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Augenweide oder Störenfried?

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Weiteres Vordringen kann langfristig Lebensraum gefhrdeter Wiesenbrter bedrohen / Bltenstnde werden vor Aufplatzen der Schoten

Weiteres Vordringen kann langfristig Lebensraum gefhrdeter Wiesenbrter bedrohen / Bltenstnde werden vor Aufplatzen der Schoten zerschlagen / Mitarbeiter des Rhnprojekts graben Wurzeln aus, wo keine Maschinen einsetzbar sindRhn. Die Stauden-Lupine frbt derzeit viele Wiesen, Wlder und Waldrnder der Hochrhn violett ein. Sie ist eine Augenweide fr viele Besucher der Rhn. Zum Strenfried wird die Stauden-Lupine allerdings, sobald sie wertvolle Pflanzenbestnde berwchst und dadurch den Lebensraum bedrohter Tierarten wie der Bodenbrter Birkhuhn und Wachtelknig gefhrdet. Aus diesem Grund organisieren der Birkwildhegering Hessische Rhn -Vereinigung zum Schutze der Bodenbrter e. V.- und die Verwaltungsstelle des Biosphrenreservats Manahmen zur Eindmmung der Lupine.

Die aus Nordamerika stammende Lupine macht die Hochrhn unattraktiv fr unsere Bodenbrter, so Werner Weber, Vorsitzender des Birkwildhegerings. Deswegen werden derzeit im Naturschutzgebiet Stirnberg Mulchgerte eingesetzt, die die Lupine gezielt zerschlagen. Bei diesen Arbeiten muss der Zeitpunkt genau abgepasst werden. Die Lupine muss in Blte stehen, aber noch keine Schoten angebildet haben, merkt Ewald Sauer vom Biosphrenreservat Rhn an. Denn wenn diese Pflanze zu frh behandelt wird, treibt sie nochmals einen neuen Spross mit Samen. Wenn sie erst Schoten gebildet hat, werden beim Mulchen die Samen noch weiter ausgebreitet. Dort, wo wegen Basaltblcken Maschinen nicht einsetzbar sind, rcken derzeit Mitarbeiter des Rhnprojekts der Grmel gGmbH mit Spaten und Hacken an. Die tief verwurzelten Lupinen werden ausgegraben und verbrannt. Eine Pflanze kann bis zu zweitausend Samen bilden. Beim Trocknen der Schoten reien die Fruchtkappen auseinander und schleudern die Samen bis sechs Meter weit. Diese bleiben im Boden bis zu 50 Jahre lang keimfhig. Einmal etabliert kann sich die Stauden-Lupine durch die Ausbildung von Tochterwurzeln jhrlich bis zu 20 Zentimeter ausbreiten. Rasch entstehen um die Mutterpflanze Keimlinge, und innerhalb von wenigen Jahren kann ein dichter Lupinen-Bestand entstehen.Als Schmetterlingsbltler kann die Stauden-Lupine durch Wurzelknllchen Luftstickstoff in Pflanzen verfgbaren Stickstoff umwandeln. Weitere Nhrstoffe werden durch den tief in den Boden reichende Wurzelstock mobilisiert. Vergleichbar mit einer Nhrstoffpumpe wird der Oberboden dadurch nachhaltig aufgedngt. Die Stauden-Lupine kann bis zu einem Meter hoch werden und berwchst die ursprngliche Vegetation. Durch die Beschattung werden Licht liebende Pflanzen verdrngt, die dichte Gras- und Krautschicht lst sich auf und fr die Samen der Stauden-Lupine entsteht ein ideales Keimbett. Wertvolle Grnlandgemeinschaften wie Borstgrasrasen und artenreiche Goldhaferwiesen, die auf nhrstoffarme Standorte angewiesen sind, werden so verdrngt. Langfristig wird dadurch auch der Lebensraum geschtzter Wiesenbrter zerstrt.Wir konzentrieren uns derzeit auf die Naturschutzgebiete, wo wir noch die wertvollsten Pflanzenbestnde haben, so Sauer. Auch hier gelte der Grundsatz: Wehret den Anfngen. Denn die ersten Stauden-Lupinen htten sogar ins Naturschutzgebiet Rotes Moor einwandern wollen. Doch durch den schnellen Eingriff der Grmel-Mitarbeiter des Rhnprojektes habe ein Vordringen verhindert werden knnen. Sorgen bereiten den Naturschtzern die groen mit Lupinen besiedelten Mahdgrnlandflchen auf der bayerischen Langen Rhn, wo zwischenzeitlich viele Hektare mit Lupinen berstanden sind.

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