

Osthessen Die Coronapandemie hatte auch Einfluss auf den Arbeitsmarkt des vergangenen Jahres. Allerdings sieht Waldemar Dombrowski, Chef der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, die Region dennoch auf einer soliden Basis, wie er in einer Online-Pressekonferenz sagte.

Im Agenturbezirk, der die Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg umfasst, lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 im Durchschnitt bei 3,3 Prozent. 2020 waren es 3,6 Prozent, 2019 vor Corona 3,1 Prozent. „Wir sehen einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit in 2021 im Vergleich zu 2020“, so Dombrowski. Alleine auf den Landkreis Fulda bezogen sehen die Zahlen sogar noch etwas besser aus: 2,7 Prozent (2019), 3,4 Prozent (2020) und 3,1 Prozent im vergangenen Jahr. „Das kann sich sehen lassen“, sagt der Agenturchef. Im Hessen- und auch im Bundesvergleich konnte der Agenturbezirk seine gute Position behaupten. „An den Zahlen könnte man die größte Krise der Nachkriegszeit nicht ablesen“, sagt der Agenturchef. Die Region habe sich insgesamt gut gehalten. In 2021 gab es 95.363 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Landkreis Fulda. Er sehe dennoch „Bremsspuren durch Corona“, das Kurzarbeitergeld habe jedoch Beschäftigung gesichert.

Trotz dieses Mittels habe Corona zu mehr Entlassungen geführt, beispielsweise im Gastronomie- und Hotellerie-Sektor. „Es gab auch weniger Neueinstellungen“, so Dombrowski. Das sei logisch, denn ein Unternehmen könne nicht Kurzarbeit anmelden, gleichzeitig aber neues Personal einstellen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zu 2019 um 27,8 Prozent gestiegen, im Vergleich mit 2020 aber von 2.265 Menschen auf 1.935 gefallen. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) ist die Zahl nur um 7,7 Prozent gestiegen. „Das ist erfreulich“, sagt Dombrowski.

Bei den Langzeitarbeitslosen –also ein Jahr oder mehr ohne Arbeit – stieg die Zahl von 2020 zu 2021 um 40 Prozent. „Ein Großteil dieser Menschen hat keinen beruflichen Abschluss.“ Bei Menschen unter 25 Jahren sieht Dombrowski ein „sensationelles Minus“ von 23,8 Prozent – und damit eine „erfreuliche Entwicklung“.

Durch das ausgefallene Weihnachtsgeschäft und vor allem in der Gastronomie sei erklärbar, warum die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit im Jahr 2021 um 47 Tage auf 184 Tage gestiegen sei.

Die Arbeitsagentur hat 2021 insgesamt 54 Menschen beruflich umgeschult, hauptsächlich in den Berufen Altenpflege, Gesundheitswesen und Erziehung, Bürofachkraft sowie Metall- und Elektroberufe und Bau.

Das Instrument der Kurzarbeit nutzten im Februar 2021 die meisten, nämlich 1.690 Betriebe, für insgesamt 15.706 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Juni vergangenen Jahres waren es noch 672 Betriebe für 4.820 Mitarbeitende. „Ohne Kurzarbeit hätte es Entlassungen gegeben“, ist Dombrowski sicher. Er schätzt, dass durch Kurzarbeit 6.280 Arbeitsplätze gerettet werden konnten.

Am Ende ging Dombrowski auf die Risiken für das laufender Jahr ein: Ein ungewisser Pandemieverlauf, Engpässe bei Rohstoffen, Mangelwirtschaft und steigende Kosten, Fachkräfte- und Personalmangel sowie die Unsicherheit, welche Geschäftsmodelle nach Auslaufen der staatlichen Hilfen bestand haben würden, nannte der Agenturchef. Aber Dombrowski sieht auch Chancen: „Wir haben einen guten Arbeitsmarkt und eine funktionierende Wirtschaft, eine grundsätzlich gute Auftragslage, robuste Branchen wie Logistik und Versand, Kalibergbau, Gesundheit und Pflege, einen Nachholbedarf beim Konsum und nicht zuletzt das Kurzarbeitergeld. Dadurch können Betriebe mit ihrer Mannschaft durchstarten“, so Dombrowski. „Wir sind in der größten Krise der Moderne sehr gut über die Runden gekommen und ich blicke optimistisch nach vorne“, so der Agenturchef.

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