Auch in Osthessen immer mehr Sprengungen von Geldautomaten

Auch in Osthessen gab es 2021 eine Zunahme an Sprengungen von Geldautomaten
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Auch in Osthessen gab es 2021 eine Zunahme an Sprengungen von Geldautomaten

Im vergangenen Jahr musste man mitunter das Gefühl haben, als würde jede Woche versucht werden, einen Geldautomaten zu sprengen. Erst vor Kurzem war dies sowohl in Neuhof als auch in Dipperz der Fall gewesen. Was letztere Straftat angeht, so hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag die Festnahme von drei Tatverdächtigen vermeldet.

Wiesbaden/Fulda FULDA AKTUELL hatte von der Pressestelle des „Polizeipräsidiums (PP) Osthessen“ unter anderem wissen wollen, wie hoch die Zahl der versuchten und vollendeten Sprengungen von Geldautomaten im Bereich des „PP Osthessen“ in 2021 gewesen ist, wie viele Straftaten aufgeklärt und wie viele Tatverdächtige festgenommen werden konnten und ob man beziffern könne, wie hoch die Gesamt-Schadenssumme gewesen ist. Von Interesse war auch gewesen, ob auch auf unsere Region zutrifft, „dass bei den Straftaten zunehmend auf Gasgemisch auf Festsprengstoff umgestiegen wurde?“

Die Fuldaer Behörde leitete die Anfrage an das „Hessische Landeskriminalamt“ (LKA) nach Wiesbaden weiter. Das LKA hatte vor Jahresfrist mitgeteilt, dass generell die Zahl der aufgesprengten Geldautomaten erschreckend zunehme. Insgesamt waren es weit über 40, im Vergleich zu 30 im Vorjahr. Man könne von einer Gesamtschadenssumme, die sich aus Sachschaden und Diebesgut zusammensetzt, in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro ausgehen.

Was unsere Region angeht, so gab es folgende Auskunft: „Im Bereich des ,PP Osthessen‘ ergeben sich 2021 insgesamt sechs Sprengungen, davon drei versuchte Taten und drei vollendete Taten, bei denen die Täter Bargeld aus den Automaten erbeutet haben. Im Jahr zuvor war es noch lediglich eine versuchte Tat.“ Von diesen erwähnten Vorgängen konnten 2021 zu drei Taten entsprechende Tatverdächtige ermittelt werden. „Es ist gelungen, insgesamt sechs Tatverdächtige festzunehmen. Alle Tatverdächtigen (vier Deutsche und zwei Rumänen) hatten einen dauerhaften Wohn- oder Aufenthaltsort in Hessen“.

Das Sprengen mittels Festsprengstoffen beziehungsweise festen Explosivstoffen hat sich laut LKA bundesweit bereits 2020 sehr deutlich etabliert. Inzwischen tritt dieses Phänomen auch hessenweit vermehrt auf. „Im Zuständigkeitsbereich des ,PP Osthessen‘ wurde 2021 in einem Fall Festsprengstoff anstelle von technischen Gasen zur Sprengung eines Geldautomaten verwendet“.

Hinweise des LKA

Im „LKA Hessen“ gibt es seit über zwei Jahren eine eigens zur Bekämpfung dieses Phänomens eingerichtete Arbeitsgruppe. Durch intensive Ermittlungen sei es gelungen, mehr als 20 Tatverdächtige in Haft zu bringen.

Allerdings lasse sich das Phänomen nur durch geeignete und gebündelte Präventionsmaßnahmen nachhaltig bekämpfen. Banken, Finanzdienstleistern und Aufstellern von Geldautomaten komme hierbei eine besondere Rolle zu. Aktuell kommen laut LKA gleich mehrere Faktoren den Tätern und Tätergruppen zu Gute. So gebe es in Deutschland recht viele Geldautomaten. Die mechanischen und technischen Schutzvorrichtungen seien teilweise gering. Selbiges gelte für Schutzsysteme, etwa Geldeinfärbe- oder sog. Verklebesysteme, die eine Nutzung des erbeuteten Geldes erschweren. Die Bereiche, in denen die Geldautomaten aufgestellt sind, seien häufig nachts nicht verschlossen.

Tipps für Zeugen

• Melden Sie unverzüglich verdächtige Wahrnehmungen über die Notrufnummer 110

• Begeben Sie sich nicht in Gefahr, sprechen Sie die Personen nicht an, hindern Sie sie nicht an der Tatausführung, verfolgen Sie nicht die Täter!

• Entfernen Sie sich vom Tatort wegen Explosionsgefahr

• Notieren Sie sich die Kennzeichen von Kraftfahrzeugen, auch von Motorrollern/-rädern

• Warnen Sie andere eintreffende Personen vor dem Betreten des Servicebereiches

• Warten Sie auf das Eintreffen der Polizei! Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung

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