Ausbildungsplätze für Förderschüler

Gersfeld. Durch die Vernderung der Berufsanforderungen und die momentane wirtschaftliche Lage haben Jugendliche ohne oder mit niedrigem Schulabs

Gersfeld. Durch die Vernderung der Berufsanforderungen und die momentane wirtschaftliche Lage haben Jugendliche ohne oder mit niedrigem Schulabschluss nur selten eine Chance an dem Arbeitsmarkt teilzunehmen. Sie gelten als marktbenachteiligt. Der direkte bergang von der Schule in die duale Berufsausbildung ist diesen Jugendlichen kaum noch mglich. Einem geringen Teil der Jugendlichen gelingt dies nur durch intensive Zusammenarbeit von Elternhaus, Schule, Betrieben und der Agentur fr Arbeit, wobei dann massiv die Gefahr von Ausbildungsabbrchen droht. Um dem entgegenzuwirken muss der/dem Jugendlichen zustzliche Betreuung und Hilfe angeboten werden.

Fr die Jugendlichen aus Frderschulen der Lern- und Erziehungshilfe verschrft sich diese Situation insofern, als sie in ihrer Lebenslage gesellschaftlich eine geringe Akzeptanz erfahren. Die Selektion" in einer Schule fr Lernhilfe bzw. in einer Schule fr Erziehungshilfe hat nachteilige Auswirkungen fr die berufliche Integration der Jugendlichen. Viele Betriebe sehen den Misserfolg einer Ausbildung dieser Schlerinnen und Schlern vorprogrammiert und bevorzugen Jugendliche mit hher qualifiziertem Abschluss. Die Anne-Frank-Schule (Schule fr Lernhilfe) in Gersfeld versucht diesem Phnomen schon seit Jahren entgegen zu wirken, indem sie durch individuelle Frderung den Jugendlichen fit fr seine zuknftige Lebenswelt machen will. Damit dies gelingt, setzt die Schule seit Jahren ein Berufsorientierungskonzept mit einem hohen Praxisanteil um. Die Mdchen und Jungen sollen notwendige Kompetenzen fr die eigene Berufs- und Lebensplanung erlernen. Dies geschieht durch reale Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt, durch Hilfen zur Berufsfindung und durch den Aufbau von Orientierungshilfen fr das Leben. Die realistische Einschtzung der eigenen Fhigkeiten und Fertigkeiten sind wesentlicher Bestandteil der erfolgreichen Berufsorientierung.

Dass dieses Konzept ein Weg ist, Jugendliche in den Ausbildungsmarkt zu integrieren, beweisen die Zahlen der 17 Abgngerinnen und Abgnger der Schule fr Lernhilfe in Gersfeld am Ende dieses Schuljahres. 12 Schlerinnen und Schler erreichten in Kooperation mit der Rhnschule Gersfeld den Hauptschulabschluss, davon 7 den qualifizierenden. 12 haben bereits einen festen Ausbildungsvertrag in der Tasche. 2 absolvieren ein Vorbereitungspraktikum zur Altenpflege und 3 gehen weiter auf Schule. Diese Zahlen sprechen fr sich und beweisen, dass eine an der Praxis orientierte Hinfhrung in die Berufs- und Arbeitswelt erfolgversprechend ist. Ein Teil der Schlerinnen und Schler wurden zwei Jahre gezielt in einer Praxisklasse-SchuB unterrichtet. Der andere Teil wurde hnlich dem Praxisklasse-SchuB-Konzept beschult. Bei beiden Konzepten besuchten die Mdchen und Jungen mehrere Blockpraktika in unterschiedlichen Berufsfeldern und lernten wchentlich zwei bzw. einen Tag/e in einem Betrieb.

In der Schule wurden an den Berufen orientiert Basiskompetenzen entwickelt. So erkannten die Schlerinnen und Schler die Notwendigkeit, immer etwas Neues und Sinnvolles zu lernen und waren motiviert und bereit sich auf etwas Neues einzulassen. Dass diese Jugendlichen Fhigkeiten und Fertigkeiten besitzen, beweisen die 12 Ausbildungsvertrge. Auch wenn die Schlerinnen und Schler die Schule verlassen, bietet die Schule weiterhin Hilfen an und dient bis Ende der Ausbildung und darber hinaus immer als Ansprechpartner und gibt Hilfestellung. Dieses Konzept ist ein Beweis, dass es auch anders geht!

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