Aufklärung über Glücksspielsucht

Glücksspielsucht kann die Existenzen Einzelner und ganzer Familien zerstören
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Glücksspielsucht kann die Existenzen Einzelner und ganzer Familien zerstören

Anlässlich des hessenweiten Aktionstages am heutigen Mittwoch, 29. September, machen die Beratungsstellen vor Ort auf das sensible Thema Glücksspielsucht aufmerksam. Mit dabei sind die Beratungsstellen in Osthessen des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa sowie der Diakonie Fulda. „Es ist uns wichtig, dieses Thema immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken“, sagt Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch.

Fulda. „Um an Geld zu kommen, habe ich das Dreirad meines Kindes verkauft.“ „Glaubt nicht den Versprechungen der Glücksspielindustrie!“ Diese und ähnliche Zitate ihrer Klientinnen und Klienten geben die hessischen Fachberaterinnen und Fachberater im neuen Videoclip der „Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V“ (HLS) wieder. Erstmalig wird auf diesem Weg ein Einblick in die durch das Glücksspiel oftmals sehr schwierigen Lebensumstände der Betroffenen gewährt. Mit der landesweiten Aktion machen die HLS und die regionalen Fachberatungen für Glücksspielsucht auf die Risiken von Glücksspielen und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen aufmerksam.

„Diskussionen zum Glücksspielmarkt drehen sich zumeist um gesetzliche Rahmenbedingungen und Umsätze in Milliardenhöhe. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die negativen Auswirkungen des Glücksspielmarktes Menschen betreffen; Menschen, deren eigenes Leben und/oder das ihrer Familie häufig unwiderruflich zerstört wird“, sagt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS. Das beobachten auch Heike Böhning, Diplom-Sozialarbeiterin beim Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa, und Axel von Donop, Diplom-Sozialpädagoge bei der Diakonie Fulda.

In ihren Beratungsstellen bieten sie Hilfe für Betroffene, aber auch für deren Angehörige, enge Bezugspersonen oder am Thema Interessierte. „Oft sind es Familienmitglieder oder Freunde der Betroffenen, die sich an uns wenden, da sich die Abhängigen schämen oder das Problem gar nicht erst erkennen“, sagt Heike Böhning von der Caritas in Fulda.  

Glücksspielsucht (Pathologisches Glücksspielen) ist seit 2001 als eigenständige Krankheit anerkannt. Daraus ergeben sich für die Betroffenen wichtige Unterstützungsleistungen: Es besteht ein Anspruch auf ambulante, stationäre und (Nachsorge-) Leistungen, die von den Rentenversicherungsträgern beziehungsweise den Krankenkassen finanziert werden. Menschen, die sich den umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangeboten nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, erhalten fachliche Unterstützung und Hilfe bei den 15 spezialisierten Fachberatungen für Glücksspielsucht in Hessen – unter anderem in Osthessen. In Fulda ist vor einigen Jahren darüber hinaus eine Selbsthilfegruppe unter der Leitung von Sentia Janshen entstanden, die Betroffenen durch den Austausch Halt und Zuversicht gibt.

In Hessen haben mehr als 31.000 Menschen massive Probleme mit Glücksspielen. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von der Problematik ebenfalls betroffen sind, etwa durch hohe Verschuldung oder einen Bruch innerhalb der Familie. „Am Ende der Beratung war er einfach nur froh, dass ihm jemand zugehört hatte“, berichtet Axel von Donop von der Diakonie Fulda. Damit noch mehr Betroffene den Mut haben, sich Hilfe zu suchen, ist es den Beraterinnen und Beratern vor Ort ein Herzensanliegen, am heutigen 29. September gezielt auf das Thema aufmerksam zu machen.

Neben dem Video der HLS, das unter www.rcvfulda.caritas.de abgerufen werden kann, sind die Caritas-Geschäftsstelle in der Wilhelmstraße 10 und die Beratungsstelle der Diakonie am Heinrich-von-Bibra-Platz 14 in Fulda bunt geschmückt.

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