1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Fulda

Mit Augen und Händen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

VON CHRISTOPHER GBEL Fulda/Region. Es gibt nichts Schneres, als ein Stadtbummel bei warmem Sommerwetter, ohne Zeitdruck un

VON CHRISTOPHER GBEL

Fulda/Region. Es gibt nichts Schneres, als ein Stadtbummel bei warmem Sommerwetter, ohne Zeitdruck und mit meiner Familie. Die Barockstadt Fulda und die umliegenden Gemeinden laden mit ihrem breit gefcherten Angebot an kleinen Fachgeschften, greren Einkaufsmrkten, Cafs und Bistros geradezu zum Verweilen und zum Shopping-Bummel ein. Meine Verlobte sucht eine schicke Handtasche kein Problem in Fulda. Anschauen, anfassen und ausprobieren das sind die Vorteile des Einkaufs direkt vor Ort. Im Gegensatz dazu steht der boomende Internet-Handel.

Ob Bcher, Klamotten, Reisekoffer, italienische Treter, franzsische Oliven oder polnische Knacker letztendlich wird fast jedes Produkt ber das weltweite Netz angeboten. Viele gewiefte Geschftsleute haben das immer noch relativ neue Medium erkannt, um Geld zu verdienen. ber eBay, das Online-Auktionshaus, kann man sicherlich das ein oder andere Schnppchen machen, aber was der Postbote letztendlich bringt, wei man nie genau.Anders ist es, wenn man Hose oder Jacke im Laden direkt anprobieren kann, gleich im Spiegel sieht, ob es einem steht oder ob man in der Styling-Kiste ganz und gar daneben gegriffen hat. Wenns dann nicht gefllt oder nicht passt, nimmt man eben das nchste Teil.

Probieren geht ber studieren

Hat man den Anzug fr die nchste Hochzeit im Internet bestellt, und gefllt einem das Outfit dann doch nicht, muss man es erst wieder zur Post bringen, im schlimmsten Falle sogar selbst frankieren und sich den Rcksendeschein abstempeln lassen, damit nachher niemand sagen kann, man htte es gar nicht zurckgesandt. Und die Bestellung eines neuen Modells ist dann vielleicht bis zum Hochzeitstermin noch gar nicht angekommen. Man sitzt auf glhenden Kohlen, ob nicht doch der Abgetragene mit Nadelstreifen aus der Mottenkiste gefischt werden muss.

Es ist viel beruhigender, Bekleidung beim entspannten Bummel direkt anzuprobieren, die meist kompeteten Verkuferinnen und Verkufer direkt nach Herstellung, Pflegehinweisen und der modischen Zusammenstellung zu fragen und mit dem guten Gefhl nach Hause zu gehen, etwas gekauft zu haben, was einem wirklich gefllt.

Eigenes Bild machen

Wenn man plant, einen Flachbild-Fernseher zu kaufen, kann man sich an Hand der riesigen Auswahl in den heimischen Technik-Mrkten direkt ein Bild von Qualitt, Farbtreue und Funktionalitt machen. Bei Internet-Bestellungen ist man entweder auf Bewertungen anderer Kufer angewiesen oder auf sein Glck, dass man bei den meist retuschierten Produktfotos auch das richtige Gert auswhlt. Und bei derart empfindlicher Technik ist immer noch der Transportweg dabei, bei dem man nie genau wei, wie sorgsam mit den Paketen umgegangen wird. Die geplante Video- oder Digitalkamera in der Hand zu halten, vielleicht gar einen Probeschuss zu absolvieren und genau zu wissen, welches Zubehr dabei ist, erspart manchen rger. Wein sollte man ja auch nicht nach dem Etikett kaufen.

Auch bei Bchern ist das direkte Schmkern in der angenehm ruhigen Buchhandlung viel schner, als die mehr oder weniger anonyme Bestellung bei einem Internet-Buchhndler. Vielleicht sieht man im Laden das ein oder andere Werk, von dem man einmal gehrt hat, aber nie genau wusste, wer der Autor ist und wie es heit. Das kompetente Personal kann einem oft helfen, auch wenn man nur grob wei, worum es in dem Roman geht.

Qual der Wahl

Reiseangebote gibt es mittlerweile unzhlige im Internet. Die Auswahl ist jedoch meist derart unbersichtlich, dass vielen Reisewilligen die Qual der Wahl schwer fllt. Welches Angebot ist nun billiger? Ist das auch das beste? Welche Reisebedingungen gelten? Viele dieser Fragen werden im Internet nicht ausreichend beantwortet. Im Gegensatz dazu ist eine Gesprch mit dem Personal der heimischen Reisebros angenehm, offene Fragen knnen direkt geklrt werden und wenn es nach dem Urlaub mal eine Reklamation geben sollte, ist der Ansprechpartner direkt vor Ort und nicht anonym hunderte Kilometer entfernt.

Lediglich beim ausgesuchten Hotel kann man sich an Hand der zahlreichen Bewertungen von anderen Reisenden im Internet ber Vor- und Nachteile informieren. Aber auch diese Bewertungen sind mit Vorsicht zu genieen, denn nicht immer ist die Meinung eines Einzelnen Ausschlag gebend.

Langwierige Suche

Stbern im Internet kann sich als langwierig und wenig ergiebig herausstellen. Beim Internektkauf sollte man genau wissen, was man haben mchte was dem Einkaufserlebnis mit den Augen, Hnden und allen Sinnen widerspricht.

Der Vorteil des Handels vor Ort sind vor allem der persnliche Kontakt und die umfassende Beratung. Manche Kunden fragen bei uns nach bestimmten Produkten, schauen sich alles an und bestellen dann im Internet, sagt ein enttuschter Hndler aus Fulda. Das mag von Fall zu Fall billiger sein, geht jedoch auf Kosten der Einzelhndler. Wir haben Personal- und Mietkosten, deshalb kann es sein, dass bers Internet so manches Produkt im Bereich der Unterhaltungselektronik kostengnstiger ist, sagt der Geschftsmann.

Vor allem beim Thema Service sind die Hndler in Osthessen ganz vorn. Ist die neue Kaffeemaschine nach zwei Tagen defekt, kann der Kunde sie direkt dorthin bringen, wo er sie gekauft hat. Dann gibt es entweder sofort Ersatz oder ein Reparaturangebot. Muss man die Ware an den Internethndler zurckschicken, bleibt zu hoffen, dass man noch einen alten Kaffeefilter im Schrank hat, denn ansonsten muss man tage- wenn nicht gar wochenlang ohne den frisch aufgebrhten Schluck am Morgen auskommen.

Service an erster Stelle

Mit Fachkompetenz, Service und Freundlichkeit knnen die Hndler vor Ort punkten. Sie erhalten und festigen den Ruf einer Stadt als Einkaufsstadt nachhaltig. Dann kommen die Kunden aus dem Umland gerne wieder, bummeln vom Bermuda-Dreieck ber den Uni- bis zum Bahnhofsvorplatz, machen einen Abstecher ins Kohlhuser Feld oder in die Shopping-Zentren der Anrainer-Gemeinden, trinken einen Kaffee in der City und werfen eventuell noch den ein oder anderen Blick in Lden, die sie im Vorbeigehen sehen.

Internethandel und Einkauf im Laden vor Ort zwei Pole, die je nach Zweck ntzlich oder das genaue Gegenteil sein knnen. Wir jedenfalls setzen unseren Bummel durch die Innenstadt fort weiter auf der Suche nach der perfekten Handtasche.

+++ +++ +++

Augen auf beim Online-KaufInternet-Betrger auf dem Vormarsch

Mit dem wachsenden Internethandel steigt auch die Zahl der internetbetrgereien an. Findige oder besser windige Geschftsleute zocken ahnungslose und gutglubige Kufer radikal ab.Zu den oft verwendeten Methoden gehrt unter anderem, Online-Shops zu betrgen oder bei Onlineversteigerungen etwa Ebay dadurch Gewinne einzustreichen, dass Waren versteigert, aber niemals versandt werden.Weiterhin gibt es den Informationsdiebstahl bei webbasierten Onlineberatungen und Kontaktportalen, beispielsweise Gesundheitsdaten, Problemstellungen, Lebensgewohnheiten und sexuelle Prferenzen.Es gibt noch zahlreiche weitere Betrugsmglichkeiten, die vornehmlich auf Gutglubigkeit basieren. Das Problem beim Internetbetrug besteht vor allem in der Schwierigkeit, ihn nachzuweisen sofern er berhaupt bemerkt wird.

Eine neue Methode ist es, sich gnstige Ware aus China zu bestellen. Der Kunde erhlt die Meldung, per Direktberweisung ber Western Union die Kaufsumme zu berweisen. Danach erhlt er eine E-Mail, dass zustzlichZollgebhren von ber 40 Prozent anfallen wrden, die innerhalb von sieben Tagen gezahlt werden mssten. Nach berweisung der Zollgebhr hrt der Kunde nichts mehr vom Lieferanten und die Ware kommt niemals an.

Es gibt zahlreiche weitere Mglichkeiten, die Internetgauner einsetzen, um an schnelles Geld heranzukommen. Darum ist es wichtig, Internet-Angebote stets genau zu prfen, sich weiter zu informieren und im Zweifelsfall lieber nichts zu bestellen, sondern auf den heimischen Handel zu setzen.(cdg)

+++ +++ +++

Extras kommen teuerPC bers Internet?

Den Computer bers Internet bestellen?Das ist keinesfalls etwas fr Individualisten. Wer seinen Rechner nach eigenen Vorstellungen selbst zusammenstellen will, sollte sich beim Fachhndler vor Ort beraten lassen. Je nach Anforderungen (Bro-PC, Spiele-PC) kann der Fachmann dann ein Modell empfehlen. Zubehr wie Tastaur, Maus oder Bildschirm kann man ebenfalls besser direkt beim Fachhndler beurteilen. Ob Laptop oder Tower-Lsung, ob viel oder wenig Arbeitsspeicher und hnliche Fragen lassen sich im Fachhandel direkt eruieren. Spezielle Angebote findet man ebenfalls nur vor Ort.

Ob man beim im Netz bestellten PC genau die Ausstattung bekommt, die im Angebot beschrieben war, lsst sich nur durch sorgfltige Kontrolle und fundierte Kenntnisse von Computern feststellen. Zwar bieten Herstelller wie Dell an, den neuen PC nach eigenen Vorstellungen bereits whrend der Bestellung zusammen zu bauen, doch die kleinsten Extras schlagen schwer zu Buche, so dass am Ende ein sehr viel teurerer Computer herauskommen kann. Negativ fallen bei diesem Anbieter auch die hohen Verpackungs- und Versandkosten an.(cdg)

+++ +++ +++

B-Ware Was ist das?

Als B-Ware werden im Gegensatz zu A-Ware und C-Ware Waren bezeichnet, die aus dem normalen Vertrieb eines Hndlers herausfallen. Diese werden zum Sonderpreis angeboten werden. B-Waren sind dabei aber neu beziehungsweise neuwertig und voll funktionsfhig. Sie unterliegen der regulren Gewhrleistung.

Typische B-Waren:

Nicht mehr original verpackte, aber als neu geltende Artikel sind Artikel, die nur einmal ausgepackt und vorgefhrt beziehungsweise vom Kunden angesehen wurden sowie um Retouren aus dem Versandhandel.

Artikel, die kleine Fehler aufweisensind u.a. neuwertige Vorfhrgerte, Muster- und Ausstellungsstcke sowie Artikel, bei denen die Originalverpackung beschdigt wurde oder fehlt. Diese Artikel weisen ansonsten keine oder eher geringfgige, optische Mngel wie Gebrauchspuren auf, die keinen Einfluss auf die Funktionsfhigkeit des Gegenstandes haben.

Serviceware sind Artikel, die bereits einmal repariert und so in einen neuwertigen Zustand zurckversetzt wuden.

Rest- oder Sonderposten, also berzhlige Restware, zhlen ebenso meist zu B-Waren.

+++ +++ +++

Einzelhandel muss Einbuen hinnehmenBis zu fnf Prozent Rckgang

Osthessen. Nach ersten Ergebnissen fr die Monate Januar bis Mrz 2008 stiegen die Umstze der hessischen Einzelhndler verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2007 um ein halbes Prozent. Nach Ausschaltung der Preisvernderungen war dies, wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, real aber ein Minus von fast zwei Prozent.Dabei verzeichnete die grte Branche, der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, wozu beispielsweise die Supermrkte und Kaufhuser gehren, einen Umsatzrckgang von nominal einem und real gut fnf Prozent.

Erheblich besser ging es dem Facheinzelhandel (ohne Apotheken, Sanittshuser, Drogerien und Parfmerien), der sein Vorjahresergebnis nominal um knapp zwei und real um annhernd drei Prozent bertraf. Die Apotheken, Sanittshuser, Drogerien und Parfmerien blieben nominal knapp ein Prozent unter dem Niveau des Vorjahres; real bedeutete dies ein Minus von 1,5 Prozent. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln befand sich mit einem Umsatzrckgang von nominal gut zwei und real annhernd fnf Prozent im Minus.

Der Versandhandel hatte im ersten Vierteljahr 2008 einen Umsatzrckgang von nominal und real etwa vier Prozent zu verkraften. Der Abwrtstrend bei den Beschftigten setzte sich fort. So verringerte sich die Zahl der Beschftigten im Einzelhandel um fast zwei Prozent, wobei die Zahl der Vollbeschftigten um gut ein Prozent abnahm, und die Zahl der Teilzeitbeschftigten sich um etwas ber zwei Prozent verringerte. (hsl)

+++ +++ +++

Auch interessant

Kommentare