Augen auf beim Souvenirkauf!

Fragwrdige Urlaubsmitbringsel: Finger weg von geschtzten Tieren und Pflanzen Fulda. Korallen aus der Karibik, Muscheln von einem Malediven

Fragwrdige Urlaubsmitbringsel: Finger weg von geschtzten Tieren und Pflanzen

Fulda. Korallen aus der Karibik, Muscheln von einem Malediven-Riff, Krokoledergrtel, -schuhe oder -handtaschen aus Kolumbien, Schlangenwein aus dem fernstlichen Schanghai, Schneeleopardenfelle aus Sibirien, Elfenbeinschnitzereien aus afrikanischen Elefantenstozhnen, Holzfiguren in seltenem asiatischem Tropenholz.

Schon in den nchsten Tagen werden die ersten hessischen Sommerurlauber wieder in heimische Gefilde zurckkehren. Im Gepck vieler: Fragwrdige Ferienmitbringsel. Jenen, die in den kommenden Wochen noch in die Ferne fliegen, ist nur zu raten: Augen auf beim Souvenirkauf!

Tausende Reiseandenken werden jedes Jahr allein auf dem Frankfurter Flughafen beschlagnahmt. Was am Urlaubsort noch als attraktives Mitbringsel lockte, entpuppt sich beim Zoll dann als verbotene und wegen mglicher Geldstrafen mitunter recht teure Ware.

Denn ganz gleich ob es sich um Korallenschmuck, Rhinozeros-Hrner, Wildkatzenfelle, Seepferdchenschlsselanhnger, um Schild(krten)patt, Pseudo-Potenzmittel traditioneller Medizinmnner, Rio-Palisanderholz, exotische Orchideen, ausgestopfte oder sogar lebende Tiere fr den Privatzoo Zuhause handelt der Kauf dieser falschen Souvenirs trgt wesentlich zum Aussterben von Tier- und Pflanzenarten in deren Heimatland bei.

Von welchen Erinnerungsstcken man (frau) besser die Finger lassen sollte und bei welchen man guten Gewissens im Reiseland zugreifen darf, zeigt ganz aktuell der WWF-Flyer Augen auf bei Souvenirs. Der Ratgeber im praktischen Scheckkartenformat gehrt in jedes Urlauber-Portemonnaie, kann viel rger und Geldbuen ersparen und ist kostenlos beim WWF sowie auch in den hessischen Verbraucherzentralen erhltlich.

Augen auf bei Souvenirs hilft mit einem einfachen Ampelsystem: Rot heit Finger weg, bei orange markierten Punkten ist an der Grenze eine so genannte CITES-Ein- und Ausfuhrbewilligung ntig, und Grn bedeutet empfehlenswert das heit, es handelt sich um Souvenirs, die den lokalen Markt untersttzen, wie beispielsweise Stoffe aus Wildseide oder Pflanzenfasern, Tpferwaren, Steinskulpturen, Schmuck aus Glas, Schalen aus Kokosnuss, Handwerk aus Draht oder Blech, Flechtarbeiten wie Hte, Krbe und Tischsets oder Souvenirs aus FSC-Holz.

Dass man nichts aus Elfenbein kaufen soll, wissen die meisten Touristen, so WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. Insgesamt sind jedoch mehr 33.000 Tier- und Pflanzenarten durch das Washingtoner Artenschutzbereinkommen geschtzt, der internationale Handel mit ihnen ist entweder verboten oder nur mit Genehmigungen erlaubt. Als Laie kann man kaum wissen, was man kaufen darf und was nicht. Der WWF-Souvenirfhrer erleichtert somit Urlaubern quasi den artenschutzfreundlichen Kaufrausch.

Generell empfiehlt der WWF, bei exotischen Souvenirs Zurckhaltung walten zu lassen. Wer Zweifel hat, ob fr das Produkt illegal Tiere gettet oder Pflanzen gewildert wurden, sollte nicht auf die Beteuerungen der Verkufer hren, sagt der World Wildlife Fund-Experte. Es gibt ausreichend Alternativen, die helfen, die Natur im Urlaubsland zu bewahren. Und wer mchte schon einen Beleg in sein Wohnzimmer stellen, dass er zum Artensterben beigetragen hat...?Der Ratgeber bietet Touristen Orientierung und bewahrt sie vor bsen berraschungen an der Grenze, fasst Gabriele Beckers, stellvertretende Geschftsfhrerin der Verbraucherzentrale Hessen zusammen. Man kann ihn ganz einfach in die Geldbrse stecken und hat ihn so bei jedem Einkaufsbummel am Urlaubsort parat.

Den kostenlosen Souvenirfhrer gibt es unter www.wwf.de/souvenirfuehrer, gegen einen frankierten Rckumschlag bei der WWF-Geschftsstelle. Auerdem liegt er in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen in Hessen, Hamburg und im Saarland zur Abholung bereit.

Mehr Informationen zum Artenhandel sind unter www.wwf.de bzw. beim Bundesamt fr Naturschutz (BfN), Telefonnummer 0228/8491-0, erhltlich.

+++ Hintergrund +++

CITES-Abkommen schtzt Arten

Jedes Jahr werden weltweit Hunderte Millionen Exemplare geschtzter Tiere und Pflanzen sowie Produkte daraus gehandelt. Dies hat viele Arten an den Rand des Aussterbens gebracht.

Im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) verpflichten sich 169 Lnder zur strengen internationalen Handelskontrolle mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung und des Schutzes vor bernutzung von ber 30.000 Tier- und Pflanzenarten und Produkten daraus. Fr die Einfuhr erlaubter Souvenirs aus diesen Arten braucht man eine gltige CITES-Ausfuhrbewilligung des Herkunftslandesund eine CITES-Einfuhrbescheinigung des Bundesamtes fr Naturschutz (BfN). Diese muss man vor den Ferien oder sptestens vor der Rckreise beantragen. Infos: www.bfn.de oder unter www.cites.org.

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