Automarkt: Langsam geht es bergauf

Jörg Schuhej.

Wie beurteilt Jörg Schuhej, Verkaufsleitung der „Autohaus Kreis GmbH & Co. KG“ in Müs, die aktuelle Situation?

FULDA AKTUELL: Wie ist Ihr Autohaus bislang durch die Krise gekommen?

JÖRG SCHUHEJ:

Relativ gut, da wir nach wie vor von einer hohen Kundenbindung mit guter Werkstattauslastung leben. Der Verkauf ist stark zurückgegangen.

FA: Halten Sie den Lockdown im Nachhinein für gerechtfertigt und sinnvoll?

SCHUHEJ: Absolut gerechtfertigt und sinnvoll – über Einzelheiten kann man streiten. So waren und sind die Baumärkte voll, aber der Autoverkauf wurde (in der Anfangsphase) untersagt.

FA: Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten Wochen der Lockerung gemacht?

SCHUHEJ:

Es geht langsam bergauf, aber eine Kaufzurückhaltung ist spürbar.

FA: Wie begegnen Ihnen die Kunden?

SCHUHEJ:Die Akzeptanz der Maßnahmen in der Kundschaft ist sehr unterschiedlich: Totale Ignoranz bis zu Hypersensibilität.

FA: Können/Wollen Sie etwas dazu sagen, wie sich das Kaufverhalten Ihrer Kunden bezüglich Neu- beziehungsweise Gebrauchtwagen verändert hat?

SCHUHEJ:

Bei Gebraucht/Jungwagen ist die Nachfrage deutlich höher als bei Neuwagen. Die Finanzierung beziehungsweise das Leasing wird zurückhaltender betrachtet, wohl aufgrund von Ängsten um den Arbeitsplatz.

FA: Wie bewerten Sie die Absage der Bundesregierung bezüglich Subventionen für den Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor?

SCHUHEJ: Das ist der völlig falsche Weg. Denn sämtliche Subventionen (auch e-Autos) und künstliches Eingreifen in den Markt ergeben eine Delle nach einem kurzen Hoch und verzerren den Markt. Die Abwrackprämie in 2009 war das beste Beispiel. Die einzig sinnvolle Maßnahme ist: Mehrwertsteuer runter. Auch die E-Mobilität ist nicht die Erfüllung!

FA: Werden Sie die abgesenkte Mehrwertsteuer an Ihre Kunden weitergeben?

SCHUHEJ:Ja, auf jeden Fall. Mein Vorschlag für den gesamten Handel beziehungsweise für alle Gewerbetreibenden: Mehrwertsteuer im Einzelhandel vor Ort auf zehn Prozent senken. Der Onlinehandel bleibt bei 19 Prozent, um den Einzelhandel zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern.

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