DB-Strecke Fulda-Frankfurt: Klares Votum für Variante IV

Abstimmungstreffen im Landratsamt Fulda: Brand und Woide sprechen von einem "klaren Votum"

Fulda - Klares Votum für die Trassenvariante IV: Die Region hat sich im Entscheidungsprozess um den Aus- und Neubau der DB-Strecke Fulda-Frankfurt positioniert und einmütig für die Variante IV – und damit gegen die Variante VII – ausgesprochen. Die betroffenen Kommunen, Bürgerinitiativen und Wahlkreisabgeordneten trafen sich am Montag auf Einladung von MdB Michael Brand und Landrat Bernd Woide im Landratsamt Fulda.

Direkt nach dem jüngsten Dialogforum in Gelnhausen hatten Brand und Woide zum Abstimmungsgespräch eingeladen. „Der Ausbau ist eine strategische Weichenstellung für die Zukunft unserer Region, die zeitnah umgesetzt werden muss, damit Chancen nicht vertan werden. Umso wichtiger ist es für uns, dass wir jetzt im Vorfeld der finalen Entscheidung, die am 8. Juni von der Deutschen Bahn getroffen werden soll, als Region mit einer Stimme sprechen, um das Beste herauszuholen“, erklären Woide und Brand nach dem Treffen.

Nach Analyse der Korridore IV und VII und anschließender Diskussion legten sich alle Bürgermeister und Bürgerinitiativen entlang der Aus-/Neubaustrecke – mit Ausnahme der Bürgerinitiative Kalbach – sowie Landrat und Wahlkreisabgeordnete im Landkreis Fulda auf die Trassenvariante IV fest. „Dafür ausgesprochen haben sich alle Beteiligten, insbesondere der Oberbürgermeister von Fulda, die Bürgermeister von Eichenzell, Neuhof, Flieden und Kalbach sowie fünf der sechs Bürgerinitiativen. Das ist ein starkes Votum“, bewerten Brand und Woide und ergänzen: „Die Variante IV führt aus regionaler Sicht zur geringsten Beeinträchtigung und lässt sich überdies am schnellsten realisieren.“

„Es ist gut, dass wir vor der Entscheidung der DB die Interessen unserer Region bündeln. Nun fordern wir eine zügige Umsetzung des Projektes und bestmöglichen Lärmschutz auf der Grundlage der Lärmvorsorgewerte – auch entlang der Bestandsstrecke im gesamten Landkreis Fulda. Besondere Berücksichtigung finden soll dabei die schwierige Situation in Bronnzell“, sagen Woide und Brand.

Stellungnahme SPD-Flieden

Die SPD-Fraktion Flieden hatte vor Kurzem den Ausschluss der Varianten I bis III im Zuge der Bewertung zur Trassenführung der DB-Schnellbahnstrecke Kinzigtal – Fulda moniert und für eine konzentrierte „Mobilmachung“ der Fliedener Kommunalpolitik zugunsten der Variante IV geworben.

Die Ergebnisse der letzten Dialogforen der Deutschen Bahn AG deuteten auf eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung für eine der ursprünglich sieben Ausbauvarianten der DB-Schnellbahntrasse durch den südlichen Teil des Landkreises Fulda hin. Bei der jüngst durch das Bahnunternehmen geäußerten Präferenz für die zwei verbleibenden Vorzugsvarianten IV und einer veränderten VII werde die Gemeinde Flieden entweder mit einem blauen Auge davon kommen oder aber den absoluten Supergau erleben, bei der die Großgemeinde quasi mitten durchs Herz zerschnitten würde, so Fraktionsvorsitzender Mark Bagus.

In Hinblick auf bisherige Beteuerungen der Deutsche Bahn, das Schutzgut Mensch zu den wesentlichen Kriterien für die Ermittlung einer Vorzugsvariante zu erklären, seien inzwischen ernsthafte Zweifel dahingehend angebracht, was den vorzeitigen Ausschluss der Varianten I bis III durch den Spessart angehe. Während diese Strecken weitgehend durch Tunnel verlaufen und damit im Vergleich zu allen anderen Varianten am wenigsten Menschen von Lärm betroffen wären, werde hierbei dem Naturschutz offenbar deutlich mehr Gewicht verliehen als dem Schutzgut Mensch. Auch seien es wirtschaftliche Interessen der Bahn, welche den drei Spessart-Varianten zu einem vorzeitigen Aus verholfen haben, kritisieren Fliedens Sozialdemokraten.

Hintergrund

Die besagte Variante IV führt von Gelnhausen nach Norden und zweigt dann nördlich von Wirtheim nach Osten ab. Südlich von Wächtersbach überquert sie die Kinzig, um dann von Aufenau aus leicht nach Nordosten abzuschwenken. Ab Salmünster folgt die Variante dem Kinzigtal und überquert bei Steinau an der Straße den Stausee. Sie folgt dann dem Kinzigtal weiter westlich überwiegend in Tunnellage, führt schließlich in einem langen Tunnel nach Nordosten und bindet bei Mittelkalbach an die Schnellfahrstrecke an.

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