Auch die Osthessen zählen eifrig mit: Zwischenbilanz "Stunde der Wintervögel"

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Auch die Kohlmeise hat mit durchschnittlich 5,8 Vögeln pro Garten den Abstand zur Spitze wieder verkleinert

Aktion des NABU läuft noch bis zum 15. Januar / Wieder mehr Meisen und Finken in den Gärten

Fulda - Die hessische Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der ,Stunde der Wintervögel' in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagt NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler.

„Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Bis zum Dienstagmorgen wurden in Hessen bereits knapp 160.000 Vögel gemeldet, bundesweit über 2,3 Millionen. Damit gehört die "Stunde der Wintervögel" zu den größten bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktionen Deutschlands.

Der Haussperling ist mit im Schnitt 6,4 Exemplaren pro Garten der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise hat mit durchschnittlich 5,8 Vögeln pro Garten den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In über 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter. An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher.

„Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, erklärt Eppler. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen. Mildes Wetter reicht allein nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald und das Wetter in anderen Teilen Europas spielen eine Rolle.“ Vogelkenner können bei uns überwinternde Meisen aus dem Baltikum oder Sibirien sogar an ihrer Stimme erkennen: Sie singen in einem anderen Dialekt.

Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse online unter www.stundederwintervoegel.de nachgemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Außerdem findet noch bis zum 12. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. In deren Rahmen bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein. Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.

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